EuroNCAP-Crashtest 2018

Der Fiat Panda holt sich im EuroNCAP-Crashtest eine
0-Sterne-Wertung. Bei der Insassensicherheit kommt er auf 45%, bei
der Kindersicherheit auf 16%.
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Der Fiat Panda holt sich im EuroNCAP-Crashtest eine 0-Sterne-Wertung. Bei der Insassensicherheit kommt er auf 45%, bei der Kindersicherheit auf 16%.

© EuroNCAP
10.12.2018 - 06:15 Uhr von Uli Baumann

EuroNCAP überprüft regelmäßig in verschiedenen Crashtests die Sicherheit neuer Autos. Hier finden Sie alle Ergebnisse der 2018 gelaufenen Crashtests. Aktuell: Audi Q3, BMW X5, Hyundai Santa Fe, Jaguar I-Pace, Peugeot 508, Volvo V60 und S60 mit jeweils fünf Sternen. Der Jeep Wrangler erhält nur einen Stern, der Fiat Panda keinen Stern.

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Das EuroNCAP-Konsortium hat für das Jahr 2018 die Anforderungen in den Crashtests weiter erhöht. Neu im Testprogramm sind der Fahrradfahrer sowie diffuse Lichtverhältnisse, mit denen der Notbremsassistent zurechtkommen muss. Beurteilt wird jetzt auch die Leistungsfähigkeit von Spurhaltesystemen. Hier die Testergebnisse im Einzelnen:

Fiat Panda

Das aktuelle Crashtestergebnis für den Fiat Panda ist eine Katastrophe. Beim Insassenschutz kommt der Kleinwagen nur auf 45 Prozent der erreichbaren Punkte. Das sind exakt: 17,4 Punkte. Beim versetzten Frontalcrash blieb die Fahrgastzelle zwar stabil und auch die unteren Extremitäten der Passagiere waren ordentlich geschützt. Allerdings waren die Belastungen für den Oberkörper des Fahrerdummies extrem hoch. Auch beim Frontal-Aufprall konstatierte EuroNCAP einen sehr schwachen Schutz für die hinteren Passagiere im Bereich des Oberkörpers. Der Kopfschutz des Fahrers war schwach, der Schutz des Oberkörpers nur gering. Beim Heckaufprall zeigte sich ein extrem schlechter Schutz gegen das Schleudertrauma auf den hinteren Sitzen, die Belastung für den Nacken der Frontpassagiere fiel etwas besser aus.

Bei der Kindersicherheit erreichte der Panda 8 Punkte und damit nur 16 Prozent eines möglichen Top-Ergebnis. Bei beiden Kinder-Dummies (6 und 10 Jahre alt) gab es nur einen sehr schwachen Schutz für die Köpfe und die Nacken. Der Oberkörper des 10 Jahre alten Kindes wäre nur schwach geschützt.

Auch bei Seitenaufprall sind die Kinderköpfe den Belastungen nahezu schutzlos ausgeliefert. Beim Front- und Seitenaufprall erreichte der Panda daher null von 24 Punkten. Die Bewertungen des Fußgängerschutzes beim Panda sind mit 47 Prozent der erreichbaren Punkte (22,9 Punkte) ebenfalls schlecht. Der Kopfschutz beim Aufprall auf die Motorhaube entpuppt insbesondere im Bereich der Seiten und der A-Säulen als schlecht.

Jeep Wrangler

Der SUV erhält im aktuellen Crashtest lediglich einen Stern, in Zeiten, in denen aktuelle Fahrzeuge mindesten fünf Sterne erhalten, eine Bankrotterklärung in Sachen Sicherheit. Beim versetzten Frontalcrash ist nach dem Ergebnis des Test die Fahrzeugstruktur nicht in der Lage, höhere Belastungen auszuhalten. Das zeigt auch die Verformung des Fußraums an, wenngleich dort das Verletzungsrisiko für die unteren Extremitäten nur gering ausfiel. Die Belastung für den Oberkörper des Fahrers war sehr hoch, beim reinen Frontalaufprall war das Verletzungsrisiko für die hinteren Passagiere extrem. Immerhin, im Seitenaufpralltest erreichte der Wrangler die maximale Punktzahl. Auch die Kopfstützen bieten eine gute Sicherheit in Sachen Schleudertrauma. Insgesamt erhielt der Jeep Wrangler in der Kategorie Insassenschutz 19,3 Punkte. Das entspricht 50 % der möglichen Punkte.

Beim Kinderschutz kommt der Jeep auf 34,3 Punkte und somit 69 Prozent der möglichen Punktzahl. Die Gründe dafür sind unter anderem, dass beim Seitenaufprall-Test der Kopf des 10 Jahre alten Dummys an der Karosserie anschlug. Bei diversen Kindersitzen sahen die Tester beim Einbau ein sicherheitsrelevantes Problem.

In Sachen Fußgängerschutz vergab EuroNCAP 23,9 Punkte, das waren 49 Prozent der erreichbaren Punkte. Während der Stoßfänger die Beine von Fußgängern kaum verletzt, war der Schutz bei Aufschlag des Kopfes auf die Motorhaube überwiegend schlecht.

In der vierten Kategorie, der Sicherheitsausstattung, kommt der Wrangler auf 32 Prozent der erreichbaren Punkte (4,2 Punkte). Insbesondere das Fehlen eines Spurhalteassistenten und eines City-Notbremsassistenten brachten jeweils nur null Punkte.

Peugeot Rifter, Opel Combo und Citroën Berlingo

Ebenfalls zum Crashtest trat der Peugeot Rifter an, der sein 4-Sterne-Ergebnis an die baugleichen Schwestermodelle opel Combo und Citroën Berlingo vererbt. Beim Insassenschutz holt das Hochdachmodell 91 Prozent der möglichen Punkte. Leicht erhöhte Belastungswerte wurden für den Brustbereich von Fahrer und Beifahrer bei den Frontalcrashszenarien vermerkt. Bei der Kindersicherheit kommt das Trio auf 81 Prozent der Punkte, mit dem Hinweis, dass die dritte Sitzreihe nicht für Kindersitze geeignet ist. Beim Fußgängerschutz gibt es 58 Prozent. Die A-Säulen sind zu hart und der Notbremsassistent erkennt keine Fahrradfahrer. Bei der Sicherheitsaustattung kommen die Hochdachkombis auf 68 Prozent.

Ford Tourneo Connect mit sehr gutem Insassenschutz

92 Prozent der möglichen Punkte beim Insassenschutz sind ein sehr gutes Ergebnis. Trotzdem kommt der Ford nur auf vier Sterne. Aber bleiben wir beim Insassenschutz. Hier rutschte beim Frontaufprall der Fahrerdummy unter dem Beckengurt hindurch. Der Schutz für den Beckenbereich wurde mit der schlechtesten Note bewertet. Ansonsten bietet der Ford insbesondere beim Seitenaufpralltest einen sehr guten Schutz, hier erhielt er die volle Punktzahl.

Der Kinderschutz wurde mit 79 Prozent der möglichen Punktzahl bewertet. Auch hier gab es die volle Punkzahl beim Seitencrash. Lediglich beim Frontalaufprall rutschte der Sicherheitsgurt des 10-Jahre-Kinder-Dummys von der Schulter. Dafür gab es Abzüge. Ebenso gab es Abzüge bei der Erkennung von Fahrradfahrern.

Suzuki Jimny beim Frontcrash mit deutlichen Problemen

Der kleine SUV kommt mit einer Drei-Sterne-Wertung aus dem aktuellen Crashtest. 73 Prozent der möglichen Punkte für den Insassenschutz sind zu wenig für eine bessere Bewertung. Beim Frontaufprall schlug der Kopf durch den nicht vollständig geöffneten Airbag aufs Lenkrad durch. Die Fahrgastzelle wurde beim versetzten Aufprall stark deformiert, der Oberkörper des Fahrers war sehr hohen Belastungen ausgesetzt. In Sachen Kindersicherheit kommt der Jimny auf 84 Prozent der Punkte. Hier war die Belastung für den Nacken beim Frontcrash für etwas erhöht. Bei den Sicherheitsassistenzsystemen erreicht der Jimny 50 Prozent der Punkte. Die Tester kritisieren hier den nicht vorhandenen Spurhalteassistenten.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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