Toro Rosso knapp an Motorteilen

Aus dem Toro Rosso stieg jede Menge Rauch auf.
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Aus dem Toro Rosso stieg jede Menge Rauch auf.

© sutton-images.com
10.11.2017 - 18:09 Uhr von Michael Schmidt

Toro Rosso wird schon wieder von schäden an der MGU-H heimgesucht. Bald gehen Renault die Teile aus. Wenn es zum schlimmst kommt, kann Toro Rosso in Abu Dhabi gar nicht fahren.

Pierre Gasly und Brendon Hartley haben im ersten Train ing zum GP Brasilien zusammen sieben Runden geschafft. Bei Hartley ging eine Pumpe am Motor kaputt. Das Triebwerk überlebte. Zum Glück. Pierre Gasly strandete nach fünf Runden mit einer gebrochenen MGU-H. Dabei hatten beide Toro Rosso-Fahrer und Red Bull-Pilot Daniel Ricciardo vor der ersten Trainingssitzung jeweils ihre achte MGU-H bekommen. Für Toro Rosso scheint sich das Mexiko-Debakel fortzusetzen. Da verloren Red Bulls B-Team vier der Elektromaschinen im Auspufftrakt.

Gasly und Hartley wissen jetzt bereits, dass sie wieder Startplätze verlieren und von ganz hinten starten werden. Doch das ist nicht das schlimmste. Wenn die Defektserie so weitergeht, gibt es bei Renault bald keine Teile mehr. Schon die achte MGU-H in Ricciardos Antriebseinheit ist nur eine gebrauchte Einheit aus dem Fundus des Werksteams.

Für neue MHU-H fehlt die Zeit

Bei Toro Rosso wird mangels Teilen schon zwischen den beiden Autos hin und her getauscht und in Lagern anderer Renault-Kunden geplündert. Neue Komponenten gibt es überhaupt nicht mehr. Und auch die alten gehen aus. „Bei Toro Rosso sieht es aus wie in einem Ersatzteillager eines Oldtimer-Handels“, spottet Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko. Doch so ganz wohl ist ihm bei der Motorenmisere nicht. Wenn weitere MGU-H kaputtgehen, muss Toro Rosso beim letzten Rennen möglicherweise zuschauen.

Renault kann und will zum Saisonende nicht mehr neue Turbolader und MGU-H bauen. „Diese Komponenten haben eine viel zu lange Vorlaufzeit. Die baust du nicht in zwei Wochen“, winkt Sportchef Cyril Abiteboul ab. Seltsam ist, dass die beiden Werks-Renault von den Pannen im Umfeld der MGU-H weitgehend verschont bleiben. Und dass auch Red Bull wesentlich weniger stark davon betroffen ist als sein Juniorpartner. Unter vorgehaltener Hand hört man, dass bei Toro Rosso offenbar nicht immer die vom Werk vorgeschriebenen Einsatzparameter eingehalten wurden. Was in dünnerer Luft, in der die Turbinen höher drehen, offenbar fatale Folgen hab en kann. Mexico-City liegt 2240 Meter hoch, Sao Paulo 760 Meter.

Red Bull hielt sich in Mexiko an Renaults Vorgaben. Inzwischen sickerte durch, dass Max Verstappen den Grand Prix dort mit nur 96 Prozent der üblichen Leistung gewann. Warum allerdings Ricciardos MGU-H kaputtging, ist ein Rätsel. „Wir hätten dort den Motor nicht vor dem Rennen wechseln sollen“, blickt Marko zurück. „Manche Motoren halten, manche nicht. Keiner kann vorher sagen, wann was bricht.“

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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