Ford Bronco: Kommt der Kult-Offroader zurück?

Ford Bronco (2021): Retro-Geländewagen komplett ungetarnt
geleakt
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Ford Bronco (2021): Retro-Geländewagen komplett ungetarnt geleakt

© Bronco6G/Juggernaut via Twitter

Alle Schleusen sind offen: Immer mehr anscheinend heimlich im Werk aufgenommene Bilder zeigen den neuen Ford Bronco ungetarnt – auch der neue Baby Bronco ist zu sehen. Der Geländewagen kommt Anfang 2021 als Zwei- und Viertürer auf den Markt.

Ford hatte keine Chance: Die heimlich im Werk aufgenommenen Bilder sämtlicher Versionen des neuen Ford Bronco haben sich ruckzuck im Netz verbreitet. Jetzt ist auch der Zweitürer in voller Pracht zu sehen. Außerdem gibt es eine von BroncoSportForum.com veröffentlichten Studioaufnahme des Bronco Sport. Dabei könnte es sich um den sogenannten Baby-Bronco handeln. Größenmäßig wäre er ein Jeep-Renegade-Konkurrent, aber er sieht hochwertig und gut ausgestattet aus. Vielleicht möchte Ford mit dem Geländewagen anspruchsvolle Kundschaft ins Visier nehmen, vielleicht handelt es sich um ein top ausgestattetes First-Edition-Modell oder Ford hat den Bronco Sport für erste Fotos einfach besonders hübsch gemacht. Auffällig ist der inklusive Säulen schwarz abgesetzte Dachbereich. Die Räder wirken auf den Fotos profillos – die Serienbereifung dürfte deutlich anders aussehen.

Ganz anders sieht der erwachsene Bronco auf dem Foto direkt aus dem Werk aus: Er hat eine weniger gebogene Front mit anderen Scheinwerfern und er fährt auf grobstolligen Gelände-Pneus. Während der Bronco Sport als Version mit festem Dach zu sehen ist, hat der unbekannte Fotograf den Bronco als Variante mit abnehmbaren Dach erwischt. Auch hier sind Säulen und Dach schwarz abgesetzt.

Der neue Ford Bronco soll eigentlich auf der New York Auto Show (10. bis 19. April 2020) zu sehen sein, sein kleiner Sport-Bruder wäre vielleicht ebenfalls mit von der Partie. Allerdings ist es wegen der Ausbreitung des Corona-Virus fraglich, ob die Autoshow überhaupt stattfindet.

Stolze 16 Jahre ist es bereits her, dass Ford auf der Automesse in Detroit das Bronco-Konzeptfahrzeug auf die Bühne rollte. Seitdem hat sich viel getan in der Branche. SUV boomen und immer wieder flammte das Gerücht auf, der Bronco könnte unmittelbar vor der Wiedergeburt stehen.

Ford: Wir bringen den Bronco zurück

Nachdem Ford bereits 2016 via Twitter bekannt gab: "Wir bringen den Bronco zurück", dauerte es nochmal zwei Jahre, bis ein erstes Teaserbild im März 2018 veröffentlicht wurde. Weitere Hinweise auf den Fullsize-SUV folgten. Auf einer ersten Händlerveranstaltung in Las Vegas 2019 präsentierte Ford ein paar Bilder vom kommenden Baby-Bronco. Auf einem Bild ist im Hintergrund ein viel zu großer und sehr kantiger Schatten zu sehen. Die Silhouette zeigt zudem ein angehängtes Reserverad. Die Form passt zu einem Retro-Kult-SUV und der Optik der spektakulären Studie. Nun gibt es ein weitere Fotos. Es zeigt den Bronco unter eine schlammbedeckten Plane, die schon ein wenig die Form des Fullsize-SUV widerspiegelt. Wir erkennen eine kantige Karosserie mit Reserverad, ausgestellte Kotflügel, eine steil stehende Windschutzscheibe sowie eine waagerechte und kurze Motorhaube.

Dank der ersten exklusiven Erlkönig-Bilder gibt es auch einen ersten Blick in den Innenraum des Ford Bronco. Dort sehen wir nicht nur die Verstrebungen des abnehmbaren Hardtops, sondern auch den kantigen Armaturenträger inklusive Bildschirm. Ebenfalls ist unserem Fotografen ein Bild von der Unterseite gelungen: Hier ist die Starrachse des SUV gut zu erkennen.

Hardtop und abnehmbaren Türen

Seine Premiere feiert der SUV auf einer Ford-eignen Veranstaltung im März 2020. Zur Markteinführung früh im Jahr 2021 wird er dann als Zwei- und als Viertürer und zu Preisen ab 30.000 US-Dollar (umgerechnet 27.000 Euro) an den Start gehen. Ein abnehmbares Hardtop macht den SUV zum Teil-Cabrio. Darüber hinaus sollen auch die Türen entfernt und im Kofferraum untergebracht werden können. Diese Version ist jedoch aufpreispflichtig. Ein neues Patent zeigt, dass nur ein massives Rohrgestell im Türbereich stehen bleibt, das zudem mit einem integrierten Seitenairbagsystem bestückt ist.

Damit es mit den abgenommenen Türtafeln kein Problem mit den Außenspiegeln gibt, sind diese direkt an der A-Säule montiert. Das zeichnet sich auch unter der Plane ab.

Neueste Patentzeichnungen zeigen zudem noch einen ausfahrbaren Sicherheitsbalken. Dieser ist zusammenschoben im unteren Teil der A-Säule untergebracht. Ob sie nur im Falle einer Kollission ausfährt oder grundsätzlich Faherer und Beifahrer bei den herausgenommenen Türen schützt, ist unklar.

Ansonsten kommt der Ford Bronco mit einem rechteckigen Grill, auf dem breit und groß der "Bronco"-Schriftzug zu erkennen ist. Rechts und links erstrahlen Rundscheinwerfer. Zur Technik gibt es ebenfalls die ersten Infos. Als Top-Motor kommt das 2,7 Liter große Ecoboost-Aggregat mit 325 PS zum Einsatz. Der Antrieb ist aus dem F-150 bekannt. Als weiterer Motor steht ein 2,3-Liter-Vierzylinder-Ecoboost-Turbo in Aussicht. Gekoppelt werden die Motoren wahlweise mit einem manuellen Siebengang-Getriebe – vermutlich von Getrag – oder einer Zehngangautomatik, die in Zusammenarbeit mit GM entwickelt wurde. Beide Getriebe übertragen die Motorpower an die Hinterachse, optional auf alle vier Räder. Auch eine Hybrid-Version ist in der Mache: Hier wird sich der Bronco den Antriebsstrang aus dem Explorer ausleihen.

Weitere Patentanmeldung lassen auch schon erste Spekulationen über Sondermodelle und Ausstattungsvarianten blühen. So hat sich Ford im Zusammenhang mit dem Bronco die Bezeichnungen "Outer Banks" und "Big Blend" schützen lassen, die beide auf Sonderserien hindeuten.

Ford Bronco als Jeep-Konkurrenz

Als Ford die Produktion des Bronco 1996 nach insgesamt 30 Jahren Bauzeit beendete, war vom Ursprungsgedanken dieser Fahrzeugreihe nichts mehr zu erkennen. Der Ur-Bronco war ein relativ kompakter, sehr geländetauglicher Wagen mit Starrachsen, der gegen den Jeep CJ (der heutige Wrangler) positioniert war. Als er ausgemustert wurde, ersetzte ihn Ford hingegen durch den riesigen Expedition. Im Laufe der Jahre schwoll der Bronco immer weiter an, weil sich Ford aus Kostengründen großteils des Fullsize-Pickups der F-Serie als technische Basis bediente.

Und genau das soll, im Downsizing-Format, künftig wieder geschehen. Anlässlich der Detroit Motor Show 2016 gab der damalige Ford-CEO Mark Fields bekannt, dass Ford in naher Zukunft die Einführung von vier weiteren Geländewagenmodellen auf dem US-Markt plant. Ford geht davon aus, dass der Marktanteil von SUV im Gesamtmarkt in den kommenden Jahren auf 40 Prozent anwachsen wird. 2016 lag er bei 30 Prozent. Da möchte man verständlicherweise mitverdienen, doch in vielen Offroad-Segmenten hat Ford derzeit nichts anzubieten.

Vier neue Ford-Offroader

Neben dem kleinen Ecosport wurde mittlerweile auch der bei uns bekannte Midsize-Pickup Ford Ranger im US-Markt eingeführt. Die Konkurrenz (Chevrolet Colorado, Toyota Tacoma) kann mit den für US-Verhältnisse kompakten Pickups bereits gute Geschäfte machen, während Ford bislang nur die große F-Serie im Programm hatte.

Der US-Ranger übernimmt im Michigan-Werk die Kapazitäten, die der auslaufende Focus hinterlässt. Ein neuer Ford Bronco auf Basis des Ranger würde dort auch historisch gut passen – war das Werk doch von 1966 bis 1996 Produktionsort für die bisherigen fünf Bronco-Generationen.

Der Zeitplan ist ebenfalls passend: Zum Modelljahr 2018 hatte Fiat-Chrysler die nächste Modellgeneration des Jeep Wrangler vorgestellt. Der speziell in den USA extrem erfolgreiche Wrangler wäre klarer Hauptkonkurrent für den neuen Ford Bronco. Der neue Ford Ranger wurde in Australien entwickelt, parallel dazu laufen die Arbeiten am neuen Bronco.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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