Weniger Geld in FIA-Strafkasse: 722 Verstöße gegen Streckenlimits

Weniger Geld in FIA-Strafkasse: 722 Verstöße gegen
Streckenlimits
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Weniger Geld in FIA-Strafkasse: 722 Verstöße gegen Streckenlimits

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Mit Blick auf Strafen war die Saison 2020 ein eher ruhiges Jahr. Die FIA nahm nur halb so viel Geld ein wie 2019. Es gab 27 Zeitstrafen und zwölf Startplatzversetzungen wegen Regelverstößen. Das größte Ärgernis war die Verletzung der Streckenlimits. 722 Mal schlugen die Sensoren an.

Das Strafregister der FIA aus der Saison 2020 ist 22 Seiten stark. Das hört sich nach kleinlicher Auslegung der Regeln an. Tatsächlich wurde weniger gestraft als sonst. Zwölf Mal verfügten die Sportkommissare wegen Regelverstößen Startplatzversetzungen, dazu sechs Mal wegen Überschreitens des Antriebskontingents und vier Mal wegen eines vorzeitigen Getriebetauschs. In den 17 Rennen wurden 27 Zeit- oder Durchfahrtstrafen ausgesprochen. Dazu gab es 18 Geldstrafen mit einem Gesamtaufkommen von 58.200 Euro. Im Jahr davor flossen noch 124.400 Euro in die FIA-Kasse.

Dass sich Fahrer weiter hinten anstellen müssen, die mehr als die erlaubten Antriebskomponenten verbrauchen oder vor dem sechsten Rennen ein neues Getriebe verwenden, ist Routine. Das wird in der Sünderkartei der FIA gar nicht mehr aufgeführt. Anders bei Sportstrafen. Da entscheiden die Sportkommissare, um wie viele Startplätze der Sünder nach hinten rückt. Drei bei Lewis Hamilton in Spielberg, weil er in der Qualifikation die gelben Flaggen missachtet hatte. Fünf dagegen für George Russell für das gleiche Vergehen beim GP England. Einen für Sergio Perez, weil er im freien Training zum GP Toskana eine Kollision ausgelöst hatte.

Zwei Mal fünf Sekunden für Probestarts

Im Rennen gibt es dafür Zeitstrafen oder eine erzwungene Boxendurchfahrt. Die Höchststrafe sind 10-Sekunden Stop-and Go. Lewis Hamilton und Antonio Giovinazzi bekamen sie in Monza, weil sie einen Boxenstopp eingelegt hatten, obwohl die Boxengasse gesperrt war. Ansonsten mussten die Bestraften fünf oder zehn Sekunden beim nächsten Boxenstopp absitzen, oder die Strafe wurde ihnen auf die Gesamtzeit addiert.

Viele Gründe dafür kennen wir seit Jahren: Überschreiten des Tempolimits in der Boxengasse, Auslösen einer Kollision, zu schnelles Fahren hinter dem Safety Car, falsche Position in der Startaufstellung, Ignorieren der blauen Flaggen, Abkürzen, Überfahren der weißen Linie am Boxenausgang. Zwei Vergehen waren kurios. Lewis Hamilton bekam in Russland gleich zwei Mal fünf Sekunden aufgebrummt, weil er an einer verbotenen Stelle Starts geübt hatte. Die Haas-Fahrer Romain Grosjean und Kevin Magnussen wurden beim GP Ungarn gebüßt, weil sie in der Formationsrunde vor dem Start am Boxenfunk verbotenerweise mit der Box Informationen ausgetauscht hatten.

Räikkönen vier Mal zur Kasse gebeten

Die meisten Geldstrafen betrafen Tempoverstöße in der Boxengasse. Sie lagen zwischen 200 und 1.000 Euro. Kimi Räikkönen wurde gleich vier Mal erwischt und zahlte zusammengerechnet 2.400 Euro. Das große Geld spielte die FIA bei den Teams ein, hier vor allem von Mercedes. Der Weltmeister wurde beim GP Russland mit 25.000 Euro zur Kasse gebeten, weil das Team Hamilton zu seinen verbotenen Probestarts auch noch animiert hatte. Beim zweiten Bahrain-Grand Prix wurden 20.000 Euro fällig, weil George Russell eine Runde lang mit Reifen fuhr, die für Valtteri Bottas markiert waren. Es hätte schlimmer kommen können.

Das größte Ärgernis war das Überschreiten der Streckenlimits. Sicherheit hat ihren Preis. Wer rund um die Strecke riesige Asphaltflächen als Auffangnetz baut, der darf sich nicht beklagen, wenn die Fahrer die zusätzliche Fläche mit in ihre Ideallinie einbeziehen. Fast bei jedem Rennen gab es Diskussionen darüber, was erlaubt ist und was nicht. Oft wurde nach dem ersten Trainingstag nachgebessert, die Auslegung entweder verschärft oder gelockert.

In der Regel wurde einfach nur die Rundenzeit gestrichen. Was zumindest in der Qualifikation ärgerlich war. Wer es im Rennen übertrieb wie Lance Stroll in Portimao oder Romain Grosjean in Imola musste fünf Sekunden auf seine Rennzeit draufrechnen. Insgesamt wurden in allen Trainings und Rennen zusammengezählt 722 Verstöße gemeldet. Spitzenreiter war Portimao mit 194, gefolgt von Istanbul mit 93, Imola mit 83 und Monza mit 52. Nur eine Strecke hatte eine komplett weiße Weste. Wer in Mugello die Strecke verließ, landete im Kiesbett oder in der Mauer. Vielleicht haben wir deshalb alle so von dieser Rennstrecke geschwärmt.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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