Dethleffs Teilintegrierte als Gebrauchtmobil

Dethleffs Advantage Alkoven
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Dethleffs Advantage Alkoven

 © promobil Archiv
02.12.2017 - 14:58 Uhr

Schon früh feiert Dethleffs Verkaufserfolge bei den Teilintegrierten. Insbesondere Advantage T-Modelle sind heute oft als Gebrauchte zu finden. Im Check erweisen sie sich als schlicht, aber sehr solide.

Wenn promobil Besitzer älterer Fahrzeuge befragt, kommt eine Unmenge von Daten zusammen, damit sich ein umfassendes Bild ergibt. Eine Zahl jedoch sagt oft mehr als viele Detailauswertungen: Auf die Frage, ob sich die Besitzer eines Teilintegrierten von Dethleffs wieder für das gleiche Fahrzeug entscheiden würden, antworteten 93 Prozent mit Ja. Das ist einer der Spitzenwerte in unseren Umfragen. Eine höhere Zufriedenheit kann man bei über zehn Jahre alten Reisemobilen wohl kaum erwarten.

Alle hier aufgeführten Ergebnisse beziehen sich auf Dethleffs-Teilintegrierte der Baujahre 1994 bis 2006 und somit auf jene Modelle, die üblicherweise einen Fiat Ducato der zweiten Generation als Basis haben. In der Mehrzahl handelt es sich dabei um Advantage T, aber auch um H-Modelle, den technisch ähnlichen Bus und die seltenere RT-Baureihe.

Auf- und Ausbau

Gute Gründe für die hohe Zufriedenheit sind schnell gefunden. Die befragten Besitzer geben für praktisch alle Einrichtungselemente von der Küche bis zum Bett gute Noten. Nur in Sachen Stauraum und Verarbeitung geht die Tendenz in Richtung befriedigend. Doch muss man an dieser Stelle die Maßstäbe berücksichtigen: Ältere Grundrisse sind bei fast allen Reisemobilen nicht auf maximale Staukapazität ausgelegt, und die Verarbeitungsqualität erhält in dieser Fahrzeugklasse selten ein dickes Lob. Unter vergleichbaren Reisemobilen stehen die Teilintegrierten von Dethleffs jedenfalls bestens da.

Das Balkendiagramm bescheinigt den betroffenen Fahrzeugen ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Erfreulich gering bleibt insgesamt die Anzahl der genannten Schäden an Auf- und Ausbau. Sieht man einmal vom Kühlschrank ab, der nicht reparaturanfälliger ist als in anderen Reisemobilen, fallen vor allem die Mängel an der Wasseranlage auf.

Als Klassiker erweist sich hier einmal mehr eine verschlissene Tauchpumpe für das Frischwasser. Häufig müssen aber außerdem undichte Wasserhähne gewechselt werden, was ungleich aufwendiger ist. Einzelne Besitzer beklagen rostende Schlauchschellen im Wassertank.

Dass ein Viertel der Fahrzeuge von Undichtigkeiten am Aufbau betroffen ist, ist in dieser Altersklasse kein besorgniserregender Wert. Zumal sich oft schlecht abdichtende Klappen oder Dachhauben als Ursache herausstellen.

Der Aufbau selbst hält in aller Regel dicht. Feuchtigkeit kann aber ebenso aus dem Innenraum kommen, sei es durch die erwähnten Defekte an Wasserhähnen oder durch Risse in der Duschwanne – ein wichtiger Kontrollpunkt beim Gebrauchtkauf.

Ein kritischer Blick sollte ebenso der Aufbautür gelten, die manchmal verzogen ist und nicht richtig schließt. Grundsätzlich gewinnt man den Eindruck, dass viele Anbauteile nicht das Qualitätsniveau von Aufbau und Mobiliar erreichen. Das gilt nicht unbedingt für die Bordelektrik. Dennoch sollte man vor dem Kauf sichergehen, dass nicht – wie in wenigen Fällen – das Kontrollbord oder das Ladegerät ausgefallen ist.

Basisfahrzeug

Aufgrund des nur selten in der Umfrage vertretenen Renault Master beziehen sich die Angaben zum Basisfahrzeug ausschließlich auf den Fiat Ducato. Der hat mit den Teilintegrierten von Dethleffs ein leichtes Spiel. Deren moderates Eigengewicht erlaubt nicht nur eine hohe Zuladung, sondern verringert auch die Belastungen für das Fahrgestell.

So bleiben beispielsweise Schäden an Radaufhängungen und Radlagern die Ausnahme. Viele Reparaturen lassen sich auf üblichen Verschleiß zurückführen, dazu zählt bei frühen Exemplaren auch die Rostbeseitigung am Fahrerhausschweller.

Eine Besonderheit betrifft Modelle mit dem sogenannten Plattformfahrgestell, also vor allem den Advantage T. Für die Aufbaumontage musste der blecherne Boden an einigen Stellen ausgeschnitten werden. Dabei ging man wohl nicht immer fachgerecht vor, was früher oder später Rost an den Schnittkanten zur Folge hat.

Motor und Getriebe erfreuen mit Ducato-typischer Robustheit. Hier macht nur das selten georderte Automatikgetriebe eine Ausnahme.

Marktlage

Als Neufahrzeuge waren die Teilintegrierten von Dethleffs nicht zuletzt wegen der attraktiven Preise begehrt. Wer heute nach den gleichen Modellen auf dem Gebrauchtmarkt sucht, merkt schnell, dass sie nicht automatisch zu den günstigen Angeboten zählen. Der hier gezeigte Advantage T 5801 stand im Modelljahr 2005 zum Grundpreis von 36.699 Euro in der Liste, ein Dutzend Jahre später und mit einigen Extras versehen werden immer noch 26.999 Euro fällig. Die geringe Kilometerleistung und ein hervorragender Pflegezustand rechtfertigen in diesem Fall allerdings einen gehobenen Preis.

Wer für einen Teilintegrierten von Dethleffs weniger als 20.000 Euro ausgeben will, muss gezielt nach älteren Exemplaren und hohen Kilometerständen suchen. Das Problem dabei: Frühe Modelle sind selten. Meist handelt es sich dabei um den Dethleffs Bus. Schon immer mit Glattblechwänden ausgestattet, sieht er schick aus, ist aber innen knapp geschnitten und nur dann eine gute Wahl, wenn man kompakte Maße bevorzugt.

Die Popularität der klassischen Dethleffs T-Modelle begann erst nach dem Fiat-Facelift zum Modelljahr 2003. Hierfür sollte man um 25.000 Euro bereitlegen. Dann ergibt sich eine breite Grundrissauswahl. Die meisten Varianten haben zwar – wie das vorgestellte Modell – ein französisches Bett, doch im Advantage T 6611 findet man auch Einzelbetten.

In dieser Preislage tummelt sich ebenfalls der Globebus, der den Bus ablöste und verbesserte Raumaufteilungen mitbringt. Mehr als 30.000 Euro werden oft fällig, wenn man zu den damals nicht billigen und gut ausgestatteten Modellen RT oder Premium Class T greift. Sie setzen sich auch durch farbige Lackierungen von der Masse ab. Technik und Grundrisse geben sich aber ähnlich bodenständig und solide wie bei den günstigen T-Modellen.

Eine weit verzweigte Familie

Mit dem Buchstaben H für Halbintegriert beginnt die Historie der Teilintegrierten von Dethleffs. Sie basieren auf dem Fiat Ducato mit Leiterrahmen, fallen deshalb durch ihre hohe Seitenlinie auf und bleiben eine Randerscheinung. Parallel dazu erscheint 1996 der Dethleffs Bus. Er ist zunächst nur mit umbaubarer Sitzgruppe zu haben. Im Jahr 2000 taucht die Advantage-Baureihe auf, die neben Alkoven auch ein T-Modell mit zwei Grundrissen bietet. Das flache und günstige Modell kommt gut an. Dethleffs erweitert die Baureihe Schritt für Schritt. Weil Teilintegrierte immer gefragter sind, stellt Dethleffs 2001 auch ein T-Modell seiner Premium Class vor, das die Nische der Oberklasse-Teilintegrierten besetzt. Als flotte und kompakte Alternative zu den T-Varianten dient ab 2004 der Globebus. Gleichzeitig erweitert der Esprit RT das Angebot durch ein Renault-Fahrgestell.

Daten und Fakten

Baureihe: Dethleffs Teilintegrierte (H, T, Bus, RT, Baujahre 1994 bis 2006); Basisfahrzeug: Fiat Ducato, Renault Master; Bauweise: Alkovenaufbau mit Alu-Außenhaut, Holzfachwerk, Styropor-Isolierung; Sitz-/Schlafplätze: 2–4/2–4

Vorgestelltes Modell: Dethleffs Advantage T 5801; Erstzulassung: 6/2005; Kilometerstand laut Tacho: 62 500; Preis: 26.999 Euro; Zulässiges Gesamtgewicht: 3500 kg; Gesehen bei: Dirk Winter Automobile, 71287 Weissach

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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