BOS Technology Services

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© BOS Technology Services GmbH

Standard-Teile kombinieren, clevere Technologien beim Bau verwenden und fertig ist das eigene Auto für die Firma – wenn es nach dem Zulieferer BOS geht, könnte das bald zu einer echten Option für Unternehmen auf der ganzen Welt werden.

Der Zulieferer aus dem Raum Stuttgart, der sonst Beschattungs-, Dach- und Gepäcksysteme fertigt, will mit einem Projekt-Baukasten Unternehmen das nötige Handwerkszeug geben, um schnell und einfach eigene Autos bauen zu können. Das soll lange, komplexe Entwicklungszyklen vermeiden und Kosten sparen. Zum Beweis stellte BOS bereits ein Modell vor.

Aus Zufall heraus entstanden

„2017 hat BOS uns mit dem Ziel gegründet, neue Technologien ins Unternehmen einzubringen und neue Geschäftsfelder zu erschließen“, berichtet Axel Ziethe, Geschäftsführer der Tochter BOS Technology Services GmbH (BTS). Über einen Faserverbund-Experten entstand dann der Kontakt zu einem Projekt, das Elektrolieferwagen für die Schweizer Post entwickeln sollte. Ein chinesischer Investor übernahm das Projekt schlussendlich und hat dann in Kooperation mit BTS ein eigenes Fahrzeug für den chinesischen Markt entwickelt. „ Vom ersten Gespräch bis zum fertigen Prototypen hat es gerade mal acht Monate gedauert“, erklärt Ziethe.

Weil BTS viele vorhandene Komponenten verwendete und bei Neuentwicklungen auf Kooperationen baute, war der Aufwand gering: „ Wir haben das Auto quasi um die vorhandenen Komponenten wie Sitze, Lenkung, Leuchten oder auch die Klimaanlage herum gebaut. Das Design kam von einem Stuttgarter Spezialisten. Leistung, Reichweite und Antriebsart gab der Investor vor.“ Produziert wird die BTS-Entwicklung jetzt in China.

Die Einfachheit des Konzepts lockte ein australisches Start-up an, das nördlich von Adelaide eine umgelabelte Version des E-Transporters fertigen will. Dort hat der Kleinstlieferwagen mit einer Spitzenleistung von bis zu 61 PS bereits so viel Aufmerksamkeit erregt, dass er jetzt für 40.000 australische Dollar (ungefähr 24.800 Euro) angeboten wird.

Flexibilität statt Kompromisse

Um auch in Deutschland zu demonstrieren, wie einfach Autobauen ist, hat BTS nun den nach eigenen Plänen in China gefertigten Prototypen mithilfe der Transsibirischen Eisenbahn nach Deutschland geholt. Aktuell stellt Ziethe das Projekt Experten und Firmen vor: „ Wir haben vor allem viele Logistik-Unternehmen im Haus, die so etwas besonders für das Thema Last Mile spannend finden“. Die möglichen Ansprüche von deutschen Interessenten und die hier geltenden Auflagen seien dabei „die ultimative Messlatte“.

Beim Ortstermin in Ostfildern durften wir auf dem Gelände des Mittelständlers bereits Hand anlegen und einige Runden über den Hof drehen. Auch wenn der Prototyp natürlich nicht für den deutschen Markt gedacht war, fühlt er sich schon nach einem vollwertigen Auto an. Die direkte Lenkung, die durchaus brauchbare Leistung machen eine guten Eindruck. Nur ein markantes Piepen stört den Erstnutzer. Es ist aber den Nutzungsszenarien im chinesischen Betrieb mit vielen Fußgängern geschuldet.

Nische statt Konkurrenz

Will BTS nun überall neuen Autobauern helfen, den etablierten Herstellern Konkurrenz zu machen? „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu den klassischen Herstellern, sondern wollen mit unserer Flexibilität Nischen besetzen“, winkt Ziethe ab. Welche Gesetze, Materialien und geografischen Vorgaben zugrunde liegen, sei dabei nebensächlich. Der Baukasten kommt immer individuell und abhängig von den Kundenwünschen zum Einsatz. Größere Freiheiten würden die Techniker allerdings durchaus reizen.

Besonders bei alternativen Antrieben könnte das Konzept aber eine spannende Möglichkeit sein, neue Technologien in kleiner Auflage im Alltag zu testen. Denn je nach Ansatz und Vorgaben reichen bereits wenige Tausend Exemplare, um profitabel zu sein.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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