Edelweiß Classic 2019

Edelweiß Classic 2019 Rallye
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Edelweiß Classic 2019 Rallye

© Edelweiß Classic

Oldtimer fahren für den guten Zweck durch Berchtesgardner Land. Mit dabei: Walter Röhrl im Porsche 918 Spyder.

13 kann eine Glückzahl sein: Für die rund 100 Teilnehmer der Edelweiß Classic steht die Zahl für die Streckenlänge hinauf zum Stausee Mooserboden in der Hohen Tauern. Auf über 2.000 Metern Höhe windet sich eine schmale Versorgungsstraße. Sie ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Spektakuläre Ausblicke auf schroffe Felsen und hinunter ins Tal Richtung Kaprun wechseln mit Fahrten durch in die Felswände gebohrte, schummrige Tunnel, an deren Wände sich bizarr Tropfsteine formen. Die Musik dazu liefert die Jam Session unterschiedlichster Motorenklänge: Der klassische Sechszylinder-Boxersound aus dem Heck eines Porsche 911 Carrera von 1986 mischt mit dem V8 eines recht neuen Ferrari, der schüchterne Vierzylinder eines Opel Kadett B mit dem Dröhnen eines Sechszylinder-Diesel aus dem historischen Reisebus Neoplan ND 6 aus dem Auwärter Museum.

Walter Röhrl bleibt die Spucke weg

Selbst Walter Röhrl, der im Rallyeauto oder auf dem Rennrad wahrscheinlich jeden Bergpass erklommen hat, bleibt bei dem Eindruck die Spucke weg. „Etwas Vergleichbares durfte ich noch nicht befahren“, gerät der ehemalige Rallyeweltmeister im Interview mit dem Lokalreporter ins Schwärmen. „Dass das möglich ist, kommt einer Sensation gleich. Gigantisch.“ Röhrl führt als Ehrengast das Feld in einem Porsche 918 Spyder an und genießt als Erster den Blick auf das satte Türkis des mit Gletscherschmelzwasser gefüllten Bergstausees. Umrahmt wird frische Farbton von mächtigen grauen Felswänden. Mit einem sanften Lächeln genießt der Rallyeorganisator Achim Althammer die Begeisterung der Teilnehmer: „Das ist großes Kino“, sagt er knapp und wendet sich wieder dem Naturschauspiel zu.

Seit 14 Jahren veranstaltet Althammer die Oldtimerrallye mit Start und Ziel in Berchtesgaden – aber nicht, um dem ohnehin schon randvollen Klassikerkalender eine weitere Veranstaltung anzuheften, sondern um mit dem Geld aus der Rallye die Pidinger Werkstätten der Lebenshilfe Berchtesgadener Land zu unterstützen. Mit der diesjährigen Veranstaltung knackte der umtriebige Organisator, der im kommenden Jahr wieder das Rossfeldrennen auf die Beine stellen wird, die Millionen Grenze. Mit der Summe aus diesem Jahr wird der Bau eines speziellen Sport- und Bewegungsraums für Menschen mit Handicap unterstützt. Damit auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Piding, ein kleiner Ort direkt an der Autobahn gelegener von München nach Salzburg, etwas von der Edelweiß Classic haben, endet die Rallye am Sonntagmorgen auf dem Parkplatz der Einrichtung.

Oldtimer-Treffen vor den Pidinger Werkstätten

Nur auf den Bus aus dem Auwärter-Museum mussten die vielen Besucher in der brütenden Vormittagshitze verzichten. In der vorletzten Kurve auf der schmalen Straße hinauf zum Mooserboden quittierte das Getriebe den Dienst im sechs Tonnen schweren 20-Sitzer aus dem Baujahr 1973. Dafür reihte sich das abwechslungsreiche Starterfeld vor den Gebäuden der Werkstätten. Mitten unter die NSU TT, Porsche 356 und 911, Ford Granada, Triumph TR4, Fiat 1500 Cabriolet und VW Käfer aus der Wolfsburger Werkssammlung mischte sich das rote Mercedes 230 C Cabriolet aus dem Baujahr 1979. Mit diesem Auto gewann Peter Kipfer die Gesamtwertung der 14. Edelweiß Classic. Doch diese Wertung wird nicht per Gleichmäßigkeitsprüfungen ermittelt, sondern durch das Schätzen der Anzahl von Kieselsteinen in einem Glas, Kuhmelken oder Kunststoffflaschen-Zielwurf – alles Übungen, die man schwerlich ehrgeizig und verbissen sehen kann.

„Einfach dabei sein und Spaß haben“, bringt Martin Braxenthaler das einfache Rezept auf den Punkt. Der mehrfache Goldmedaillengewinner im Monoskifahren genießt die Sommerfrische der Edelweiß Classic in einem offenen Ford Mustang aus dem Baujahr 1966. Der Paralympics-Spitzensportler aus Surberg gehört zu den Stammgästen der Oldtimerrallye für den guten Zweck. In seiner beeindruckenden Sportler-Karriere hat er immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Erfolg und Glück nicht von Dauer sind.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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