Entweder ODER - BMW

Entweder ODER BMW X1 2er Active Tourer Vergleich Aufmacher
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Entweder ODER BMW X1 2er Active Tourer Vergleich Aufmacher

© ams

Kein Hinterradantrieb, kein Sechszylinder, aber trotzdem 100 Prozent BMW? Der kleine Van und der kleine SUV fahren eine vernunftorientierte Schiene. Doch wer kann das am Ende besser?

Für einen Hersteller, dessen Leitspruch „Freude am Fahren“ ist, dienen die beiden Kontrahenten in dieser Entweder ODER-Folge nicht unbedingt als Aushängeschild schlechthin. Andererseits besteht eigentlich genau hier die Herausforderung: Die Fahrfreude auf das Segment kompakter Vans oder kleiner SUV zu übertragen. Mit welchem Modell das besser gelungen ist, und wer dem Kunden mehr für’s Geld bietet, klären wir hier und jetzt (und in vollem Umfang im Video weiter unten).

Das Format

Erklären wir zunächst noch schnell, was Sie hier erwartet. In unserem Format „Entweder ODER“ vergleichen die beiden Redakteure Patrick Lang und Thomas Grau immer zwei Fahrzeuge des selben Herstellers. Wir erheben hier keine Messdaten oder testen nach dem klassischen auto motor und sport-Schema. Hier geht es um eine Kaufberatung und darum herauszufinden, welches der beiden Modelle für Sie das richtige ist. Dabei werfen wir einen Blick in den Konfigurator, checken den Innenraum, das Exterieur und den Kofferraum. Zusätzlich gibt es natürlich Eindrücke vom Fahren in puncto Übersichtlichkeit, Komfort, Sportlichkeit, Assistenzsysteme und so weiter. Je nachdem, welche Kriterien sich jeweils bei den entsprechenden Fahrzeugen anwenden lassen.

Zweimal knapp 50.000 Euro

Der 2er Active Tourer ist hier der kleinere von beiden. Zehn Zentimeter kürzer, ein Zentimeter flacher und zwei Zentimeter schmaler. Dafür aber auch etwas günstiger, sowohl in der Basis als auch beim Testwagenpreis. Den 140 PS starken 218i gibt es ab 29.500 Euro, unser Auto kostet knapp 48.000 Euro. Der kompakte SUV X1 startet, ebenfalls als 140-PS-Version, mit 32.700 Euro etwas teurer, und landet in unserer Konfiguration bei 49.500 Euro. Und das, obwohl sich der 2er sogar noch modische Extras wie den 700 Euro teuren Metallic Lack „Sunset Orange“.

Vier Aussattungslinien gibt es für den Van, wir haben die zweitgünstigste namens Sport Line für 4.850 Euro gewählt. Dafür packt BMW unter anderem 17-Zöller, Stoff-Lederoptik-Interieur, PDC hinten, Klimaautomatik, ein Sport-Lederlenkrad, LED-Scheinwerfer und Sportsitze mit ein. Neben dem Steptronic-Doppelkupplungsgetriebe (2.100 Euro) kommen noch Optionen im Wert von 8.790 Euro dazu. Darunter ein adaptives Fahrwerk, das Chrome Line Exterieur-Paket, elektrische Sitzverstellung, sowie Navi- und Driving Assistant Plus.

Die Summe der Ausstattungsoptionen beläuft sich beim X1 auf 16.960 Euro. In der Sport Line-Ausführung tritt er ebenfalls an, fordert dafür allerdings nur 4.550 Euro. Dafür ist die Option „ Navigation Plus“ wieder 200 Euro teurer als beim 2er. Über weite Teile kosten die Ausstattungen aber bei beiden jeweils das Gleiche. Ein Vorteil, den der X1 von Haus jedoch mitbringt, ist das bessere Platzangebot. 505 Liter packt der SUV weg, während es der Active Tourer nur auf 468 Liter bringt, dafür seine Rückbank um bis zu 13 Zentimeter verschieben kann. Eine Option, die 390 Euro kostet und auf Wunsch aber auch im X1 Anwendung findet.

Exzellente Instrumente

Die Sitzposition im X1 ist top, die Sportsitze fassen den Fahrer gut ein, ohne zu beengen. Lediglich die serienmäßige Stoffausstattung fühlt sich merkwürdig nach alten Schulranzen an, und ist keine Empfehlung. Ebenfalls etwas ärgerlich im Alltag: Die Gurt-Schließe versteckt sich vorne etwas ungünstig unter der Mittelarmlehne, und ist somit etwas fummelig in der Handhabung. Dafür überzeugen beide Autos mit einer gestochen scharfen Auflösung der Displays und hervorragend ablesbaren Instrumenten.

Um allen Zweiflern den Schrecken zu nehmen: Auf der Straße tut es im automobilen Alltag überhaupt nicht weh, dass es sich beim X1 um einen Fronttriebler handelt. Warum ist das so? Der X1 ist kein Auto zu dessen Kernkompetenz die ausufernde Dynamik gehört. Dieses Auto wirft man üblicherweise nicht flott in die Kurve, sondern nutzt es als praktischen Alltagsbegleiter. Wer auf ein Mindestmaß an Sportlichkeit nicht verzichten möchte, dem sei gesagt, dass mit dem adaptiven Fahrwerk im Sport-Modus durchaus mehr von der Straßenbeschaffenheit zu spüren ist. Und auch der Dreizylinder agiert in diesem Setting bis Tempo 100 recht spritzig, klingt dabei unter Last allerdings etwas angestrengt. Dennoch hilft beim vergleichsweise flotten Durchzug auch das überschaubare Gewicht von knapp unter 1,5 Tonnen – was auch dazu führt, dass es sich nicht so anfühlt, als bewege man ein besonders großes Auto.

Bessere Ergonomie im X1

Und beim Active Tourer? Muss man ein Fahrer sein, der außergewöhnlich „active“ ist, oder ist gar der Van hier der Aktive? Eines wird jedenfalls schnell klar: Vom ehemals eher piefigen Image eines Kompaktvans ist für die Insassen des 2er nichts zu spüren. Hier sitzt man nicht in einem Van, sondern in einem BMW. Die Bedien-Ergonomie allerdings, ist im X1 besser gelöst. Beim 218i sitzen Klima-Bedienelemente und Fahrerlebnisschalter etwas ungünstig hinter dem Schalthebel. Dafür sieht das Cockpit-Layout im Active Tourer erstmal besser aus. Leicht poltrig sind beide unterwegs, im Sport-Modus wirkt der 2er noch eine Nuance lauter und ruppiger. Wenn Sie die Unterschiede der beiden bis ins kleinste Detail kennenlernen wollen, dann können Sie sich jetzt hier die komplette Folge entweder ODER anschauen.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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