Audi auf der CES 2019

Der Fahrer lenkt, der Passagier auf dem Rücksitz fliegt
währendessen zum Beispiel im Raumschiff durch das All. Natürlich
virtuell, als Medieninhalt, der die Bewegungsdaten des Autos
adaptiert.
Bild 1 von 8

Der Fahrer lenkt, der Passagier auf dem Rücksitz fliegt währendessen zum Beispiel im Raumschiff durch das All. Natürlich virtuell, als Medieninhalt, der die Bewegungsdaten des Autos adaptiert.

© Audi
07.01.2019 - 20:54 Uhr von Bernd Conrad

Durchs Weltall jagen, während das Auto in der Stadt unterwegs ist? Mit Virtual Reality wird das für die Mitfahrer möglich sein. Holoride, ein von Audi mitgeründetes Start-up, zeigt die Technik auf der CES.

Das Automobil wandelt sich zum oft zitierten „dritten Raum“ neben dem Zuhause und der Arbeitsstelle. Wer in Megacitys viel Zeit im Stau verbringt oder wer künftig im autonom fahrenden Auto sitzt und sich nicht ums Steuern kümmern muss, soll unterhalten werden.

Auch Audi zeigt auf der CES (Consumer Electronics Show, 8.-11. Januar 2019) in Las Vegas Ideen für Entertainmentinhalte im Auto.

Kooperation mit Disney

Zusammen mit dem Mediengiganten Disney wurde das Virtual-Reality-Erlebnis „Mavel’s Avengers: Rocket’s Rescue Run“ entwickelt. Passagiere auf der Rücksitzbank eines Aud E-Tron sollen mit Hilfe von Virtual-Reality-Brillen in fremde Welten eintauchen.

Während man in der virtuellen Realität in einem Raumschiff sitzt und sich den Weg durch ein Asteroidenfeld bahnen muss, überträgt die Software jede Bewegung des Autos in Echtzeit auf den Inhalt. Fährt der Audi in eine Rechtskurve, fliegt auch das Raumschiff in diese Richtung. Auch Beschleunigungen und Bremsvorgänge werden auf die virtuelle Welt übertragen.

Audi möchte die neue Unterhaltungstechnologie nicht nur den eigenen Kunden anbieten, sondern die Plattform auch anderen Autoherstellern sowie Entwicklern entsprechender Medieninhalte zur Verfügung stellen.

Das von Audi mitgegründete Start-up Holoride soll für die offene Plattform neue Partner akquirieren. „Kreative Köpfe werden auf unserer Plattform faszinierende Welten erschaffen und den Weg von A nach B zur Erlebnisfahrt machen“, erklärt Nils Wollny. Der Leiter Digital Business bei Audi wird in Zukunft Chef von Holoride. Er unterstreicht den Ansatz, möglichst viele Partner mit an Bord zu holen. „Dieses neue Entertainment-Segment erschließen wir nur gemeinsam, mit einem offenen Ansatz für Fahrzeug-, Device- und Content-Produzenten.“

Holoride wird ein Entwicklungs-Kit für die Software zur Verfügung stellen, das die Verbindung der Bewegungsdaten des Fahrzeugs mit der Übertragung auf die Inhalte bildet. Damit sollen sich nicht nur speziell produzierte Bilder integrieren lassen. Die Entwickler versprechen auch, dass herkömmliche Filme oder Serien sich ohne großes Risiko für eine Reiseübelkeit ansehen lassen werden, da die gefühlten Bewegungen während der Fahrt synchron zum visuellen Erlebnis unter der VR-Brille laufen.

Marktreife in drei Jahren

In drei Jahren soll das neuartige Entertainmentangebot für handelsübliche VR-Brillen auf den Markt kommen. In einem nächsten Schritt will Holoride auch Daten aus der Car-to-X-Kommunikation mit einbeziehen. Eine rote Ampel in der echten Welt könnte dann zum Beispiel ein Hindernis in der Handlung darstellen, edukative Inhalte könnten beim Stopp mit einer kurzen Quizrunde unterbrochen werden.

Gut möglich, dass manche Menschen den „dritten Raum“ also bald dem heimischen Sofa vorziehen. Das bewegt sich nämlich meistens nicht. Was machnmal auch für ein Auto gilt. Auch hier will man für Spaß sorgen.

Immersive In-Car-Entertainment

In einem weiteren Schritt will Holoride nicht nur für Unterhaltung während einer Fahrt sorgen, sondern das Auto auch unabhängig vom Mobilitätsbedürfnis zum gern genutzten Lebensraum machen.

Das Projekt „Audi Immersive In-Car-Entertainment“ soll für ein ganzheitliches Entertainment-Erlebnis im geparkten Auto sorgen. Bewegungen aus Film- oder Spielszenen werden in Bewegungen des Autos übersetzt, in dem zum Beispiel die Stoßdämpfer zu arbeiten beginnen. Auch Interieurelemente wie Armlehnen, per Luftkissen aufblasbare Sitzkissen sowie Motoren in den Sitzen, die Vibrationen verursachen können, sollen für die Unterhaltung der Insassen in Bewegung geraten.

Sollten Passanten ein wild auf und ab federndes Auto am Straßenrand sehen, könnte es in Zukunft also gut sein, dass darin gerade ein Hindernislauf als Computerspiel stattfindet.

Auf der CES demonstriert Audi die Möglichkeiten mit einem aktuellen A8. Ein großer Bildschirm vor dem Auto zeigt Szenen aus Action-Filmen. Der A8 kommt dabei mit einem optionalen Aktivfahrwerk in Bewegung, das in Kürze in die Preisliste kommt. Das neue Fahrwerk kann jedes der vier Räder innerhalb von fünf Zehntelsekunden mit bis zu 1.100 Nm be- oder entlasten und somit schon in der Gegenwart für ein komfortables Fahrgefühl sorgen.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
Kommentare
Top-Themen
RM Sotheby's versteigert in vier Auktionen 140 Youngtimer aus einer Sammlung, darunter Sportwagen der 90er und seltene ...mehr
Erst Carlos Sainz, dann Lando Norris: McLaren mischte an den ersten beiden Testtagen von Barcelona ganz vorne mit.mehr
Mercedes gibt seine Favoritenrolle an Ferrari ab. Zum ersten Mal räumt der Titelverteidiger ein, dass sein neues Auto ...mehr
Anzeige
Auto Motor und Sport
Video
Tankstellen-Suche
Hier finden Sie günstige Tankstellen in Ihrer Nähe
Anzeige
Anzeige
Highlights
In einer guten Welt würde der Beginn des Artikels so beginnen: Alfa Romeo wird 2020 ins Lkw-Geschäft einsteigen und hat einen ersten Prototypen des kommenden Sattelzugs vorgestellt.mehr
Graues Papier, rosa Papier, kleines Plastikkärtchen: In Portemonnaies stecken diverse Typen von Führerscheinen. Bis 2033 müssen sie in neue EU-Dokumente ausgetauscht werden - ...mehr
E-Mobilität
Elektroauto-Absatz in China auf Höhenflug
In China werden immer mehr Elektroautos verkauft. Im Januar näherten sich die Verkaufszahlen der 100.000er Grenze.mehr