Global Expedition Vehicles GXV Patagonia

Global Expedition Vehicles GXV Patagonia: Das Flaggschiff des
US-Umbauers
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Global Expedition Vehicles GXV Patagonia: Das Flaggschiff des US-Umbauers

© Global Expedition Vehicles

Der US-Anbieter GXV baut Wohnkabinen auf Allrad-Lkw. Die Individualisierung der Expeditionsmobile kennt dabei kaum Grenzen. Die Aufbauten gibt es für diverse Lkw-Modelle.

Expeditionsmobile liegen im Trend. Die autarken Allesüberwinder werden ebenso für monatelange Fernreisen eingesetzt wie für kleine Fluchten zwischendurch. Neben der extrem geländetauglichen Basis in Form eines Allrad-Lkw zeichnen sich die Wohnaufbauten durch besonders robuste Bauweise und eine möglichst komplette Selbstversorger-Ausstattung aus.

Die Ausführung ist dabei stets dieselbe: Auf der Basis eines allradgetriebenen Pickup oder Lkw werden entsprechende „ Kofferaufbauten“ auf den Rahmen montiert. Einer der größten US-Anbieter solcher Umrüstungen ist Global Expedition Vehicles aus Springfield, Missouri. Die Stärke von GXV ist dabei die Individualisierung. Weder wird der Kunde auf ein Basisfahrzeug noch auf einen Bauplan festgelegt. Fix sind lediglich die verfügbaren Koffergrößen und Fahrzeugklassen.

GXV beschränkt sich auf die in Europa nur wenig verbreiteten schweren Baureihen der US-Fullsize-Pickup wie Dodge RAM 5500 sowie auf – hier wird es interessanter – mittelschwere Lkw im Bereich von 7,5 Tonnen. Nun können deutsche Camper bereits hellhöriger werden, denn der hier beschriebene GXV Patagonia wird auf das Chassis der Kenworth K 370 geschraubt. Der wiederum ist baugleich mit der DAF LF-Baureihe, was entsprechende Vorteile in Sachen Ersatzteilversorgung und Service auf dem „alten Kontinent“ mit sich bringt.

GXV Patagonia Expeditionsmobil

Bei den mittelschweren Lkw gehen die GXV-Koffergrößen je nach Basisfahrzeug von 4,6 bis 8,7 Meter Länge. Neben dem Kenworth-/DAF-Chassis gibt es beispielsweise auch Aufbauten für Mercedes- und Unimog-Lkw. Ausgelegt sind die Koffer für bis zu sechs Personen, das Layout kann aber natürlich auch für Alleinreisende oder Paare angepasst werden. Die Aufbauten werden in Composit-Sandwich-Bauweise gefertigt.

GXV hat verschiedene in den Eckdaten vorkonfigurierte Kabinen im Programm, die anschließend vom Besteller nach Wunsch ausgestattet werden können. Das gilt auch für das Basisfahrzeug. Ob Seilwinde am Truck oder Heckgarage im Kofferaufbau – möglich ist im Rahmen der vorgegebenen Dimension praktisch alles. Laminat oder Teakholz-Parkett am Boden, Fliesen, Granit-Arbeitsplatten, eine Waschmaschine oder ein separat von der Nasszelle untergebrachter Toilettenraum, der Kunde bestimmt.

Den Grundstein zu GXV legte übrigens, gar nicht so selten in dieser Branche, die Reiselust des Firmengründers Michael van Pelt. Dieser konstruierte sich zunächst für den Eigenbedarf einen Wohnaufbau auf einem Unimog, um damit Nord- und Südamerika zu bereisen. Bereits damals setzte van Pelt auf unbedingte Autarkie, er wollte nicht von den Versorgungseinrichtungen eines Campingplatz abhängig sein. Das mündete in einem Grundkonzept, wie es bis heute bei den GXV-Aufbauten fortgeführt wird.

Diesel einziger Brennstoff und autarke Bordtechnik

Eine dieser Grundlagen ist die Beschränkung auf einen Brennstoff – kochen, heizen und fahren benötigt lediglich Diesel, Gasverbraucher sind nicht an Bord. Ebenso setzt GXV auf redundante Technik und verbaut beispielsweise zwei unabhängige Heizungen.

Falls irgendwo im Nirgendwo eine ausfällt, muss man dennoch nicht erfrieren. Dazu gibt es ausgesprochen große Tanks für Kraftstoff- Frisch- und Abwasser sowie leistungsstarke Solaranlagen mit großen Versorgerbatterien. Das Credo von GXV: Das Wohnmobil soll wie eine Hochseeyacht als „Überlebenszelle“ funktionieren, auch wenn man tagelang alleine jenseits aller Zivilisation unterwegs ist.

Ein paar Beispiele dazu: Der GXV Patagonia verfügt über eine 600-Watt-Solaranlage, gleich drei AGM-Versorgerbatterien mit je 270 Ah Kapazität, einen Dieselgenerator zum Aufladen der Batterien und zum Betrieb der Aufbau-Klimaanlage, einen 510 Liter fassenden Frischwasser- und einen 105-Liter-Grauwassertank. Zusätzliche Solarmodule, eine Umrüstung auf Lithium-Ionen-Batterien, eine aufwändige Trinkwasser-Filteranlage, aber auch Annehmlichkeiten wie ein Bose Home Theater Soundsystem stehen als Option zur Verfügung.

Dass bei alledem exakte Preise nicht angegeben werden können, leuchtet ein. Der Basispreis des GXV Patagonia liegt bei 465.000 US-Dollar, kann aber entsprechend nach oben getrieben werden. Allerdings ist in diesem Fall bereits das Basisfahrzeug wirklich reisefertig ausgerüstet. Etwas günstiger kann man andere GXV-Campingfahrzeuge fahren, der Einstieg für einen Pickup-Camper liegt bei 198.000 Dollar.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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