Williams FW41 für die F1-Saison 2018

Williams hat auf der offiziellen Season-Launch-Party erste
Computer-Bilder des neuen Autos für 2018 präsentiert. Wir zeigen
Ihnen den FW41 aus allen Perspektiven ...
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Williams hat auf der offiziellen Season-Launch-Party erste Computer-Bilder des neuen Autos für 2018 präsentiert. Wir zeigen Ihnen den FW41 aus allen Perspektiven ...

© Williams
15.02.2018 - 20:16 Uhr von Michael Schmidt

Mit dem Williams FW41 soll es für das britische Traditonsteam 2018 wieder aufwärts gehen. Nach Analyse der ersten Bilder handelt es sich um eine Mischung aus dem Ferrari, dem Mercedes und dem Williams des vergangenen Jahres.

  • Neue Technik
  • Neue Fahrer

Williams präsentierte sein neues Formel 1-Auto gegen jede Firmentradition und gar nicht Williams like. Normalerweise werden Neukonstruktionen am Firmensitz in Grove enthüllt. Oder gleich direkt an der Rennstrecke. Nüchtern, schlicht, effizient. Firmengründer Frank Williams beschränkte sich immer aufs Wesentliche. Getreu dem Motto: Das Auto ist der Star. Ohne Feuerwerk drumherum. Geld für Showelemente und teure Buffets sparten sich der drittälteste Rennstall der Formel 1. Williams steckte es lieber in die Technik.

Das Zepter im Team haben längst andere übernommen. Tochter Claire, die erstmals seit ihrer Baby-Pause wieder in der Öffentlichkeit auftrat, Finanzdirektor Mike O‘Driscoll und Technikchef Paddy Lowe. Diesmal brach Williams mit den alten Gewohnheiten.

Williams FW41 nur als Computerbild

Das 2018er Modell wurde im Londoner Szene-Viertel Village Underground in einer ehemaligen Lagerhalle mitten in der City vorgestellt. Allerdings nur auf einer Videoleinwand. Nicht digital waren lediglich die Fahrer, Claire Williams und Paddy Lowe. Der FW41 blieb in Grove, Bis er am 26. Februar in Barcelona auf die Strecke rollt, wird man sich mit Fotos und einem Video begnügen müssen.

Auf den ersten Blick sieht das Auto aus wie eine Kreuzung aus dem Vorjahresauto, einem Mercedes und einem Ferrari. Von Williams die Knollennase, die seitlich abgeschrägten Seitenkästen und der Mini-Flügel über dem Getriebe.

Ferrari steuerte die rechteckigen Flügelelemente vor den seitlichen Lufteinlässen, die doppelte Heckflügel-Stütze sowie die Abweiser außen an den Seitenkästen bei. Von Mercedes gab es die bullige Airbox mit einem dreigeteilten ovalen Einlass, das schaufelförmige Flügelelement unter der Frontpartie und die Bargeboards mit dem Sägezahnprofil an der unteren Kante.

In der Seitenansicht wirkt die Motorabdeckung ungewöhnlich flach und lang. Der vordere Rand des Halo liegt kaum niedriger. Die Airbox verläuft wie ein riesiger Schnorchel bis zum maximal erlaubten Punkt schnurgerade, um dann scharf nach unten abzufallen. Das vergrößert den Kamm auf der Motorabdeckung, die somit weniger stark wie Anströmung des Heckflügels beeinflusst.

Neuer Williams ähnelt neuem Haas

Wie schon beim HaasF1 fand auch bei Williams die größte Entwicklungsarbeit rund um die Kühleinlässe und am vorderen Rand der Seitenkästen statt. „Wir haben unser Konzept vom letzten Jahr einen Schritt weitergeführt“, erklärte Technikdirektor Paddy Lowe. Das Schwert, das seitlich aus dem Chassis wächst ist wieder mit den Leitblechen verbunden, und die wiederum mit dem Bügelflügel.

Die rechtwinkligen Flügelelemente vor den Seitenkästen im Ferrari-Stil sind etwas weiter abgesetzt als beim Original und stehen am Rand weiter nach außen. Typisch für Williams sind die Seitenkästen wieder schlank geraten, was ein Indiz dafür ist, dass man das Konzept auf möglichst wenig Luftwiderstand zu bauen, fortsetzt. Den Abtrieb will man sich über zusätzliche Länge holen. Hier standen wohl Mercedes und Force India Pate.

Claire Williams erinnerte ihren Technikchef daran, dass der FW41 das erste Auto aus seiner Hand ist, was eine gewisse Verpflichtung bedeutet: „Paddy hat mit Mercedes ja einige Meistertitel gewonnen.“ Lowe spielte den Ball geschickt weiter, bevor sich zu viel Druck um seine Person aufbauen kann: „Es ist das Produkt eines großartigen Design-Teams.“ Das Ziel liegt für den früheren Mercedes-Ingenieur auf der Hand: „Wir waren im letzten Jahr zwei Sekunden von den Top-Teams weg. Der Rückstand muss sich drastisch reduzieren.“

Stroll ist der Referenzpunkt für das Team

Für Williams wird 2018 eine wichtige Saison. Am Ende des Jahres läuft der Vertrag mit Hauptsponsor Martini aus. Die Italiener wollen Ergebnisse sehen. Andere Teams buhlen schon jetzt um die Martini-Millionen. In der Saison muss sich zeigen, ob der WM-Fünfte den Abwärtstrend stoppen kann. Es ist auch ein Test für die 2017 neu formierte Technikmannschaft um Direktor Paddy Lowe und Aerodynamikchef Dirk de Beer. Sie ist zum ersten Mal für das Endprodukt verantwortlich.

Die Fahrerpaarung klingt nicht gerade aufregend. Mit Lance Stroll und Sergey Sirotkin sitzen zwei Fahrer in den Autos, die es zusammen auf 20 GP-Starts Erfahrung bringen. Im letzten Jahr war Stroll selbst noch der Schüler. Jetzt ist er der Referenzpunkt für das Team und die Messlatte seinen neuen Stallgefährten.

Williams musste sich bei der Ernennung von Sirotkin den Vorwurf gefallen lassen, man habe den Russen nur genommen, weil im Gepäck 32 Millionen Euro von der russischen SMP-Bank kommen sollen. So wie im Jahr zuvor, als der kanadische Milliardär Lawrence Stroll seinem Sohnemann einen Formel 1-Platz finanzierte.

Stroll hat sich besser geschlagen als erwartet. Der 19-jährige Kanadier schaufelte immerhin 40 WM-Punkte auf das Williams-Konto. Kaum weniger als Teamkapitän Felipe Massa. Auch Sirotkin ist nicht nur ein Bezahlfahrer. Nico Hülkenberg hält große Stücke von dem früheren Renault-Testfahrer: „Er ist schnell und arbeitet hart. Sirotkin hat sich ein Cockpit in der Formel 1 verdient.“

Wie hart der Mann aus Moskau an sich arbeiten will, zeigte er gleich nach seiner Ernennung zum Massa-Nachfolger. „Ab da war ich jeden Tag fünf Wochen lang in der Fabrik. Simulatorfahren, Sitz anpassen, das Team kennenlernen.“

Die meisten Schlagzeilen wird trotzdem der dritte Fahrer im Team schreiben. Robert Kubica schaffte zwar nicht den Sprung auf einen Stammplatz, doch er bekommt bei Williams die Gelegenheit, regelmäßig ein Formel 1-Auto zu fahren. In drei Freitagstrainings bei den Grand Prix und bei Testfahrten vor und während der Saison. Dann soll sich zeigen, ob der 2011 bei einem Rallye-Unfall schwer verletzte Kubica 2019 den Speed hat, den er selbst von sich erwartet. Belohnung könnte ein Cockpit für 2019 sein.

In der Galerie zeigen wir Ihnen die ersten Bilder des neuen Williams FW41.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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