Fahrerlos im Tunnel ab 2020: So hält Elon Musk sein Autonom-Versprechen

Fahrerlos im Tunnel ab 2020: So hält Elon Musk sein
Autonom-Versprechen
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Fahrerlos im Tunnel ab 2020: So hält Elon Musk sein Autonom-Versprechen

© The Boring Company

Seit 2016 verspricht Elon Musk, dass seine Teslas autonom fahren werden. 2020 wird es auf jeden Fall soweit sein. Aber wahrscheinlich anders, als viele denken.

Im Herbst 2016 hatte Tesla-Chef Elon Musk in einem Interview seine Idee einer autonomen Auto-Welt skizziert: Warum nicht sein an der Ostküste der USA parkendes Auto per Smartphone-Befehl zu sich fahren lassen, egal ob man sich zwischenzeitlich zum Beispiel an der Westküste aufhält, oder nicht? Drei Jahre sollte es laut Musk dauern, um die Technologie einsatzbereit zu haben. In der Zwischenzeit ist viel passiert, aber selbst Tesla ist noch sehr weit davon entfernt, ein Auto ohne Fahrer in den USA von Küste zu Küste fahren lassen zu können. Wenn's nach Elon Musk geht, liegt das eher nicht an Tesla und der Autopilot-Software, sondern an der mangelhaften Infrastruktur und den fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen.

Software nochmal komplett neu aufgesetzt

Immerhin gab der Tesla-Gründer auf dem Battery Day 2020 zu, den angepeilten Start der "Full Self Driving"-Funktion (FSD) nicht wie geplant Ende 2019 hinbekommen zu haben. Grund: Die gesamte Software sei von einem Team aus 300 Entwicklern von Grund auf neu aufgesetzt worden. Laut einem Tweet von Musk soll die neue Version aber Mitte Oktober an ein paar ausgewählte Tesla-Fahrer ausgeliefert werden. Er selbst sei bereits mit der ersten Alpha-Version unterwegs und damit in der Lage, sich "fast ohne Lenkeingriff" ins Büro fahren zu lassen.

Langsamer Roll-out

Später würde die neue Software dann einem breiteren Kreis von Beta-Testern zur Verfügung gestellt, bevor sie nach und nach für alle Tesla-Besitzer mit der nötigen Hardware an Bord aktiviert werden könne, so Musk. Können dann alle Teslas autonom fahren? Sicher nicht. Vorher müssen die Funktionen in der Praxis erprobt und wenn nötig verbessert werden. Erst im Anschluss könnten die gesammelten Daten den entsprechenden Aufsichtsbehörden zur Zulassung vorgelegt werden. Den amerikanischen Zulassungsbehörden, versteht sich.

Autonom unter der Erde

Warum Musk dennoch sein Versprechen einhalten wird, bereits Anfang 2021 eine Flotte vollautonomer Teslas auf der Straße zu haben? Weil man Straßen eben nicht nur oberirdisch bauen kann. Die Tunnel, die Elon Musk mit seiner "The Boring Company" in Rekordzeit durch den Untergrund treibt, sehen nicht nur beeindruckend aus, sie sind auch Teil seines Autonomie-Versprechens. Kein Gegenverkehr, keine Ampeln und Verkehrsschilder, die schlecht erkennbar sind, keine Wettereinflüsse. Der erste kommerzielle Tunnel in Las Vegas, "Vegas Loop" genannt, ist gebohrt und wird noch 2020 in den Testbetrieb gehen. Anders als noch bis Ende 2019 angenommen, wird Tesla die Autos ohne die so genannten "Guide Wheels" in den Tunnel schicken, die bis dahin den Abstand zu den engen Tunnelwände sichergestellt haben. In den aktuellsten Aufnahmen aus den Boring-Tunnels ist gut zu erkennen, dass sich dort jetzt eine dunkle Fahrbahn mit hellen weißen Markierungen befindet, auf der sich das Fahrzeug eigenständig ausrichten kann.

Taxi ohne Fahrer

Im Betrieb soll es laut Musk zwei unterschiedliche Nutzungs-Szenarien geben: Tesla-Fahrer nutzen den Tunnel mit ihrem eigenen Auto und lassen sich autonom von A nach B fahren. Hinzu kommen aber auch Flotten aus Tesla-Fahrzeugen, die fest in den Loops genannten Tunneln stationiert sind und von Jedermann wie eine Art Untergrund-Taxi gebucht werden können.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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