China gegen Spritschlucker

Auf dem Stand von Zotye geht es besonders dreist zu. Hier ist
ein bisschen Smart-Einfluss zu erahnen.
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Auf dem Stand von Zotye geht es besonders dreist zu. Hier ist ein bisschen Smart-Einfluss zu erahnen.

© Patrick Lang
02.01.2018 - 14:43 Uhr von Holger Wittich

China hat zum Jahreswechsel den Bau von 553 Auto-Modellen untersagt, weil sie den nationalen Verbrauchsvorgaben nicht entsprechen. Dies meldet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Von dem Baustopp sind auch die Joint-Ventures von Volkswagen, Daimler und General Motors (GM) betroffen.

Bei VW handelt es sich um die Langversion des Audi A4 (FV7145LCDBG), der nicht mehr produziert werden darf, bei Daimler um die Mercedes C-Klasse (BJ7302ETAL2) und bei GM um den Chevrolt Cruze (GM7161DAA2). Genannt werden aber auch Fahrzeuge von Chery und Dongfeng, ohne jedoch konkrete Grenzwerte zu veröffentlichen.

Luftreinhalteplan 2019/2020

Die Ankündigung des MIIT (Ministerium für Industrie und IT) vom Montag (1.1.2018) stellt eine weitere Stufe zum restriktiven Luftreinhalteplan ab 2019/2020 dar, erstmals wurde eine solche Liste veröffentlicht, so der chinesische Auto-Analysten Wang Liusheng „weitere werden in Zukunft folgen“, sagte er der Agentur Bloomberg.

E-Auto-Quote ab 2019

China hat eine Quote für Elektroautos und Plug-in-Hybride aufgelegt, die die deutsche Autoindustrie und sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel unbedingt vermeiden wollten. Ab 2019 müssen 10 Prozent der verkauften Autos einen elektrifizierten Antrieb haben, ab 2020 gilt dann eine Quote von 12 Prozent. Um die Quote zu erfüllen, müssen Hersteller, die pro Jahr mehr als 30.000 Autos in China verkaufen, Punkte sammeln. Elektroautos bekommen mehr Punkte als Hybridfahrzeuge, auch die elektrische Reichweite wird mit Punkten bewertet, so der Bericht weiter. Hersteller, die die Quote nicht erfüllen, müssen Punkte von anderen Herstellern kaufen oder Strafen bezahlen. Ursprünglich war von einer Quote von 8 Prozent die Rede gewesen. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten im Herbst 2017 mit der chinesischen Regierung gesprochen, um weniger scharfe Regeln zu erreichen.

Deutsche Hersteller in China unter enormem Druck

Für die deutschen Hersteller dürfte es damit auf dem bisher recht gewinnträchtigen chinesischen Markt schwieriger werden – das Geld wird dort mit großen Verbrennungsmotor-Modelle verdient. Die Elektroauto-Modellpalette deutscher Produzenten ist durchweg noch überschaubar und ob viele Hersteller mit dem Verkauf von E-Autos überhaupt Geld verdienen, ist unklar. Nur von VW ist zu hören, dass der E-Golf profitabel ist. Was vor allem darin begründet ist, dass er dem herkömmlichen Golf sehr ähnlich ist und außer dem Antriebsstrang weite Teile der Technik mit dem Volumenmodell gemeinsam hat. Gleichzeitig hat VW für 2020 das erste Modell einer ganzen Palette von Elektroautos angekündigt, die auf einer eigenen neuen Plattform stehen (Modularer Elektrobaukasten MEB). Für Volkswagen ist China stärkster Ländermarkt.

Ab 2020 tritt dann auch ein weiteres Gesetz in Kraft, mit dem die deutschen Autohersteller zu kämpfen haben. Ab diesem Zeitpunkt gilt ein Flottenverbrauch von fünf Litern pro 100 Kilometern.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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