Toyota will endlich gewinnen

Toyota TS050 Hybrid - Startnummer #7 - 24h-Rennen Le Mans
2017
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Toyota TS050 Hybrid - Startnummer #7 - 24h-Rennen Le Mans 2017

© xpb
17.06.2017 - 09:21 Uhr von Andreas Haupt

Porsche geht als Außenseiter in das 24h-Rennen Le Mans, Toyota als der große Favorit. Die Erfahrungen aus 2016 haben die japanische Mannschaft gestärkt. Erfüllt sich Toyota endlich den großen Traum vom Gesamtsieg?

18 Mal versuchte sich Toyota am Monster Le Mans. 18 Mal scheiterte das Unterfangen Sieg. Zuletzt 2016 auf tragische Weise. Drei Minuten vor Rennende rollte der sicher führende TS050 Hybrid mit einem mechanischen Schaden aus. Ein Problem mit einem Turbolader ließ die Tränen kullern.

So knapp dran, und doch wieder einmal vorbei am ganz großen Ziel: Das schmerzte die japanische Truppe mit Wurzeln in Köln besonders. „Es hat fünf Tage gedauert, bis wir den Tiefschlag verdaut hatten“, blickt Rob Leupen, Teamdirektor von Einsatzteam TMG aus Köln zurück. „Am Donnerstag nach dem Rennen trafen wir uns zur Betriebsversammlung. Bis dahin hatten wir alle viel Zeit zum Nachdenken. Die Fahrer drehten ein Video. Das war genau der richtige Ansporn für die gesamte Belegschaft und hat uns alle wieder auf Kurs gebracht.“

Toyota mit massiven Fortschritten

Im 19. Anlauf soll es in Le Mans endlich klappen. „Die Mitleidsbekundungen stehen uns bis oben. Wir wollen gewinnen“, sagt Leupen. Toyota hat für den Erfolg keinen Stein auf dem anderen. gelassen In Japan runderneuerte die Technikabteilung den 2,4-Liter-Biturbo-V6 und sparte Gewicht beim Hybridsystem mit Energierückgewinnung an der Vorder- und Hinterachse. „Wir hatten sehr viel Entwicklungspotential bei unserem Motor. Im Vorjahr hatten wir den Biturbo relativ schnell auflegen müssen. In diesem Jahr konnten wir auf den Erfahrungen aufbauen. Wir können mit höheren Drücken fahren.“

Massive Fortschritte erzielte Toyota bei der Aerodynamik – trotz großer Einschnitte durch das Reglement. 2017 bauen der Frontsplitter höher und der Diffusor der LMP1-Giganten wurde gekappt. Die Aero-Abteilung in Köln fing den Verlust nicht nur auf, sondern erhöhte den Anpressdruck gar. Und schaffte trotzdem einen günstigen Luftwiderstand, was auf den langen Geraden von Le Mans hilft.

Effizienz statt mehr Budget

Die großen Fortschritte führt Leupen auf gesteigerte Effizienz innerhalb der Mannschaft zurück. „Wir haben keine neuen Leute geholt. Das Budget ist dasselbe. Wir haben uns nach dem bitteren Moment 2016 auf das Geleistete besonnen. Wir waren der erste Anwärter auf den Sieg. Das Team ist noch enger zusammen gerückt.“

Um die Chancen noch weiter zu erhöhen, schickt Toyota in diesem Jahr erstmals drei Einsatzfahrzeuge an die Sarthe. Mit vier Langstreckentests von jeweils über 30 Stunden versuchte Toyota, wie auch Porsche, seinen LMP1-Renner kugelsicher zu machen. Beide zeigten sich in Le Mans allerdings nicht ganz standfest. Im zweiten Qualifying stoppte den 8er Toyota ein Problem mit der Ölzufuhr. Die Ingenieure stellten an den Monitoren einen Druckverlust fest und wiesen Sébastien Buemi an, den Motor abzustellen. Die Mechaniker bauten den Biturbo-V6 aus. Das Triebwerk fliegt zur Kontrolle nach Japan. „Er ist versiegelt. Hier dürfen wir ihn nicht öffnen“, bedauert Technikchef Pascal Vasselon.

Weil auch Porsche nicht ohne Technik-Trouble durch die bisherigen Trainings (und den Vortest) gekommen ist, bleibt Toyota der große Favorit. Was passiert, wenn es endlich mit dem Gesamtsieg klappt? „Dann haben wir vom Vorstand die Zusage, im nächsten Jahr den Titel zu verteidigen“, betont Leupen, und wischt damit Vermutungen vom Tisch, Toyota würde nach einem Sieg die LMP1-Verbindungen kappen. Das dürften die Macher der Sportwagen-WM um ACO und FIA gerne hören.

Kippt die Hitzeregel?

Angesichts der angekündigten Hitzewelle am Rennsonntag gibt man sich cool. Obwohl der Toyota TS050 Hybrid keine Klimaanlage verbaut hat, die den Fahrer mitkühlt. Toyota verwendet die Kühlluft im Gegensatz zu Porsche angeblich ausschließlich für die Batterien. Das Reglement schreibt ab 32 Grad Außentemperatur nach spätestens 80 Minuten einen Fahrerwechsel vor, wenn das Cockpit nicht klimatisiert ist. Ob die dann zusätzlichen Wechsel ein Nachteil sind? Es ist aber zu hören, dass im Hintergrund daran gearbeitet wird, die Regel zu kippen, und alle Teams bei über 32 Grad zu Fahrerwechseln zu verpflichten. Ein Interesse daran kann eigentlich nur Toyota haben.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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