Erster Check VW Golf VIII

VW Golf 8 Embargo bis 24.10.2019 19:30 Uhr
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VW Golf 8 Embargo bis 24.10.2019 19:30 Uhr

© Volkswagen

Die achte Generation des VW Golf kommt noch vor Weihnachten auf den Markt. Mit fast unveränderten Abmessungen fährt er ins digitale Zeitalter. Wir haben uns im ersten Check besonders das radikal neue Digitalcockpit ganz genau angeschaut.

Was vor über 45 Jahren und 37 Millionen Fahrzeugen begann, gipfelt Ende 2019 in der achten Generation. Was dürfen die in Deutschland aktuell rund 15.000 Neukunden pro Monat vom neuen Golf erwarten?

Ob von vorn oder von der Seite: Die markant verlängerten Augenlider des neuen Golf fallen als erstes auf. Sie gehören zu den neuen LED-Frontscheinwerfern und ziehen sich rund zehn Zentimeter tiefer in die vorderen Kotflügel. Wer sich eine Fortsetzung dieser Lider vorstellen kann, sieht sie von einem kleinen Typen-Schild und weiter von einer Sicke durch die Türgriffe zum Heck fortgeführt.

Golf mit Stupsnase

Weitere Änderung an der Front: Die Abstands- beziehungsweise Parksensoren sind unter die lackierten Stoßfänger ins Plastik der Frontschürze gewandert. Die Motorhaube, die aus Kostengründen keine zwei Dämpfer, sondern nur noch ein Stab offen halten, wirkt etwas höher und hat zudem zwei weitere Sicken verpasst bekommen. Im Zusammenspiel mit dem flacher designten neuen VW-Logo wirkt die Front in Summe etwas „stupsnasiger“. Die Rückansicht zeigt etwas weniger Veränderungen. So ist nun der Name „Golf“ äußerst prominent direkt unterhalb des VW Logos positioniert, die Rückleuchten etwas verjüngt und die Reflektoren gut 15 Zentimeter nach oben gewandert.

Der Erstkontakt mit den Sitzen des neuen Golf 8 fällt positiv aus – ja, auch für einen 1,95 Meter großen Mann. Die Sitze schmiegen sich ordentlich an den Oberkörper an, bieten eine ausreichende, aber nicht verlängerbare Beinauflage und sorgen für eine gute Sitzposition. Das Lenkrad lässt sich mithilfe eines Griffs – nicht Schalters – manuell in der Tiefe und der Höhe verstellen. Für die Sicht nach hinten sorgt noch ein von Plastik eingerahmter Spiegel.

Digitales Cockpit serienmäßig

Ebenfalls nicht rahmenlos, aber dafür bestückt mit neuester Technik sind die beiden Bildschirme im Cockpit des Golfs. Der serienmäßig digitale Instrumentenbildschirm zeigt aber nicht nur Fahrdaten wie Drehzahl oder Geschwindigkeit an, sondern lässt sich komplett zur Navigationskarte umkonfigurieren. Die Bedienung erfolgt intuitiv und ist nach wenigen Versuchen erlernt. Gleiches gilt für das Infotainmentsystem inklusive Touch-Bedienleiste davor. Das Wichtigste: Eine Berührung des An-Aus-Symbols in dieser Leiste sorgt für Ruhe im Innenraum (Mute). .

Dass dem großgewachsenen Fahrer die Haare nicht allzu weit zu Berge stehen können, dafür sorgt das bis zur Mitte des Dachs installierte Panoramadach. Spätestens ab 1,95 Meter Körpergröße sollte auf keinen Fall das Häkchen an dieser Stelle der Aufpreisliste gesetzt werden, denn das schicke Extra kostet rund vier Zentimeter Kopffreiheit. Apropos Häkchen, beziehungsweise Haken: Die berühmten Kleiderhaken an der B-Säule sind gestrichen. Serienmäßig hingegen sollen zwei kleine Fächer oben und ein größeres Fach unten an der Rückseite von Fahrer- und Beifahrersitz erhältlich sein. Verstaumöglichkeiten für Smartphone und Tablet sind somit nun auch vorhanden. Unabhängig davon und sogar unabhängig von der Art des Daches (das Panoramadach reicht nur bis zur Mitte des Dachs) sitzt es sich im Fond sehr gut und bequem. Sowohl die Knie als auch der Kopf haben ausreichend Platz. Der Hintern ruht auf Sitzflächen aus Alcantara und lässt sich per Knopfdruck sowohl in der ersten, optional auch in der zweiten Sitzreihe (beide Außensitze) beheizen. Maximal drei Isofix-Befestigungen (Beifahrersitz und äußere Rücksitze) stehen zur Verfügung.

Kalte Füße und Platz zum Reisen

Wobei der Begriff „Knopf“-Druck es nicht immer ganz trifft. Denn Knöpfe oder Schalter sind mit Ausnahme des Multifunktionslenkrad äußerst selten anzutreffen. Lediglich der Gangwahlschalter, die Parkbremse, der Start-Stopp-Knopf und die Warnblinkanlage fühlen sich noch wie echte Schalter und Wählhebel an. Der Rest ist in berührungsempfindliche Überflächen gebettet oder relativ natürlich per Sprachbefehl zu justieren und bedienen. Mit ein wenig Übung dürften Befehle wie „Ich habe kalte Füße“ oder „Zur Finca Bar Celona in Essen“ so normal werden, wie Gasgeben und Bremsen. Eine korrekte und deutliche Aussprache vorausgesetzt, sonst wird die Fahrt zum Stammlokal im Ruhrgebiet schnell zur Weltreise.

Ist tatsächlich eine weitere Reise geplant, passen bei umgelegter Rückbank immerhin rund 1.300 Liter Gepäck auf den ebenen Ladeboden im Wolfsburger. Vorausgesetzt die drei Kopfstützen sind etwas aus ihrer Ruheposition gefahren und liegen nicht auf der Sitzfläche auf. Ist dies der Fall, ergibt das eine knapp 13-Grad-Steigung zum Cockpit hin. Bei vollbesetzter Rückbank schluckt der variable Gepäckraum etwa 380 Liter. Genaue Daten liegen leider noch nicht vor. Sowohl links als auch rechts finden sich zwei Haken für Einkaufstaschen sowie an der rechten Seite unterhalb der Kofferraumleuchte eine 12 Volt-Steckdose und der Schalter für die optionale Anhängerkupplung. Die Heckklappe ist im Übrigen leider weder serienmäßig noch optional elektrisch zu öffnen. Dafür verfügt sie sowohl links als auch rechts über Griffmulden und grafische Hinweise, die Hände beim Schließen doch bitte rechtzeitig wegzuziehen.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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