BMW Alpina D3: Das kleine Nagel-Tier

BMW Alpina D3
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BMW Alpina D3

 

Mit seinem hochgezüchteten Diesel-Vierzylinder wildert der BMW Alpina D3 ungeniert in Sechszylinder-Gefilden. Test des 200 PS starken Spar-Spaß-Modells aus dem Allgäu.

Vierhundertzehn Newtonmeter ab 2.000 Touren schieben das feine Auto an. Der D3 geht tierisch gut, seine Kraftentfaltung bei mittlerer und höherer Drehzahl setzt Maßstäbe. In nur 7,4 Sekunden spurtet der BMW Alpina D3 von Null auf 100 km/h. Und auch danach geht es ungezügelt weiter, der Motor lässt sich willig drehen. Doch seine Akustik kann nicht recht begeistern, denn er ist und bleibt ein Diesel: rau, unüberhörbar und stets präsent.

Andererseits: Kaum zu glauben, dass nur ein Vierzylinder-Diesel mit zwei Liter Hubraum unter der Motorhaube sitzt. Mit 200 PS erreicht er ein Leistungsniveau, das bislang größeren Sechszylindern vorbehalten blieb. Derzeit ist der D3 das Einsteigermodell des Kleinserienherstellers aus dem Allgäu, preislich liegt er mit 35.900 Euro zwischen den von BMW angebotenen Selbstzündern 320d und 330d. Prinzipbedingt bleibt dem Motor aber kurz oberhalb der Leerlaufdrehzahl etwas die Puste weg: Beim Wechsel vom Saug- in den Turbobetrieb entsteht immer ein Loch, und sei es noch so klein. Merklich schlechter als im 320d geht der von Alpina hochgekitzelte Zweiliter in diesem kritischen Bereich jedoch nicht. Dafür wurde viel Feinarbeit geleistet. Um einen Turbodiesel stärker zu machen, hätte man sich aufs Chiptuning beschränken können. Damit wäre zwar mehr Kraftstoff eingespritzt worden, die Luftmenge aber gleich geblieben – was für höheren Verbrauch und mehr Abgasemissionen gesorgt hätte.

Darum entwickelten die Motorentüftler von Alpina zusammen mit Garrett einen sehr speziellen Turbolader. Dank der Kombination aus drehfreudiger kleiner Turbine, großem Verdichter und dem großem Ladeluftkühler vom BMW 330d wird mehr Ansaugluft gefördert. Das Mehr an Kraftstoff ist natürlich auf den Eingriff in die Bosch-Motorelektronik zurückzuführen. Dazu kamen die größeren Magnetventil-Injektoren vom 330d, sonst blieb der Motor unverändert. Ergebnis: viel Power, wenig Emissionen (die überdies via Partikelfilter gereinigt werden), sehr geringer Verbrauch. Mehr als neun Liter pro 100 km im Schnitt genehmigte sich das Auto selten.

Gut gelungen ist im D3 die Überarbeitung des Dreier-Fahrwerks. Zum einen behält er dank dem vergleichsweise leichten Motor – er ist nur zehn Kilogramm schwerer als im 320d – die vorteilhafte Achslast-Gewichtsverteilung von fast 50:50. Zum anderen erhielt das Sportfahrwerk (Karosserie vorn 20, hinten 15 Millimeter tiefer) straffere Stabilisatoren sowie geänderte Federn und Dämpfer.

Fazit: Der Alpina D3 - den es auch als Touring gibt - ist ein verlockendes Angebot für Vielfahrer. Sportliche Fahrernaturen kommen indes nur teilweise auf ihre Kosten. Sie sollten auf den neuen B3 mit aufgeladenem Dreiliter-Benziner warten, der Ende 2007 debütieren wird.

Technische Daten:

3er Reihe

Motor:Reihenmotor
Zylinder:4
Hubraum:1995 cm³
Leistung: 147 KW (200 PS)
Drehmoment (bei U/min): 410 (2000)
Leergewicht:1460 kg
Beschleunigung (0-100 km/h):7.4 s
Höchstgeschwindigkeit:238 km/h
Kraftstoff:Diesel
Grundpreis:35.900 €

Quelle: www.auto-motor-und-sport.de - Alle Rechte vorbehalten. - Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Motor-Presse Stuttgart
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