Elektroauto Start-up aus Estland

Estland ist bisher nicht als Autonation in Erscheinung
getreten.
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Estland ist bisher nicht als Autonation in Erscheinung getreten.

© Nobe
15.06.2018 - 09:26 Uhr von Bernd Conrad

Estland ist bisher nicht als Autonation in Erscheinung getreten. Das könnte sich nach den Plänen des Start-ups Nobe ändern. Kommt ausreichend Kapital zusammen, will man ein kleines Elektroauto entwickeln.

Science Fiction – Filme wie Gattaca (1997) oder Children of Men (2006) nutzen für die Straßenbilder oft klassische und damit zeitlose Autodesigns, natürlich für die virtuelle Zukunftsaussicht gepaart mit lautlosem Elektroantrieb. So ein Fahrzeug soll es jetzt in die Gegenwart schaffen.

Das ist zumindest der Plan der Firma Nobe aus Estland. Das kleine nordeuropäische Land mit nur 1,3 Millionen Einwohnern hat bislang noch keine eigene Autoindustrie vorzuweisen. Sollte das Start-up mit einer aktuell laufenden Fundraising-Kampagne genug Geld einsammeln, könnte sich das ändern. Vom elektrisch angetriebenen Dreirad namens Nobe 100, der sich bei der Karosseriegestaltung vor allem an Elementen aus den 1950er-Jahren bedient, existieren bislang nur Computerbilder und ein Modell.

Drei Räder, drei Elektromotoren

Das fahrfertige Auto soll Angaben der Esten zufolge an allen drei Rädern Elektromotoren vorweisen. Die Gesamtleistung soll mit 15 kW (20 PS) für einen Sprint auf Tempo 100 in 5,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h ausreichen. Dann wird natürlich die Reichweite sinken, die Nobe mit 220 Kilometern angibt, ohne schon Details zur Batterie zu verraten. Zwei Stunden sollen am Schnellader für das vollständige Aufladen der Akkus genügen.

Für das Marketing konnte Nobe-Chef Robert Muljar den Finnen Peter Vesterbacka gewinnen. Er war von 2010 bis 2016 beim Computerspielentwickler Rovio mit für den Erfolg der Angry Birds verantwortlich. Bis Mitte Juli läuft die Fundraising-Kampagne für den Nobe 100. 900.000 Euro möchte man einsammeln, um einen fahrbereiten Prototypen zu entwickeln. Der soll dann ganz klassisch auf dem Pariser Salon im Oktober 2018 der Öffentlichkeit gezeigt werden. Nicht nur beim Design, auch bei der Wahl der Premierenplattform geht Nobe also den Retro-Weg.

Im Jahr 2020 könnte die Produktion des elektrischen Kleinstwagens starten, dann auch als Cabrio-Version. Als Vorbild dürfte die schwedische Firma Uniti gelten. Auch hier wurde im Internet Kapital für die Entwicklung eines Elektroautos gesammelt, das schon im Jahr 2019 tatsächlich in Serie gehen soll. Mal sehen, welches der beiden Fahrzeuge zuerst eine Filmrolle bekommen wird.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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