Streit beim GP England

Perez vs. Gasly - GP England 2018
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Perez vs. Gasly - GP England 2018

© sutton-images.com
10.07.2018 - 12:50 Uhr von Michael Schmidt

Im Mittelfeld wurde genauso mit Haken und Ösen gekämpft wie an der Spitze. Dort wurde aber auch viel Kleinholz produziert. Sergio Perez lag sich mit Pierre Gasly in den Haaren, Kevin Magnussen mit Teamkollege Romain Grosjean und Fernando Alonso.

Die 130.000 Fans in Silverstone bekamen, was sie verdient haben: Hochklassigen Motorsport von A bis Z. Über den Kampf an der Spitze wurde ausreichend geschrieben. Dabei ging unter, dass auch im Mittelfeld der Teufel los war. Sergio Perez kreiselte in der ersten Kurve durch das Feld und hätte fast die Williams an der Boxenausfahrt getroffen. Später traf er sich mit Pierre Gasly zum Kampf um Platz 10.

Romain Grosjean gabelte in der ersten Runde HaasF1-Teamkollege Kevin Magnussen auf. Später produzierte er mit Carlos Sainz einen wilden Crash in Copse Corner. Kevin Magnussen und Fernando Alonso tauschten nach einem heißen Kampf um Platz 8 Unfreundlichkeiten aus. Und Gasly bekam nachträglich noch eine Strafe. Man konnte sich über mangelnde Abwechslung nicht beklagen.

Perez drehte sich mitten im Feld in der ersten Kurve. Sein Fehler. Teambesitzer Vijay Mallya schimpfte: „Es ist das fünfte Mal, dass eines unserer Autos in der ersten Runde in einen Unfall verwickelt wurde. Das kostet uns zu viele Punkte in der Konstrukteurs-WM.“ Immerhin, Perez kam zurück. Mit fünf Überholmanövern und der Hilfe des Safety-Cars.

In der Schlussphase ging der Mexikaner mit Pierre Gasly in den Clinch: „Ich habe in Kurve 17 wirklich genug Platz gelassen. Für ihn war es nicht genug.“ Gasly boxte den Force India nach links von der Strecke und sprach von einer kleinen Berührung. „So klein kann die nicht gewesen sein“, ereiferte sich Force India-Teammanager Andy Stevenson. „Bei ihm war der Frontflügel beschädigt, bei uns der Unterboden und der Seitenkasten.“

Gasly schimpft über Strafe

Die Sportkommissare berieten bis 2:40 Stunden nach Rennende, bis sie ihr Urteil fällten. Sie erkannten an, dass Gasly nicht absichtlich in den Force India gefahren war. Er traf den hohen Randstein in Kurve 16, rutschte von dort ab und als Folge davon in Kurve 17 in das gegnerische Auto. Das wiederum habe Perez in den Kurven 17 und 18 neben die Strecke gezwungen. Er habe damit keine Gelegenheit mehr gehabt, den Angriff noch abzuwehren.

Fazit: Gasly traf die gesamte Schuld an der Kollision, die erst zu dem Überholmanöver führte. Deshalb die Fünfsekunden-Strafe. Während Perez die Strafe der Sportkommissare begrüßte, ärgerte sich sein Gegner über den Urteilsspruch: „Hört auf mit den Strafen. Kontakte gehören zum Rennsport.“

HaasF1 verschenkte WM-Punkte gleich in der Startrunde. Nach einem Ausweichmanöver fuhr Romain Grosjean seinem Teamkollegen ins Auto. Am Dienstwagen von Kevin Magnussen ging der Unterboden zu Bruch. „Das hat anfangs zwei bis drei Zehntel gekostet, später mit mehr Grip von den Reifen weniger“, erklärte Teamchef Guenther Steiner.

Über das ganze Rennen betrachtet kostete der Zwischenfall Magnussen den 6. Platz. Wieder einmal waren die US-Ferrari die schnellsten Autos im Mittelfeld. Im intakten Zustand. Der Däne war so sauer, dass er sich zu dem Zwischenfall nicht äußern wollte. Grosjean gab beiden die Schuld. Steiners Kommentar fällt diplomatisch aus: „Einer zieht zu früh rein. Unnötig.“

Alonso schimpft über Magnussen

Das Safety-Car kam für Magnussen zur falschen Zeit. Der Däne hatte in der 25. Runde auf Medium-Reifen gewechselt und war dabei auf Platz 11 zurückgefallen. Ein weiterer Boxenstopp hätte ihn noch mehr Positionen gekostet. Magnussen blieb also mit seinen Medium-Reifen auf der Strecke.

Fernando Alonso bekam die Chance eines Gratis-Boxenstopps und ging mit frischen Soft-Gummis in die letzten 20 Runden. Magnussen wehrte sich trotz des beschädigten Autos und trotz des Reifennachteils tapfer gegen den Spanier, zog aber trotzdem in der letzten Runde in Kurve 3 den Kürzeren.

Alonso setzte sich mit Ellbogen durch. „Ich hatte zwar die weicheren Reifen, aber alle in dem Zug hinter Hülkenberg sind mit offenem DRS gefahren. Auf den Geraden hatte ich gegen den HaasF1 keine Chance. Ich musste den Angriff in der ersten DRS-Zone ausgangs der zweiten Kurve einleiten.“ Magnussen schimpfte am Funk über Alonsos rabiaten Einsatz. FIA-Rennleiter Charlie Whiting lacht: „Alonso hat das gleiche über Magnussens Fahrweise gesagt.“

Erst nach dem Rennen wurde klar, warum sich Alonso so über Magnussen geärgert hat. „Er hat mich in Kurve 7, 11 und 12 von der Strecke gedrängt. Wenn ich an ihm vorbei gewesen wäre, hätte ich mit Ocon und Hülkenberg um Platz 6 kämpfen können.“ In der Auslaufrunde bedankte sich Alonso bei seinem Team am Funk, sagte aber auch: „Platz 8, weitere Punkte, ein schönes Geschenk für uns beim Heim-Grand-Prix. Aber heute hätte ich Sechster werden können. Easy.“

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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