7X Design GTO Vision

07/2019, 7X Design GTO Vision
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07/2019, 7X Design GTO Vision

© 7X Design

Dieser Sportwagen, der eigentlich ein 488 GTB ist, vereint viele Ferrari-Designs in sich. Bei diesem Erstlingswerk soll es nicht bleiben: 7X Design plant bereits eine Kleinserie und baut auch andere Modelle nach Kundenwunsch um.

Man muss schon zu den besonders guten Ferrari-Kunden gehören, damit man beim One-Off-Programm der Sportwagenschmiede berücksichtigt und in Maranello ein Einzelstück für einen gefertigt wird. Wer nicht zu diesem erlesenen Kreis gehört, muss sich an freie Karosseriebauer wenden, um einen Ferrari nach dem eigenen Geschmack gestalten zu lassen. Zum Beispiel an 7X Design – eine Firma, die beim Festival of Speed in Goodwood mit dem GTO Vision ihr Erstlingswerk vorgestellt hat. Darin steckt ordentlich Arbeit, schließlich entfernte 7X Design die meisten Karosserieteile und platziert stattdessen selbst designte und gefertigte Karbonteile am Ferrari-Chassis.

Design-Zitate großer Ferrari-Klassiker

Dass der Sportwagen auf dem 488 GTB basiert, ist von vorne zumindest zu erahnen. Aber bereits hier zeigen sich bei genauerem Hinsehen Unterschiede. Die beim Original komplett mit Gitter verkleidete Frontschürze trägt beim GTO Vision vertikale und horizontale Streben und wird unten von einem Frontsplitter begrenzt. Außerdem sitzen hier nun Zusatzscheinwerfer, die denen der Achtzigerjahre-Ferrari-Ikonen 288 GTO, Testarossa und 328 ähneln. Auch die Hauptscheinwerfer sehen nun anderes aus: Sie sind oben schmaler, unten aber bauchiger als beim 488er.

Überhaupt wimmelt es am GTO Vision von 7X Design vor Zitaten vergangener und aktueller Ferrari-Modelle. Den seitlichen Lufteinlass sah man so ähnlich, jedoch deutlich kleiner, zum Beispiel beim 250 LM und beim Dino 246 aus den Sechzigerjahren. Die Partie rund um B- und C-Säule erinnert an Vertreter der Aperta-Range oder One-Off-Modelle wie den SP12 EC – und wieder an 288 GTO und F40. Drei Entlüftungsschlitze hinter den Hinterrädern hatte – einmal mehr – der 288 GTO; beim F40 waren es vier. Beim Blick auf die beiden Flügelstummel am Heck kommt Ferrari-Kennern unweigerlich der FXX in den Sinn.

Hinten ähnelt der GTO Vision dem LaFerrari

Ein weiteres F40-Zitat ist die transparente Kunststoff-Abdeckung über dem Biturbo-V8. Das umfassend vergitterte Heck wiederum erinnert an den LaFerrari. Fraglich ist allerdings, ob der mächtige Diffusor einen ähnlich hohen Anpressdruck generiert oder ob er doch eher Showzwecken dient. Bei den Heckleuchten und Auspuff-Endrohren gibt sich dann wieder das Basisauto zu erkennen.

Das bleibt technisch offensichtlich unangetastet; zumindest erzählt 7X Design auf seiner Internetseite nichts von Motor-Tuning oder Fahrwerksanpassungen. Der doppelt aufgeladene 3,9-Liter-V8-Mittelmotor dürfte also weiterhin 670 PS leisten und maximal 760 Newtonmeter auf die Hinterräder loslassen. Ob sich die Fahrleistungen des 488 GTB – 3,0 Sekunden von Null auf Hundert, über 330 km/h Topspeed – mit dem GTO Vision reproduzieren lassen, hängt in erster Linie davon ab, wie sich die gestalterischen Änderungen auf die Aerodynamik auswirken.

Kleinserie von fünf Exemplaren geplant

Sechs bis neun Monate veranschlagt 7X Design für eine Neugestaltung im Stil des GTO Vision, von der ersten Skizze bis zum fertigen 3D-Entwurf. Wie lang es genau dauert, hängt vom Basisauto und den Anforderungen des Kunden ab. Und von dessen Mitarbeit, denn 7X Design legt Wert darauf, während des Prozesses regelmäßig Feedback von seinen Auftraggebern zu erhalten, ob sich das Projekt in die richtige Richtung entwickelt. Bis das Auto dann fertig gebaut ist, vergeht etwa es ein weiteres halbes bis volles Jahr.

Der Karosseriebauer lässt sich den Aufwand fürstlich entlohnen: 1,8 Millionen Euro kostet ein Umbau, wobei das Basisauto noch nicht inkludiert ist. Wer unbedingt den GTO Vision haben möchte, kommt günstiger davon: Jedes der fünf geplanten Exemplare kostet 1,35 Millionen Euro. Allerdings muss der Kunde den dafür nötigen 488 GTB oder dessen Nachfolger F8 Tributo selbst mitbringen.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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