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BMW Infotainment 2019 Option Alternative Smartphone
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BMW Infotainment 2019 Option Alternative Smartphone

© Hersteller / ams

BMW kassiert künftig für Connectivity-Funktionen im Auto. Der Funktionsumfang ist groß, aber auch teuer. Wir zeigen Ihnen, wie Sie bares Geld sparen.

Einem bedingt nachvollziehbaren Trend folgend, legen nach und nach alle Automobilhersteller eigene Smartphone-Apps auf, mit denen Sie etwa der Benzin-Füllstand von der heimischen Couch aus überprüfen können. Eine Information, die man noch vor wenigen Jahren auf der Couch nicht schmerzlich vermisst hat. BMW setzt auf die Frage „Wer braucht das eigentlich?“ noch eins drauf, nämlich: „ Wer will dafür jährlich ein paar Hundert Euro extra zahlen?“. Wenn Sie nun jemand sind, der Letzteres in Sekundenbruchteilen mit „Ich nicht!“ beantworten kann, haben wir eine Alternative für Sie, die lediglich einen Bruchteil kostet.

Dafür müssen wir aber zunächst den von BMW gebotenen Funktionsumfang abstecken, um zu ermitteln was es alles abzudecken gilt. Zunächst braucht das Auto natürlich die entsprechende Hardware. Das große Infotainment-System kostet 2.800 Euro – behalten wir im Hinterkopf. Würde man nun jeden der elektronischen Services unsinnigerweise einzeln buchen, käme man auf jährliche (!) Kosten von 835 Euro, für ein Auto, das man eigentlich schon gekauft hat.

Das kann der BMW

Im Umfang befindet sich zunächst eine fest verbaute SIM-Karte – die Basis aller onlinebasierten Dienste. Damit kann der voll ausgestattete BMW dann komplexe Sprachbefehle á la Mercedes MBUX verarbeiten, freie Parkplätze in der Umgebung anzeigen, Echtzeit-Verkehrsdaten ins Navi spielen, das Kartenmaterial via Mobilfunk aktuell halten, Musik streamen, Microsoft Office 365 integrieren, das iPhone per Apple CarPlay koppeln, per Concierge Service zu Sonderzielen navigieren, ein Online-Fahrtenbuch führen, einen WLAN-Hotspot für bis zu zehn Endgeräte einrichten und das Wetter anzeigen. Oder, Sie nehmen einfach ein Smartphone.

Wenn Sie das Auto kaufen und zehn Jahre fahren, summieren sich die Kosten losgelöst von sonstigen Wartungs- und Fix-Kosten auf 11.150 Euro. Fun Fact: Wer über digitalen Radioempfang über DAB möchte, zahlt nochmal 320 Euro extra. Den gleichen Zeitraum füllen wir nun mit einer Low-Budget-Lösung – natürlich ohne zu wissen, wie sich die Kosten in den kommenden Jahren entwickeln. Bitte verstehen Sie das also als Momentaufnahme.

Das kann die Alternative

Zunächst brauchen wir als Basis auch eine SIM-Karte zum Empfang und Versand im mobilen Datennetz. Nur bauen wir uns noch ein zeitgemäßes Smartphone drumherum. Exemplarisch picken wir uns mal ein iPhone X mit 14 Gigabyte monatlichem Datenvolumen im Vodafone-LTE-Netz heraus. Die Hardware kostet einmalig 329 Euro und damit schon mal 2.470 Euro günstiger als bei BMW (ja, wir wissen auch, dass man hier noch pro Monat im Vertrag löhnt). Die monatlichen Kosten für den Datentarif liegen bei 42 Euro.

Dazu addieren wir einen Musikstreaming-Dienst. Welcher das ist, macht preislich keinen Unterschied – die Main„stream“ing-Dienste kosten alle einen Zehner pro Monat. Aktuelles Kartenmaterial gibt es von Google Maps kostenlos, das Wetter sehe ich mit Blick aus dem Fenster und bei Bedarf ortsgebunden im Smartphone. Ein Sprachassistent ist mit Siri oder dem Google Assistant ebenfalls gratis enthalten. Ein digitales Fahrtenbuch gibt’s im App-Store für einmalig 4,99 Euro (z.B. Driverslog Pro). Fehlt noch eine Smartphone-Halterung für’s Auto, und da bewegen wir uns mit einem Invest von 20 Euro bereits im Premium-Segment. Wenn wir nun in der Rechnung außen vor lassen, dass ein Mobilfunk-Vertrag alle 24 Monate günstiger wird und sich eventuell auch die monatlichen Preise für Streaming-Dienste ändern könnten, kommen wir nach zehn Jahren auf einen Betrag von 5.513,99. Das ist ziemlich genau die Hälfte von dem, was BMW über diesen Zeitraum verlangt (sofern auch bei den Münchenern die Preise unverändert bleiben).

Kleine Abstriche

Natürlich genießt man mit der Low Budget-Version nicht den exakt gleichen Komfort. So werden Richtungsanweisungen einer aktiven Navigation beispielsweise nicht im Head-Up-Display angezeigt, wenn sie vom Smartphone kommen. Auch gut, sparen Sie direkt zweimal, weil Sie auf das optionale Head-Up-Display auch direkt verzichten können. Aber Spaß bei Seite. Die Implementierung ins System läuft selten stabiler, als ein von sich aus komplettes System. Gestensteuerung, Bedienung per Multifunktionslenkrad oder iDrive sind mit einem Smartphone als Headunit nicht möglich. Sie müssen außerdem auf Dienste verzichten, die BMW wie folgt beschreibt:

„Mit den In-Car Experiences kümmert sich Ihr BMW zudem um Ihr Wohlbefinden. Auf Wunsch kann er Sie erfrischen, wenn Sie müde sind, oder nach einem Tag voller Stress für Entspannung sorgen.“

Äh, was? Reicht die Karre gekühlte Getränke mit erhöhtem Koffein-Anteil und massiert mir die Schläfen? Nein, gemeint ist die Verarbeitung komplexer Sprachbefehle wie etwa „Ich bin müde“. Als Antwort bekommen Sie kalte Luft ins Gesicht geblasen und das geht eben nur mit zugebuchten Connected-Diensten. Man könnte natürlich auch die Hände nehmen, um die Lüftungsdüse Richtung Antlitz zu drehen, aber wer will das schon?

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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