Erlkönig VW-Bus T7 (2020)

Erlkönig VW T7
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Erlkönig VW T7

© Stefan Baldauf
12.06.2018 - 14:04 Uhr von Sophia Pfisterer

Zum Volkswagen T7 ist bislang nur eines sicher: Die siebte Version des Transporters wird 2019 vorgestellt, und im Modelljahr 2020 herauskommen. Zur Zeit sind die Entwickler in Wolfsburg noch dabei, das Fahrzeug zu testen.

Geschickt getarnt fährt dieser VW-T7-Bus seine Testrunden: Normalerweise erkennt man Erlkönige am Tarnfolienmuster. Der neue VW-Transporter versucht ganz unauffällig unter dem Radar zu fliegen – und zwar unter dem Deckmäntelchen eines unscheinbaren weißen Transporters, der fast wie ein T6 wirkt. Aber nur fast. Wenn die weiße Transporterkarosserie der Schafspelz ist, zeigt der Wolf(sburger) beim Kühlergrill seine neuen Zähne. Diese Front kennt man bereits aus dem Mittelklasse-Pkw VW Arteon.

Apropos Wolf: Wie böse ist der neue T7? Im Hinblick auf Abgas-Diskussion und Diesel-Fahrverbote bleibt Volkswagen nichts anders übrig, als sich bei der Weiterentwicklung des Transporter neue Lösungen einfallen zu lassen. Dafür spricht auch das Haupteinsatz-Terrain des Vans: Die Erben des Bullis werden nicht nur als Camper und Familienbus genutzt, sondern vor allem als Lieferfahrzeuge und Handwerkerwagen in Städten. Und genau dort drohen vor allem Dieselfahrzeugen eingeschränkte Fahrzonen. All das spricht zumindest für eine Version mit Elektroantrieb.

Technischer Fortschritt im T7

Die aktuelle Generation T6, hat sich gegenüber dem Vorgänger T5 nicht dramatisch geändert: Optisch wirkt der T6 wie ein Facelift des T5, technisch bekam der T6 einen verbesserten, sparsameren Motor mit Start-Stopp-Funktion und Assistenz-Systeme aus der Pkw-Entwicklung. Steht jetzt mit dem T7 eine komplette Neuentwicklung an? Könnte das die Zeit für den Start der Elektro-Generation der Transporter sein? Könnte die mit dem Volkswagen I.D. Buzz verwandt sein, der bereits Anfang 2017 als Studie vorgestellt wurde?

Die I.D.-Buzz-Studie soll erst im Jahr 2022 auf den Markt kommen. Doch ist es eventuell möglich, dass VW mit dem T7 einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Elektro-Mobilität geht? Wenn man die Nutzung im Stadtverkehr in den Fokus rückt, dürfte eine etwas geringere Reichweite eines E-Bulli kein Problem sein. Die I.D.-Modellfamilie basiert auf dem Modularen Elektrobaukasten (MEB), von dem allerdings aktuell nicht klar ist, ob er von Anfang an auch für die Lasten von Transportern oder Campingmobilen entwickelt wurde. Das erste Modell der Elektro-Familie, der kompakte I.D., kommt bereits 2019 auf den Markt, aber von der Weiterentwicklung des MEB für Nutzfahrzeuge ist bislang nichts bekannt.

Die VW-Plattformstrategie

Für einen Campingbus, der weite Strecken am Stück bewältigen können sollte, wäre aber der Elektroantrieb ohnehin nicht erste Wahl. Es ist auch schwer vorstellbar, dass schon der T7 nur mehr als E-Auto zu haben sein soll. Bei konventionellen Fahrzeugen aber verfolgt VW schon lange die Strategie: Eine Basis, viele Fahrzeuge. Im Hinblick auf effiziente Massenproduktion und Kostendruck, ist die Plattformstrategie von Volkswagen Pflicht.

Die Kollegen von auto-motor-und-sport.de mutmaßen: „Der Pkw-T7 dürfte erstmals auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) der Marke basieren, was die Modellplanung deutlich einfacher machen würde. Das große US-SUV Atlas zeigt, dass der MQB auch ein 5-Meter-Auto mit Allradantrieb tragen kann. Außerdem ist der MQB grundsätzlich auch elektrofähig – siehe e-Golf. Mit dem dann verbauten Modularen Elektronikbaukasten kann der T7 auch im Innenraum in der Moderne ankommen. So werden die aus dem Golf und Co. bekannten Infotainment- und Assistenzsysteme – teilweise gesteuert via Touchscreen – Einzug halten. Auch ein 48-Volt-Bordnetz wird mit dem T7 eingeführt – das ist unerlässlich, um die Antriebe des Bus zu elektrifizieren.“

Auch wenn der T7-Erlkönig Ähnlichkeiten mit dem Arteon zeigt: Wie weit Pkw-Plattformen den T7 tatsächlich beeinflussen, ist noch unklar. Werden neben dem VW Multivan auch die klassischen Pritschenwagen den MQB verwenden? Die hohe Nutzlast für gewerblich genutzte Fahrzeuge könnte einen Strich durch die Rechnung machen. Beim T7 erwartet Volkswagen ein Absatzwachstum wohl vor allem von den Nutzfahrzeug-Varianten. Vom T6 hat VW bislang 205.000 Fahrzeuge verkauft, die Prognose für 2018 liegt bei 240.000 Stück.

Wir können gespannt bleiben, wie die Nutzfahrzeug-Variante des Transporters aussehen wird, die als Basis des VW California dient. Vielleicht verrät die nächste Erlkönig-Sichtung mehr.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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