Chevrolet Bolt EUV (2021): 402 Kilometer Reichweite und Super Cruise

Chevrolet Bolt EUV (2021): 402 Kilometer Reichweite und Super
Cruise
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Chevrolet Bolt EUV (2021): 402 Kilometer Reichweite und Super Cruise

© General Motors

Beim Thema Elektromobilität setzt Chevrolet voll auf den Bolt. Der Kompakt-Stromer wird 2021 renoviert und bekommt ein SUV-Brüderchen. Der Chevrolet Bolt EUV wartet zudem mit dem neuen Assistenzsystem Super Cruise auf.

Chevrolet renoviert den Bolt EV und stellt dem Elektro-Klassiker zum Neustart gleich einen passenden SUV zur Seite. Der wird, in Anlehnung an den Namen des Schwestermodells, Bolt EUV heißen. Beide Modelle gehen im Sommer 2021 in Produktion. Die Preise stehen bereits fest: Der Chevrolet Bolt EV wird mindestens 31.995 Dollar (aktuell umgerechnet etwa 26.400 Euro) kosten; damit ist er 5.000 Dollar (gut 4.100 Euro) günstiger als das Vor-Facelift-Modell. Die EUV-Version ist 2.000 Dollar (ungefähr 1.650 Euro) teurer als der Bolt EV.

EUV steht, dafür braucht es wenig Fantasie, für "Electric Utility Vehicle". Also kein klassischer SUV, sondern ein Crossover-Mittelding zwischen Hochdach-Kombi und Spaßauto. Bolt EV und EUV nutzen dasselbe Antriebs-Layout: Der 150 kW / 204 PS starke Elektromotor, der ein maximales Drehmoment von 360 Newtonmetern liefert, wirkt auf die Vorderachse. Ihre Energie zieht die Maschine aus einem im Unterboden zwischen den Achsen positionierten, 430 Kilogramm schweren und aus 288 Zellen bestehenden 65-Kilowattstunden-Lithium-Ionen-Akku. Die Reichweiten unterscheiden sich leicht: Für den Bolt EV gibt Chevrolet 416 Kilometer an; der Bolt EUV soll mit einer Ladung 402 Kilometer schaffen. Die Rekuperation steuert der Fahrer per Tastendruck über die verschiedenen Fahrmodi.

Ein Kabel, zwei Stecker

Die Batterie lässt sich entweder mit an einer normalen Haushalts-Steckdose (in den USA arbeiten diese mit 120 Volt) oder 7,2 kW (an einer 240-Volt-Ladebox) mit neuer Energie befüllen. Das Besondere: Dazu wird nur ein Kabel benötigt, weil sich die entsprechenden Stecker tauschen lassen. Das doppelte Ladekabel gehört zu Serienausstattung, und auch die Kosten für die Installation einer Ladebox für Zuhause übernimmt Chevrolet. Maximal können sowohl der Bolt EV als auch der EUV mit elf Kilowatt geladen werden; dann ziehen die Elektroauto-Geschwister die Energie für rund 160 weitere Kilometer in etwa einer halben Stunde. Dazu ist aber ein Extra-Kabel nötig, für das Aufpreis bezahlt werden muss.

Die sowohl vom Bolt EV als auch von der EUV-Version genutzte Plattform hat GM schon seit 2016 im Markt. Trotz gemeinsamer technischer Gene und klar zu erkennender Verwandtschaft betont Chevrolet, dass sich bei den Geschwistern kein Karosserieteil gleicht. Die EUV-Front wirkt etwas mächtiger, die Scheinwerfer rücken in vertikale Richtung etwas weiter weg vom Stoßfänger. In der Seitenansicht fallen am Bolt EUV die etwas zurückversetzte Fahrgastzelle ohne vordere Dreiecksfenster, die etwas ruhigere Linienführung und die Dachreling auf. Am Heck unterscheiden sich beide Modellversionen vor allem durch die Leuchtengrafik. Die Heckklappe des Bolt EV zieht sich bis in die hinteren Seitenteile hinein, während jene des EVs am Hinterteil gerade in vertikale Richtung verläuft.

Größeres Auto, kleinerer Kofferraum

Obwohl der Bolt EUV deutlich "SUV-iger" erscheint als der Bolt EV, ist er kaum höher. Auch beim Gewicht gibt es nur einen geringen Unterschied (1.669 statt 1.628 Kilogramm). Dafür ist der EUV etwa 15 Zentimeter länger. Etwa die Hälfte davon geht auf das Konto eines längeren Radstandes, wovon das Platzangebot für die Fondpassagiere profitieren soll. Einen größeren Kofferraum bietet das längere Auto jedoch nicht. Im Gegenteil: Mit 462 statt 470 Litern (1.611 statt 1.614 bei umgeklappter Rücksitzlehne) ist das EUV-Gepäckabteil sogar etwas kleiner.

Beim Cockpit gleichen sich beide Modelle. Hinter dem unten abgeflachten Lenkrad gibt es ein acht Zoll großes Instrumenten-Display, dessen Anzeigen sich konfigurieren lassen. Der mittig positionierte, 10,2 Zoll große "Power Flow Screen" mit Touch-Bedienung auch für die Klimaanlage liefert den Insassen wichtige Informationen über ihr Elektrofahrzeug. Statt per Getriebe-Wählhebel werden die Fahrstufen per Taste eingelegt, was zu einer aufgeräumten Mittelkonsole führt.

Chevrolet Bolt EUV mit Super Cruise-Fahrassistenz

Mobiltelefone lassen sich über Apple Carplay und Android Auto einbinden sowie kabellos aufladen und können die Bolt-Geschwister als WLAN-Hotspot nutzen, um ins Internet zu gehen. Neben diverser Apps ist auch Amazon Alexa an Bord: Der Assistent nimmt Sprachbefehle entgegen, worüber sich viele Funktionen der Autos steuern lassen. Über eine App lässt sich das Wohlbefinden beider Modelle aus der Ferne überprüfen.

Der Bolt EUV wird der erste Chevrolet sein, der über Super Cruise verfügt. Obwohl er auf die Funktion des selbständigen Spurwechsels verzichten muss, ermöglicht das Fahrassistenzsystem weitgehend teilautonomes Fahren. Das Ganze basiert auf Lidar-Technik und einem Aufmerksamkeits-Assistenten. Dieser arbeitet mit einer kleinen, auf der Lenksäule positionierten Kamera sowie Infrarot-Lichtern, um festzustellen, wohin der Fahrer schaut, wenn Super Cruise in Betrieb ist. Stellt das System fest, dass der Fahrer seinen Blick zu lange vom Verkehrsgeschehen abwendet, macht es ihn in mehreren Eskalationsstufen auf sein Versäumnis aufmerksam. Erst per Lichtleiste im Lenkrad, später über weitere optische und akustische Signale.

Chevrolet Bolt EUV als Launch Edition

Super Cruise ist vorerst nur für den Chevrolet Bolt EUV erhältlich, und das auch nur optional. In der Einführungs-Version namens Launch Edition ist es allerdings bereits an Bord. Zum Preis von 43.495 Dollar (knapp 36.000 Euro) gibt es außerdem ein Sonnendach, speziell gestaltete Räder, einen beleuchteten Ladeanschluss und diverse Plaketten. Das Editionsmodell kann bereits reserviert werden.

Weitere Fahrassistenten wie automatische Notbremsung auch für Fußgänger, Auffahrwarnung, Spurhalteassistent mit Spurverlassenswarnung, Abstandsanzeige, eine HD-Rückfahrkamera und IntelliBeam-Scheinwerfer fasst Chevrolet in einem Paket zusammen, das in beiden Bolt-Varianten serienmäßig installiert ist. Gegen Aufpreis bietet die GM-Marke zudem einen rückwärtigen Querverkehrswarner, eine Rundum-Kameraüberwachung und einen adaptiven Tempomaten an.

Kommt die Bolt-E-Familie?

Gerüchteweise ist es inzwischen sogar denkbar, den Bolt zu einer kompletten Elektro-Familie auszubauen. Die Plattform gäbe neben dem EUV noch locker ein kompaktes Crossover-Coupé her. Auch eine Limousine im Stil des Tesla Model 3 würde global sicher auf dem einen oder anderen Markt funktionieren. Und wenn dann über die GM-Schwester Cadillac auch größere E-Plattformen verfügbar sind, warum dann nicht auch über einen Bolt Pickup nachdenken?

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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