Elektro-Mini des VW-Konzerns

VW MEB
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VW MEB

© VW

Volkswagens Einstiegs-E-Auto wird wohl doch nicht in Emden, sondern in Osteuropa gebaut. Die Federführung bei der Entwicklung der Plattform, einer kleineren Version des Modularen Elektrobaukastens des Konzerns (MEB), übernimmt erstmals Seat.

Planänderung bei VW: Statt in Emden soll ein neuer elektrisch angetriebener Kleinwagen, der 2023 oder 2024 auf den Markt kommen soll, in Osteuropa gebaut werden. Das „Handelsblatt“ berichtet, dass der Aufsichtsrat des Konzerns die Grundsatzentscheidung getroffen habe, das E-Modell im slowakischen Bratislava zu fertigen. Demnach sei der angepeilte Verkaufspreis von 20.000 Euro angesichts der Lohnkosten in Deutschland nicht realisierbar.

Bratislava statt Emden und Emden statt Zwickau

Mit der Entscheidung kommt wohl ein kleines Werke-Domino in Gang. Emden soll damit entschädigt werden, dass dort die Serienversion des ID. Crozz entstehen soll. Dieses Elektro-SUV in Tiguan-Größe soll bereits Ende 2020 auf den Markt kommen und ursprünglich in Zwickau gebaut werden. Allerdings zeichnet sich ab, dass das sächsische Werk mit der Produktion des kürzlich vorgestellten ID.3 ausgelastet sein wird.

Die Plattform für die kleinen E-Mobile des VW-Konzerns wird von Seat entwickelt. Sie trägt dann Elektroautos der Volumenmarken des Konzerns mit rund vier Metern Länge. Diese Modelle sind dann je nach Marke die Nachfolger des VW E-Up, des Seat Mii und des Skoda Citigo. Um im Zeitgeist zu bleiben, könnten diese Modell dann als Crossover-Autos zu den Kunden rollen, auch wenn sie als Stadt-Auto konzipiert sind.

MEB ist zu teuer für kleine Autos

Der kleine MEB-Baukasten ist nötig, da die ursprüngliche Plattform nicht unterhalb des kompakten ID. Neo aka ID. 3 skalierbar ist. Der fixe Radstand lässt sich nicht kürzen, da hier Platz für die ebenfalls skalierbare Batterie vorgesehen ist – und die hat in der kleinsten Konfiguration 48 kWh. Für einen Kleinwagen wäre sie zu groß und zu teuer, um damit im preissensiblen Segment bestehen zu können.

Seat hat zudem noch mit dem Minimó-Konzeptfahrzeug und dem eXS-Kickscooter als erste Marke des VW-Konzerns Konzepte im Bereich der Mikromobilität gezeigt. Zudem legen die Spanier bis 2021 sechs elektrische sowie PHEV-Modelle auf. Neben dem Seat Mii als E-Modell kommt die Serienversion der Studie el Born an den Start. Der neue Seat Leon und die nächste Generation des Tarraco werden als Plug-in-Hybrid angeboten – ebenso wie der Cupra Formentor und der Cupra Leon.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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