Die Ford-Neuheiten bis 2021

Der Ford Foucs Turnier legt im Vergleich zum Vorgänger um satte
zehn Zentimeter zu, misst also 4,66 Meter in der Länge. Hinter der
steilstehenden Heckklappe finden im neuen Kombi-Modell mehr als 600
Liter Platz.
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Der Ford Foucs Turnier legt im Vergleich zum Vorgänger um satte zehn Zentimeter zu, misst also 4,66 Meter in der Länge. Hinter der steilstehenden Heckklappe finden im neuen Kombi-Modell mehr als 600 Liter Platz.

© Rossen Gargolov
18.10.2018 - 08:45 Uhr von Holger Wittich

Ford hat 2018 und in den kommenden Jahren einige spannende Neuheiten im Köcher, mit denen die gesamte Produktbandbreite angedeckt wird: SUV, Hardcore-Sportwagen, Kleinwagen, Sport-Kompakte, Familienautos und Legenden. Ein Überblick.

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Ford überarbeitet seine Modellstrategie derzeit radikal. Die Weltauto-Strategie unter dem Motto „One Ford“ von Alan Mulally 2006 ausgerufen, steht vor dem Ende. In deren Rahmen wurde die Anzahl der Plattformen von 30 auf neun reduziert, die Einkaufskosten drastisch heruntergefahren und zahlreiche Modelle neu auch in Europa angeboten. So bietet Ford in Europa jetzt auch unter anderen den Ford Mustang und den Ford Edge an. Weltweit hatte Ford damit Erfolg, in den einzelnen Märkten jedoch weniger, wie Ford-Entwicklungsvorstand Hau Thai-Tang unlängst in einer Pressekonferenz in New York erklärte. „One Ford war nicht falsch, wir bauen darauf auf und entwickeln uns weiter“, so Thai-Tang.

Entsprechend muss der Konzern seine aktuelle Modellpalette auf die jeweiligen Märkte zuschneiden und im gleichen Zuge Kosten sparen. Zentrale Maßnahme ist die weitere Reduzierung auf nur noch fünf Plattformen:

  • Selbsttragendes Chassis für Nutzfahrzeug (Vans)
  • Selbsttragendes Chassis für Frontantrieb mit Allrad-Option (Kompakt bis Mittelkasse)
  • Selbsttragendes Chassis für Elektroautos
  • Selbsttragendes Chassis für Heckantrieb oder Allrad
  • Leiterrahmen-Plattform mit Heck- oder Allradantrieb (u.a. Pickup-Trucks, große SUV)

C-Max vor dem Ende

Für Europa bedeutet dies ebenfalls Einschnitte. Ford-Boss Jim Hackett zeigte sich „extrem unzufrieden“ – im zweiten Quartal 2018 fuhr Ford in Europa einen Verlust von 73 Millionen US-Dollar vor Steuern ein. Auch das Gesamtjahr wird wohl mit einer roten Zahl abschließen. Im Vergleich dazu steht der Gewinn von 234 Millionen US-Dollar aus dem Jahr 2017. Ein Grund für den Absturz: Der Brexit. Seit der Ankündigung der Briten aus der europäischen Union auszusteigen rauscht das britische Pfund in den Keller, schlecht für den größten EU-Markt von Ford.

Aktuell möchte man um die Verluste einigermaßen aufzufangen den Nutzfahrzeugabsatz ankurbeln und auch das Angebot an SUV ausbauen. Außerdem hat Ford in den USA die Investitionen in traditionelle Limousinen gestoppt. Dies betrifft in erster Linie den Fusion, auf dessen Basis hierzulande der Mondeo angeboten wird. Fraglich also, wie die Zukunft des Mittelklässlers aussieht. Nahezu fix scheint die Entscheidung zu sein, den Minivan C-Max aus dem Programm zu nehmen, der nach Angaben von Farley nicht die Erwartungen erfüllt. Auch von den beiden Vans Ford S-Max und Galaxy wird wohl nur ein Modell überleben.

Schlechte Umsatzrendite in Europa

Die Strategie von Ford in Europa sei nach dem Bericht des Manager Magazins darauf ausgerichtet, Kosten zu senken und langfristig eine Profit-Marge von sechs Prozent zu erreichen. So zitiert das Blatt den Gesamtbetriebsratschef Martin Henning: Aktuell gebe es „keine Beratungen oder Gespräche zu einer Restrukturierung“, man wolle sich aber ungern an Spekulationen beteiligen.

In Deutschland habe man den Marktanteil von Ford immerhin ausgebaut – auch bei den Nutzfahrzeugen. Im ersten Halbjahr seien die Verkäufe um 5,7 Prozent gestiegen. Jedoch liegt die Umsatzrendite nur bei 1,3 Prozent, also weit entfernt von den angestrebten sechs Prozent.

Immerhin investiert Ford USA noch in Deutschland. 300 Millionen Euro flossen in die Fertigung des Ford Fiesta, 600 Millionen in die Produktion des Focus in Saarlouis. Allerdings fehlt es wohl an einem klaren Bekenntnis aus den USA zur Fertigung von SUV-Modellen in Deutschland. „Die Entwicklungs- und Produktionspläne zeigen nichts, was über die aktuellen Fiesta- und Focus-Modelle hinausweisen würde“, kritisiert Betriebsratschef Hennig in „IG Metall@Ford“. SUV und Crossover-Modelle für Europa laufen in Spanien und Rumänien vom Band.

Ford Mach 1 als erstes E-Auto von Ford

Und hier hat Ford einiges in Petto: 2020 soll ein voll-elektrischer Crossover mit dem bisherigen Arbeitstitel Mach 1 (mit CX430 kursiert aktuell ein weiterer Arbeitstitel, der jedoch nicht für dieses Fahrzeug gilt) auf den Markt kommen. Ein erstes Teaser-Video zeigt einen Ford Explorer sowie einen Ford Mustang gemeinsam in eine Garage fahren und durch einen Blitzschlag zu einem nicht sichtbaren Zukunftsmobil verschmelzen. ABER: Anders als lange vermutet wird der Stromer nicht auf der Mustang-Plattform, sondern auf der neue Plattform für Elektromodelle.

Dass der Mach 1 dennoch etwas vom Mustang mitbekommt, scheint aber im Lastenheft fest verankert. So verrät Jim Farley (Executive Vice President and President, Global Markets) über das Design des EV: „Eine schlanke Silhouette, null Emissionen, vier Türen und die rebellische Seele eines Mustangs.“ Warum alle Welt lange Zeit dachte, dass der Neuling auf der Mustang-Plattform aufbauen wird, liegt zu großen Teilen an den knappen Heißmacher-Informationen von Jim Farley (Executive Vice President and President, Global Markets), der im Januar meinte: „Was wäre, wenn man das…”, bezugnehmend auf einen satten V8-Sound, “… mit den Beschleunigungswerten eines E-Fahrzeugs kombinieren würde?„ Doch beim Mach 1 soll es nicht bleiben. Bis 2022 will Ford 16 weitere Elektromodelle weltweit anbieten, dazu 24 Hybrid-Fahrzeuge.

Der Ford Bronco kehrt zurück – nicht alleine

2020 wird Ford den Bronco wieder auflegen und den legendären SUV auch in Europa anbieten. Er wird als ein kompromissloser Geländegänger mit Allradantrieb an den Start gehen und auf der neuen Ford Ranger-Leiterrahmen-Plattform basieren. Der Pickup wird 2020 ebenfalls neu aufgelegt. Aber auch dem Jeep Renegade will Ford etwas entgegen setzten und kündigt schon für 2019 die Präsentation eines kleinen SUV an. 2020 wird der als Baby-Bronco titulierte Kompakt-SUV an den Start gehen. Welchen Namen das Modell tragen wird, steht nicht fest, allerdings hat Ford die beiden Namen “Maverick„ und “Timberline„ schützen lassen. Fix ist indes: Der Ford Timberline“ oder Ford „Maverick“ basiert auf der neuen modularen Frontantriebsplattform des Ford Focus. Optional ist in dem Retro-SUV auch Allrad möglich. Das Modell könnte in Europa den wenig erfolgreichen Ecosport ablösen.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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