Gerüche im Reisemobil beseitigen: Volldampf gegen Mief

Nase voll? Wir zeigen, wie man unliebsame Gerüche im Reisemobil
effektiv entfernt.
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Nase voll? Wir zeigen, wie man unliebsame Gerüche im Reisemobil effektiv entfernt.

© Ingolf Pompe

Gerüche im Reisemobil haben vielfältige Ursachen. Nicht immer hilft eine gründliche Reinigung. Die besten Tipps für Spürnasen. Wir zeigen Methoden gegen Mief und Muff, die zum Teil sogar auch mit Bakterien und Viren fertig werden.

Unser Geruchssinn arbeitet meist unauffällig, die Aufmerksamkeit gilt eher den über Augen und Ohren aufgenommenen Reizen. Dabei hat die Nase evolutionär große Bedeutung, warnt sie doch vor Gefahren und hilft, Freund und Feind zu unterscheiden. Nicht umsonst kann man manchen Zeitgenossen "nicht riechen".

Warum riecht es muffig im Wohnmobil?

Manchmal werden wir uns der Leistungsfähigkeit unserer Nasen schlagartig bewusst; beispielsweise beim Duft von Rosen oder frisch gemahlenem Kaffee oder – auf der anderen Seite des Spektrums – bei den Ausdünstungen von Kläranlagen und Mülleimern. Tatsächlich sind es in der Luft schwebende Moleküle, die an unsere Riechzellen andocken. Sie wandeln die chemische Botschaft in einen elektrischen Reiz um und leiten ihn ans Gehirn.

Beim Betreten des Reisemobils etwa nach der der Winterpause steigt dem Eigner ein abgestandener Geruch aus dem Inneren des Wohnmobils in die Nase. Schon beim Einstieg in den Gebrauchten registriert der Interessent das Aroma eines abenteuerlichen Vorlebens. Nach jedem Regen mieft es drinnen modrig-feucht.

Die Ursachen für Gerüche im Reisemobil sind vielfältig

Rauch oder Tiere hinterlassen Spuren. Auch Fett und starke Gewürze wie Curry oder Knoblauch. Zeitmangel verhindert oft regelmäßiges Lüften in der Winterpause. Oder im Abwassertank gammelt die Brühe seit Monaten. Im schlimmsten Fall kündigt Moderhauch einen Aufbauschaden an. Es wird sogar von verendeten Tieren berichtet, die hinter Verkleidungen zum Vorschein kamen.

Allerdings: Wer sich in olfaktorisch belasteten Räumen länger aufhält, stellt ein merkwürdiges Phänomen fest. Die Nase gewöhnt sich an den Mief, nach einiger Zeit ist er kaum noch wahrnehmbar. Duftstoffe reagieren mit den Sinneszellen der Riechschleimhaut. Diese Geruchsrezeptoren sind dadurch für eine Weile blockiert und müssen erst wieder regenerieren.

Was spätestens beim nächsten Eintreten in die gute Wohnmobil-Stube der Fall sein wird. Da ist er wieder, dieser unangenehme Geruch in allen seinen Facetten. Nicht auszuhalten. Klarer Fall: Es muss etwas passieren.

Welche Mittel helfen auf die Schnelle?

Es gibt allerlei Hausmittelchen, auf die schon unsere Großmütter schworen, neben Essig zum Beispiel Natron, Zitronensaft oder auch Back- und Kaffeepulver. Aufgestellt in Schalen oder zugesetzt zum Putzwasser können sie Gerüche neutralisieren und überdecken.

Nichts anderes ist die Aufgabe sogenannter Geruchsbeseitiger und Lufterfrischer, die zahllose Tankstellen- und Baumarktregale füllen. Im Gegensatz zu Omas Hausmitteln ist die dort eingesetzte Chemie aber nicht immer ganz unbedenklich. Lufterfrischer überdecken Gerüche nur, Geruchsbeseitiger sind zudem in der Lage, Geruchsmoleküle zu isolieren oder gar zu zerstören.

Unser Test: Wie gut das funktioniert, haben wir unter Laborbedingungen ausprobiert. Dazu wurden kleine Teppichstücke mit Zigarettenasche und Buttersäure-Extrakt präpariert. Drei Nasen respektive Personen bewerteten unabhängig voneinander die Sofortwirkung. Dann wurden die Proben in Behältern verschlossen und vierzehn Stunden später wieder beschnüffelt. Die Ergebnisse unserer Versuche siehe oben.

Um die Wirkung der Chemie in Relation zu einem gängigen Hausmittel zu setzen, kam auch Kaffeepulver zum Einsatz. Und siehe da: Es ist den chemischen Kollegen in den meisten Punkten, nicht zuletzt in der Langfristwirkung, überlegen. Allerdings fordert die Anwendung etwas Geduld. Offen im Fahrzeug platziert, zeigt das Pulver immerhin schon nach einer Nacht Wirkung. Vor allem bei Buttersäuregerüchen kann Kaffee überzeugen, bei altem Tabakrauch dagegen wirkt er weniger.

Geruchsbeseitiger im Überblick

Platz 1: Gemahlener KaffeeNicht nur aufgebrüht in der Tasse ein Highlight, sondern auch als Geruchskiller mit Langzeitwirkung. Allerdings entwickelt Kaffee erst mit der Zeit seine volle Stärke.

  • Inhalt: 500 g
  • Preis: ca. 5 Euro/Kilo

Platz 2: Meguiar’s Odor EliminatorNeben dem Naturprodukt Kaffee erste Wahl beim Kampf gegen Buttersäureausdünstungen, auch langfristig. In verrauchten Innenräumen schwächelt das Produkt allerdings etwas.

  • Inhalt: 473 ml
  • Preis: ab 11 Euro

Platz 3: Sonax Smoke Ex GeruchskillerWirkt schon kurz nach dem Aufsprühen und bekämpft Asche- wie Buttersäuregerüche ordentlich. Seine Stärke liegt in der Nachhaltigkeit, schlechte Gerüche werden langfristig unterdrückt.

  • Inhalt: 500 ml
  • Preis: ab 4 Euro

Platz 4: Reimair GeruchskillerRückt üblen Gerüchen wie dem von Buttersäure wirkungsvoll zu Leibe, bei Rauchermobilen muss man es öfter anwenden. Zudem ist die Wirkung zeitlich sehr begrenzt, sodass eine wiederholte Anwendung in aller Regel nötig ist.

  • Inhalt: 500 ml
  • Preis: ab 10 Euro

Platz 5: Febreze Classic TextilerfrischerDer Klassiker unter den Geruchsentfernern liefert trotz besonders günstigem Preis ordentliche Arbeit. Er wirkt vor allem gegen Rauch, mit Buttersäureausdünstungen müht er sich. Hier empfiehlt sich die häufigere Anwendung.

  • Inhalt: 500 ml
  • Preis: ab 3 Euro

Platz 6: Würth Geruchs­entfernerDer Geruchsentferner von Würth spielt seine Stärken bei verrauchten Fahrzeugen aus und wirkt hier sofort. Gegen Buttersäure kann er nicht allzu viel ausrichten.

  • Inhalt: 500 ml
  • Preis: ab 21 Euro

Tipp: So werden Textilien wieder frisch

In Polstern und Textilien setzen sich Duftstoffe am hartnäckigsten fest. Nicht nur Käufer eines Gebrauchtmobils sollten über eine gründliche Reinigung der Polster oder gegebenenfalls auch die Erneuerung der Matratzen und Vorhänge nachdenken. Empfehlenswert ist die turnusmäßige Reinigung einmal im Jahr.

Vorhänge und Gardinen sind schnell abgenommen und in die Waschmaschine gesteckt. Das gilt für Polsterstoffe nicht immer. Gelegentlich fehlt ein Reißverschluss, um die Bezüge zum Waschen abzuziehen. Auf die Schnelle helfen zwar Geruchskiller-Sprays, die es von vielen Herstellern gibt. Doch viele überdecken Gerüche nur. Manche gehen sie allerdings auch chemisch an.

Gründlicher ist auf jeden Fall eine tiefenwirksame Intensivreinigung mittels Waschsauger. Mit der Düse eines solchen Geräts wird eine Reinigungslösung auf den Stoff gesprüht und entweder sofort oder nach entsprechend langer Einwirkzeit wieder abgesaugt. Eine gewisse Trocknungszeit muss man einkalkulieren. Die Anschaffung eines guten Sprühextraktionsgerätes lohnt sich indes kaum für den Privatmann; man kann es in Fachgeschäften jedoch ausleihen.

Alltagstipps gegen Mief im Reisemobil

Wer Geld und Nerven sparen will, setzt auf die Vermeidung der Gerüche. Obwohl sich Duftstoffe auf glatten Oberflächen weniger hartnäckig festsetzen, sollte man auch Möbelfronten gründlich säubern. Ein Neutralreiniger eignet sich dafür am besten, da er die teils empfindlichen Dekorfolien nicht angreift. Eine dünne Essiglösung bindet Gerüche ebenfalls. Sämtliche Schrank- und Möbel-oberflächen und auch das Innere der Schränke sollte man damit abreiben.

Unterwegs ist häufiges Lüften das A und O. Für einen gewissen, allerdings auch geschmacksabhängigen Wohlgeruch können Duftgläser sorgen. Übertreiben sollte man es damit aber nicht, denn das Luftvolumen im Inneren eines Reisemobils ist klein; der Geruch kann schnell zu intensiv werden. Gegen die Ursachen des Miefs sind viele Hausmittel machtlos. Besonders, wenn sie tiefer im Verborgenen liegen.

Aus dem Abwassertank müffelt es manchmal deftig. Grauwasser kann regelrecht faulen, wenn es lange im Tank steht. Zumal sich die für den Geruch verantwortlichen Keime unter solchen Bedingungen munter vermehren. Eine Gegenmaßnahme ist, die Keimbelastung zu minimieren – durch Wasserzusätze und die regelmäßige Reinigung mit Wirkstoffen wie Chlor.

Oder aber, indem man das Einleiten potenzieller Nährmilieus vermeidet. Unappetitliche Folgen haben nährstoffreiche Flüssigkeiten wie Nudelwasser. Auf Stell- oder Campingplätzen lässt sich dieses in einer Schüssel auffangen und separat entsorgen. Darüber hinaus sollte man den Tank leeren, so oft es geht, und bei längeren Standzeiten (wie der Winterpause) die Abtrocknung des Tanks ermöglichen, indem man den Ablasshahn geöffnet lässt.

Im Stand stoppen Siphons unter den Abläufen zwar das Aufsteigen lästiger Gerüche aus dem Abwassertank. Aber nicht unter jedem Ausguss ist dafür genug Platz. Die Stöpsel von Duschwannen und Waschbecken sollte man daher vorbeugend nach jeder Benutzung fest in den Ablauf drücken. Gerät das Fahrzeug beim Fahren in Bewegung, schüttelt es das Wasser gelegentlich aus den flachen Siphons, wodurch diese ihre Wirkung als Geruchsverschlüsse verlieren. Unter Umständen hilft auch die Installation eines Siphons mit größerem Wasservolumen.

Grillen im Freien ist für die Nasen der Reisemobilbewohner allemal die bessere Alternative zum Steak auf dem Dreiflammkocher. Es klingt banal, aber bei stark gewürzten Speisen hilft schon ein Topfdeckel, die Ausbreitung der Aromen zu verringern. Bei vielen Neufahrzeugen mittlerweile weit verbreitet sind Dunstabzugshauben, die meistens nach dem Umluftprinzip arbeiten. Effektiver beseitigen Ventilatordachhauben Düfte und Dämpfe, indem sie diese nach oben aus dem Mobil absaugen.

Bei Kassettentoiletten lässt sich ein sogenanntes SOG-System nachrüsten, das Gerüche nach draußen leitet. Die maßvoll eingesetzt durchaus sinnvollen Chemie-Zusätze überdecken den Klomief üblicherweise nur mit ihrem stark parfümierten Eigengeruch.

Chemisches Mittel 1: Ozon

Manchmal hilft aber alles nichts, dann müssen schwere Geschütze aufgefahren werden. Lange schon arbeiten Fahrzeugaufbereiter mit Ozongeneratoren. In diesen Geräten wird Ozon erzeugt, das als Spurengas auch in der Atmosphäre vorkommt. Es inaktiviert Geruchsmoleküle und tötet Bakterien und Viren ab. Als Gas dringt es in alle Ritzen, weshalb es vorrangig für die Desinfektion von Klimaanlagen in Fahrzeugen eingesetzt wird. Bei Menschen kann es in entsprechender Konzentration zu Reizungen der Atemwege und Augen führen und Atemwegserkrankungen begünstigen. Deshalb sollten die Fahrzeuge nach dem Einsatz gründlich gelüftet werden.

Doch auch dann ist das Verfahren nicht unumstritten. Ärzte der Deutschen Lungenstiftung warnen davor, durch Tabakrauch verpestete Räume mit Ozon zu behandeln. Mit Nikotin und weiteren Bestandteilen des Rauchs könne es sich zu feinstaubhaltigen Aerosolen verbinden, die toxische Verbindungen bis in die kleinsten Atemwege transportieren können. Das führe zu einem höheren Krankheitsrisiko als in unbehandelten Raucherräumen.

Chemisches Mittel 2: Kochsalzlösung

Ein weiteres Verfahren zur Desinfektion und Geruchsbeseitigung namens Air-Clean hat sich in den letzten Jahren etabliert. Entwickelt wurde es vom ehemaligen Tatortreiniger Armin Amberg, seine Unbedenklichkeit für Umwelt und Gesundheit ist durch Laborgutachten ebenso belegt wie seine Wirksamkeit gegen Viren und Bakterien. Es basiert auf der Kaltvernebelung einer Lösung namens Ano-Kath, einer elektrochemisch aktivierten Kochsalzlösung mit einem geringen Gehalt an hypochloriger Säure.

Beim Air-Clean-Verfahren von Herth + Buss wird diese chemisch aktivierte Kochsalzlösung – laut Laborgutachten unbedenklich für Umwelt und Gesundheit, aber wirksam gegen Viren, Bakterien und Pilze – im Innenraum des Fahrzeugs sowie in Klimaanlage und Lüftungskanälen vernebelt. Als Nebeneffekt sollen Geruchsmoleküle deaktiviert werden. Zusammen mit Außendienstler Jens Heun rückten wir damit einem 15 Jahre alten, stark vernachlässigten Rauchermobil auf die Pelle.

Per Kompressor wird sie im Fahrzeug vernebelt und wirkt dann, je nach Fahrzeuggröße, fünf bis fünfzehn Minuten ein. Auch hier werden die Geruchsmoleküle durch Oxidation deaktiviert, Bakterien und Viren durch die Zerstörung ihrer Zellwände.

Für das neuartige, aktuell sich verbreitende Coronavirus gibt es allerdings – wie auch beim Ozon – bislang noch keine Studien darüber, ob diese Methode auch hier wirksam ist. Da sich beide Verfahren gegenüber ähnlichen Viren aber bereits bewährt haben, ist davon auszugehen.

promobil Praxis-Test: Herth + Buss Air-Clean vs Waeco OZ 1000

In unserem Test ließen wir die beiden Wirkstoffe Ozon genauso wie Ano-Kath auf unterschiedliche Probanden los:

  • den Caravan unseres Kollegen Philipp Heise, den er von einem starken Raucher übernommen hat,
  • ein 15 Jahre altes Raucher-Wohnmobil,
  • einen mit Essensausdünstungen verseuchten Kastenwagen
  • sowie einen, von langen, kinderreichen Jahren gezeichneten Familien-Pkw.

Philipp hatte durch intensive Grundreinigung zwar den gelbbraunen Schleier auf sämtlichen Oberflächen im Innenraum des Caravans bereits beseitigt, der Geruch aber hing immer noch im Raum. Also setzten wir ein Ozongerät des Herstellers Waeco ein, das OZ 1000. Nach dreißig Minuten Einwirkzeit und intensivem Lüften war die Geruchssituation schon deutlich besser. Nach einer weiteren Stunde inklusive Behandlung der Heizluftschläuche war Philipp zufrieden, die Duftnote "Freiheit und Abenteuer" war verschwunden. Aber nicht völlig rückstandsfrei: Empfindliche Nasen registrieren geringe Rauchspuren nach längeren Standzeiten immer noch.

Im stark vernachlässigten Rauchermobil ließen wir den Profi des Anbieters Herth + Buss ran, der Air-Clean an Groß- und Fachhändler vertreibt. Außendienstler Jens Heun vernebelte die Ano-Kath-Lösung gründlich im Innenraum und behandelte zusätzlich sämtliche Oberflächen intensiv damit. Nach rund zwanzig Minuten Einwirkzeit war das Ergebnis zunächst vielversprechend. Nach einer weiteren Stunde Wartedauer war der Tabakmief aber in annähernd ursprünglicher Intensität zurück. Ohne gründliche Reinigung der Oberflächen kann offenbar auch Air-Clean keine Wunder bewirken. Zudem waren die Bedingungen mit sommerlichen Temperaturen deutlich über 20 Grad nicht optimal. "Wir empfehlen die Behandlung bei unter 20 Grad, sonst kann sich nicht genügend Nebel bilden, um auch die entlegensten Winkel zu erreichen", erklärt Jens Heun.

Deutlich erfolgreicher waren unsere anschließenden Versuche mit dem Gerät in besagtem Kastenwagen, den wir an einem kühlen Morgen behandelten. Nach dem Verschwinden des leichten Chlorgeruchs, der nach der Anwendung mit Ano-Kath noch für einige Stunden in der Luft lag, roch der Innenraum angenehm neutral nach nichts – und das anhaltend. Im Pkw, der während der Reinigung allerdings auch in der Wärme stand, war zumindest der unangenehme Geruch aus Klimaanlage und Lüftung verschwunden. Unsere Erfahrungen bestätigen, dass eine kühle Temperatur während der Air-Clean-Behandlung tatsächlich für eine effizientere Geruchsbekämpfung sorgt.

Fazit: Während sich Ozongeneratoren zur Selbstanwendung wegen der gesundheitlichen Risiken kaum empfehlen, könnte Air-Clean für Privatnutzer eine Option sein. Dabei sind Ozongeneratoren schon ab 50 Euro zu haben, die Vernebelungspistole von Air-Clean kostet jedoch rund 260 Euro und ein Liter Ano-Kath zudem rund 70 Euro. Diese Menge reicht für etwa drei Behandlungen. Lässt man die Maßnahmen vom Dienstleister durchführen, muss man für die Ozonvariante rund 130 Euro rechnen, die Behandlung mit Air-Clean kostet je nach Anbieter zwischen 70 und 100 Euro.

Feuchteschäden früh erkennen

Schimmliger Modergeruch verheißt nichts Gutes. Oft ist Feuchtigkeit im Aufbau die Ursache. Bei Gebrauchten ist hier äußerste Vorsicht geboten. Wasserränder um Fenster oder Aufbaukanten sind verräterische Zeichen. Oft fault darunter schon die hölzerne Tragstruktur der Sandwich-Wände.

Ein muffiger Modergeruch, der nach einer Intensivreinigung nicht verschwindet und bei Regen stärker wird, kann auf einen Schaden im Aufbau hindeuten. Viele Wohnmobile werden aus konventionellen Sandwich-Wänden aufgebaut. Zur Verstärkung dienen wie beim Fachwerkhaus meist Holzlatten an den Aufbaukanten und rund um Tür- oder Fensteröffnungen. Bei einer Undichtigkeit dringt Wasser ins Holz ein. Wenn dieses nicht mehr abtrocknen kann, beginnt es zu faulen und verliert seine stabilisierende Wirkung.

Feuchtigkeitsschäden lassen sich bei einer Dichtigkeitsprüfung aufspüren. Neben der Sichtprüfung kommen auch Feuchtigkeitsmessgeräte zum Einsatz. Materialschonend und genau sind sogenannte kapazitive Geräte, bei denen die Messsonden nur aufgelegt und nicht in die Innenverkleidung eingestochen werden, wie bei Widerstandsmessgeräten.

Unabhängig vom empfehlenswerten, in der Garantiezeit vorgeschriebenen Zwölf-Monats-Intervall, sollte man bei den ersten Anzeichen von verdächtigem Geruch eine Messung beim Fachhändler durchführen lassen. Ist ein Eingriff erforderlich, lässt sich nicht nur die weitere Ausbreitung der Müffelei verhindern, sondern auch einer Verschlimmerung des Schadens vorbeugen.

Hier geht's zu unserer Checkliste für den Gebrauchtkauf von Reisemobilen.

Schadstoffe im Mobil

Auch neue Reisemobile können mit Gerüchen belastet sein. Starkes Kleberaroma beispielsweise kann sogar auf eine Belastung der Atemluft mit Schadstoffen hindeuten. Aaus Möbelteilen, Kunststoffen, Textilien oder Klebern kann das stechend riechende, als krebserregend eingestufte Formaldehyd ausdünsten. Wenn häufiges, intensives Lüften nicht hilft, können Tests Orientierung geben, ob eine gesundheitsgefährdende Konzentration vorliegt.

Apotheken verkaufen zu diesem Zweck geeignete Tester, zum Beispiel den Dräger Bio-Check F. Die Ergebnisse hängen jedoch stark von den Messbedingungen ab. In einem über längere Zeit verschlossenen Mobil, das in der prallen Sonne steht, ist die Konzentration naturgemäß höher als in einem regelmäßig belüfteten. Daher ist die Bedienungsanleitung genau zu beachten.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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