Bollinger B2 Pick-up

10/2018, Bollinger B2 Pick-up
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10/2018, Bollinger B2 Pick-up

© Bollinger Motors
11.10.2018 - 15:44 Uhr von Thomas Harloff

Geländewagen mit Elektroantrieb aus den USA: Mit dem B2 entwickelt das Start-up Bollinger eine kernige, aber emissionsfreie Reinkarnation des Land Rover Defender. 2020 soll der 388 kW / 527 PS starke Allradler auf den Markt kommen.

Bollinger B2: Was klingt wie ein gepanschter Wein, ist in Wahrheit ein Geländewagen aus den USA. Richtig gelesen: Die Elektroautos von Bollinger – der kürzere B1 existiert schon seit einem Jahr – mögen fast so heißen wie eine Rotweinsorte und ähnlich aussehen wie die britische Geländewagen-Ikone Land Rover Defender, stammen aber aus dem US-Bundesstaat New York. Das erst 2014 gegründete und nach dem Gründer Robert Bollinger benannte Start-up befindet sich im Wettstreit mit zwei echten Giganten. Erstens Tesla, das 2020 einen elektrisch angetriebenen Pick-up auf den Markt bringen will. Für dasselbe Jahr kündigte der britische Chemiekonzern Ineos eine Neuauflage des Defenders an. Allerdings nicht als reiner Stromer, sondern als Hybridauto.

Die Reichweite der 120-kWh-Batterie: 322 km

Auch Bollinger will 2020 mit der Serienproduktion starten. Beim B2 haben die New Yorker nun die CAD-Entwicklung abgeschlossen, Anfang 2019 soll es einen ersten Prototypen geben. Dafür sind die technischen Daten aber schon ziemlich konkret. Für jede Achse ist ein Elektromotor zuständig, was den Bollinger B2 zum Allradler macht. Die Gesamtleistung soll 388 kW / 527 PS und das maximale Drehmoment 697 Newtonmeter betragen. Den Sprint von 0 auf 60 mph (96,6 km/h) soll der Elektro-Offroader in 6,5 Sekunden absolvieren, bei 161 km/h ist laut Werksangaben Schluss mit der Beschleunigung.

Die 120-Kilowattstunden-Batterie ist im Wagenboden installiert und soll genug Energie für 322 elektrisch gefahrene Kilometer liefern. Rekuperieren soll der Bollinger ebenso können wie besonders schnell laden: Nutzt man den amerikanischen DC-Fast-Ladestandard, soll eine leere Batterie bereits nach 75 Minuten wieder mit Elektroenergie vollgetankt sein. Mit anderen Standards kann das bis zu zehn Stunden dauern.

Platz für Vier und reichlich Ladung

Der B2 bietet Platz für vier Insassen, wiegt knapp 2,3 Tonnen und soll noch einmal genauso viel zuladen können. Die Anhängelast gibt Bollinger mit 3,4 Tonnen an. Die Ladefläche ist 1,2 Meter breit und 1,75 Meter lang, kann aber in den Innenraum verlängert werden, indem die Rückwand des Cockpits geöffnet und die hinteren Sitze umgeklappt werden. Dann steht eine knapp 2,5 Meter lange Fläche zur Verfügung. Weil unter der vorderen Haube kein Motor sitzt, ist hier ein zusätzlicher Kofferraum untergebracht. Insgesamt misst der Bollinger 5,27 Meter in der Länge, 2,26 Meter in der Breite (inklusive Außenspiegel) und 1,85 Meter in der Höhe. Der Radstand beträgt 3,53 Meter.

Natürlich geht es bei einem Auto, das so kernig auftritt, auch um die Geländegängigkeit. Und da scheint der B2 gute Voraussetzungen mitzubringen. Seine Bodenfreiheit beträgt bis zu 50 Zentimeter. Die mit 285/70er-Reifen bezogenen 17-Zoll-Räder sollen einen Spielraum von 25 Zentimetern bieten, was auf Verschränkungspassagen wichtig wird.

Nichts für Sicherheitsfanatiker

Bestellungen nimmt Bollinger übrigens bereits entgegen. Dabei stehen bisher weder die Preise des B1 noch des B2 fest. Nachdem sie den Heimatmarkt erobert haben, wollen die Amerikaner auch in den Export gehen. Dafür streben sie Zulassungen in Kanada, der EU, Australien und Neuseeland an. Folgerichtig sind auch rechtsgelenkte Exemplare geplant. Sicherheitsfanatiker dürften sich aber schwertun mit den Offroadern von Bollinger: Airbags werden nicht an Bord sein, Sitzgurte müssen als passives Sicherheits-Feature reichen.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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