BMW Concept 4 Series Coupé

BMW Concept 5
Bild 1 von 21

BMW Concept 5

© BMW

Auf der IAA zeigt BMW das Concept 4 Series Coupé. Es gibt einen Ausblick auf den neuen 4er, der in der zweiten Generation 2020 eine komplett neue Front bekommt und noch deutlich sportlicher wird.

Die große vertikale Niere ist zurück. BMW zeigt sie erstmals auf der Internationalen Automobilausstelung (IAA) in Frankfurt. Am BMW Concept 4 Series Coupé ist sie nicht mehr – wie bei den aktuellen BMW Modellen gängig – breit und flach gehalten, sondern reicht von der Motorhaube bis über die untere Frontschürze. Laut BMW ist das Konzeptfahrzeug „eine Vorkommunikation für das, was in der Serie kommen könnte“. Die Bayern bleiben bewusst im Konjunktiv, fügen aber hinzu: „Das Concept gibt einen ca. 80-90-Prozent-Ausblick auf die Serie.“

Hinsichtlich der Front schafft BMW offiziell Klarheit darüber, dass hier das neue 4er-Gesicht zu sehen ist. Wir erwarten es schon beim 2020er Coupé. Es soll, so der Münchner Hersteller, „dem Fahrzeug einen eigenen Charakter und eine hohe Exklusivität geben“ .

Traditionell sind Konzeptfahrzeuge bei BMW keine reinen Spielwiesen für die Designer. Erinnern wir uns zum Beispiel an das Concept 8: 2017 erstmals gezeigt und 2018 quasi genau so als 8er in Serie gebracht.

Niere ist das Hauptmerkmal des neuen 4ers

Das Concept 4 Series Coupé gibt als klassisches Coupé einen Ausblick auf die sportlichste Variante des 4ers. Weil der auf der CLAR-Plattform steht, weichen die Außenmaße des Konzepts kaum vom noch aktuellen Modell ab. Die aggressiv-sportliche Frontgestaltung gibt dem Neuen aber trotzdem einen deutlich kräftigeren Auftritt. Grimmig schaut das Concept 4 Series Coupé aus den flachen und nach innen angestellten Vieraugen-Scheinwerfern. BMW spielt besonders mit der Dreidimensionalität in der LED-Lichtanlage – beim Konzept wird sie durch das fehlende Schutzglas hervorgehoben. Im Serienmodell wird Letzteres aber natürlich vorhanden sein.

Die prominente Niere in der Mitte glänzt beim BMW Concept 4 Series Coupé mit einer Aluminiumstruktur im sogenanntem Facettenschliff. In der zweiten Ebene trägt sie eine Kunststoffverkleidung, deren Struktur die Zahl Vier vielfach darstellt und auch die T-förmigen Lufteinlässe links und rechts ziert. Die Niere selbst ist nicht – wie beim von BMW genannten Vorbild BMW 328 von 1937 – rund, sondern als abgerundetes Doppel-Achteck geformt. Wir erkennen auch den E21 wieder. Jede der oberen Nierenecken löst eine Linie auf der langen Motorhaube aus. Wie die Erlkönig-Bilder des 4ers auf der Nordschleife zeigen, wird die Haube beim Serienmodell aber wohl weniger skulptural als beim Konzept geformt sein.

Breiter Stand, schlanke Taille

Dahinter zeichnen die BMW-Designer die klassische Coupé-Silhouette weiter. Seitlich dominiert eine – statt der bekannten Seitenlinie in Höhe der Türgriffe – tief herunter gezogene Hauptlinie. Sie soll, so BMW, „einen tiefen Schwerpunkt“ vermitteln. Wie konsequent das beim Serien-4er aussehen wird, lässt sich auf den aktuellen Erlkönig-Bildern noch nicht klar erkennen. Dass die direkt aus der unteren Fensterleiste abgeleiteten Spiegel in dieser Form nicht auf die Straße finden werden, ist indes sicher. Statt Glas nutzen sie poliertes Aluminium als Spiegelfläche. Schicke Spielerei: Auf der Außenseite wurde das BMW-Logo „schwebend“ eingraviert.

Die unterhalb der Türgriffe nach innen zulaufenden Türen geben beim BMW Concept 4 Series Coupé den Weg frei für den Strom aus den Luftauslässen hinter der Vorderachse. Bei aller sportlichen Breite geben sie dem Fahrzeug eine schlanke Taille.

Auf Höhe der Hinterachse ist damit Schluss. Das Heck fokussiert beim Concept 4 Series Coupé den, wie BMW sagt, „breiten Stand“. Hinter einem schmal zulaufenden Greenhouse stellen sich, zugegeben anatomisch nicht ganz korrekt, breite Schultern heraus. Durch 21-Zoll Felgen mit dreidimensionaler Struktur kommen sie noch kräftiger daher. Die fünf Speichen sind außen hochglanzpoliert, während zurückgesetzte Flächen matt geschliffen wurden.

In der Heckansicht dominiert die markante horizontale Aufteilung. Eine leicht nach oben gezogene Hecklippe thront über mehreren Querlinien. Die BMW-typisch L-förmigen Heckleuchten tragen, wie die Scheinwerfer, zugunsten der Dreidimensionalität kein Schutzglas. Ihre geschwungene Form bezeichnet BMW als „ Heartbeat-Optik“. Der brachiale Diffusor des Concept 4 Series Coupés wird so wohl höchstens im M-Modell des 4ers kommen. Er ist sticht sich mit seiner schwarzen Metallic-Lackierung heraus und wird beidseitig von der Auspuffanlage und den tiefen Luftauslässen flankiert.

Beim Zurücktreten von der Studie fällt auf, dass jede der Flächen in einer anderen Farbe zu schimmern scheint. Verantwortlich dafür ist die „Forbidden Red“ genannte Lackierung. In vielen Schichten aufgetragen scheint der Lack in Tiefrot bis beinahe Schwarz und wirkt je nach Betrachtungswinkel hochglänzend bis matt. Harte und weiche Linien des Modells heben die Lackierung deutlich hervor, sie wird aber der Studie vorbehalten bleiben.

Innereien bleiben noch geheim

Die BMW 4er-Studie skizziert ausschließlich die äußere Erscheinung des zukünftigen 4ers. Einen Blick auf den Innenraum gewährt BMW noch nicht. Auch über die Motorisierungen und Antriebsvarianten schweigt man bislang, sie dürften aber aus dem 3er-Regal stammen. Benziner werden wohl beim 420i mit 184 PS starten, Diesel beim 420d mit 190 PS. Als Hybrid wird der 430e mit 292 PS erwartet. Das Topmodell M4 wird mit einem Reihensechszylinder Twin-Turbo mit drei Litern Hubraum und 480 PS kommen. Die Competition-Version leistet aller Voraussicht nach wie die Konkurrenz von AMG 510 PS.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
Top-Themen
Ferrari, Rolls-Royce, Lexus: An der Spitze der Flop 50 befinden sich die üblichen Verdächtigen. Dennoch sind die ...mehr
Für jedes Auto gibt es Für und Wider. Die Kollegen  von auto motor und sport haben sich die meisten Neuheiten der IAA ...mehr
Haben Sie schon einmal versucht, das falsche Auto aufzuschließen? Oder Ihren parkenden Wagen nicht wiedergefunden?mehr
Anzeige