Crate Engine von Swindon Powertrains

10/2019, Elektromotor zum Nachrüsten von Swindon Powertrains
Bild 1 von 11

10/2019, Elektromotor zum Nachrüsten von Swindon Powertrains

© Swindon Powertrains

Ob Quad, Kleinwagen, Lieferwagen oder Oldtimer: Mit diesem E-Antriebsstrang für den Selbsteinbau soll ein Verbrennermodell ganz leicht zum Hybriden oder Elektroauto werden.

Swindon Powertrains baut eigentlich Rennmotoren. In der Britischen Tourenwagen-Meisterschaft BTCC vertrauen viele Teams auf die leistungsstarken und zuverlässigen Verbrenner-Triebwerke aus der gleichnamigen englischen Stadt. Doch die Firma kann auch anders. Elektrisch, um genau zu sein. Das bewiesen die Briten bereits im Frühjahr, als sie ihren zum Elektroauto umgebauten klassischen Mini präsentierten. Nun gehen sie noch einen Schritt weiter und stellen einen Elektromotor zum Nachrüsten vor.

Wie im amerikanische Drag Racing

In der englischen Sprachwelt heißt so etwas Crate Engine. Man kennt das vor allem aus dem amerikanischen Drag Racing: Die Autohersteller bauen nicht jeden ihrer leistungsstarken V8-Motoren direkt in Autos ein, sondern verschicken die Triebwerke vereinzelt auch an Tuner und Drag Racer. Diese bauen solche Crate Engines dann in Autos ein, die zuvor weniger Leistung hatten, um damit auf dem Drag Strip bessere Siegchancen zu haben.

Nun fangen Entwickler und Produzenten von Elektroantrieben an, das Crate-Engine-Modell zu adaptieren – auch Swindon. Zusammen mit einigen Partnern, darunter dem E-Motoren-Hersteller iNetic, haben die Briten das HPD-Projekt aufgelegt. Dabei handelt es sich um einen elektrischen Antriebsstrang, der Motor, Wechselrichter, das einstufige Getriebe und das nötige Kühlsystem in einem Gehäuse vereint, das wiederum in eine Kiste verpackt und verschickt werden kann. Sozusagen als Plug-and-Play-Lösung.

Kompakt, leicht, robust, flexibel

Der HPD-Antrieb ist 60 Zentimeter breit, 44 Zentimeter tief, 28 Zentimeter hoch und wiegt 70 Kilogramm. Die kompakten Maße, das abgedichtete Gehäuse, mehrere Befestigungspunkte und die Möglichkeit, den Wechselrichter und das Kühlpaket flexibel zu positionieren, erlauben den Einsatz in verschiedenartigen Fahrzeugen. In einem Quad zum Beispiel oder unter die Ladefläche eines Kleintransporters. Auch im Motorraum eines klassischen Minis ist genug Platz für den Elektroantrieb.

Apropos: Es ist sicher kein Zufall, dass der Crate Engine von Swindon Powertrains exakt die Daten des klassischen Elektro-Minis aus gleichem Hause präsentiert. Das System leistet 80 kW (109 PS), weshalb es für Kleinwagen ebenso prädestiniert sein soll wie für Kleinserien-Sportwagen, leichte Nutz- oder Freizeitfahrzeuge. Der Motor kann vorne oder hinten eingebaut werden und die entsprechende Achse antreiben. Er kann ergänzend Verbrennerautos zu Hybriden machen oder Oldtimer und Diesel-Transporter zu reinen Elektrofahrzeugen. Um die nötige Batterie müssen sich die Käufer allerdings selbst kümmern.

„Bislang hatten Nischenhersteller keinen Zugang zu kompakten, leistungsstarken EV-Antriebssträngen, die sie in kleinen bis mittleren Stückzahlen beziehen konnten. Das führte zu einem Versorgungsvakuum“, sagt Swindon Powertrain-Geschäftsführer Raphael Caille. Mit seinem HPD-Elektroantrieb zum Nachrüsten will die Firma dieses Vakuum geschlossen haben. Im Juni 2020 will Swindon Powertrains mit der Produktion beginnen.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
Top-Themen
Mercedes stellt eine besonders noble Maybach-Version des größten Mercedes-SUV vor: Der Mercedes-Maybach GLS 600 4Matic ...mehr
Die wohl bedeutendste Sammlung klassischer Maseratis gehört nicht Maserati selbst, sondern der Familie Panini (ja, die ...mehr
Mit dem GLS-Maybach möchte Mercedes Kunden locken, die sich luxuriöses Reisen in geräumigen Fonds wünschen. Wir ...mehr
Anzeige