GP Spanien - Ergebnis Rennen: Mercedes lotst Hamilton zum Sieg

GP Spanien - Ergebnis Rennen: Mercedes lotst Hamilton zum
Sieg
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GP Spanien - Ergebnis Rennen: Mercedes lotst Hamilton zum Sieg

© Motorsport Images

Lewis Hamilton hat den GP Spanien gewonnen. Voraussetzung dafür war nach einem verlorenen Start eine taktische Meisterleistung von Mercedes. Red Bull und Max Verstappen mussten sich mit Rang zwei abfinden. Valtteri Bottas komplettierte das Podest. Sebastian Vettel verpasste die Punkte deutlich.

Dieser Grand Prix von Spanien geizte mit Überholmanövern auf der Rennstrecke. Dafür ist der Circuit de Barcelona-Catalunya notorisch bekannt. Überholen ist auf der spanischen Bahn unter gleichwertigen Autos praktisch unmöglich. Dafür braucht es schon ein großes Reifendelta, um einen entscheidenden Unterschied machen zu können. Trotzdem war der 31. Grand Prix in Barcelona kein Langweiler. Verschiedene Strategien der beiden Top-Teams – Red Bull und Mercedes – machten das Rennen zu einem Leckerbissen.

Red Bull versuchte, Max Verstappen mit einem einzigen Reifenwechsel über die 66. Runden zu bringen. Mercedes taktierte mit zwei Boxenstopps. Das bessere Ende hatte schlussendlich Lewis Hamilton für sich. Der Superstar holte seinen Rivalen sieben Umläufe vor dem Ziel ein.

Das erste Überholmanöver saß. Mit einem klaren Reifenvorteil und DRS brauste Hamilton am Ende der Zielgeraden vorbei. Damit stellte er die alte Reihenfolge vom Start wieder her und brauste zu seinem 98. Sieg der Karriere. In Barcelona hat er nun fünf Mal in Serie gewonnen. "Ich fühle mich unglaublich. Ich muss meiner Mannschaft für die Strategie danken. Ich könnte dieses Rennen ein zweites Mal fahren", freute sich der Sieger.

Start geht an Verstappen

Hamilton startete von Pole-Position. Doch Verstappen erwischte den besseren Start. Red Bulls Speerspitze kam gut von der Linie, klemmte sich in den Windschatten des Mercedes und quetschte sich mit einem späten Bremsmanöver am Weltmeister vorbei. Dabei drängte Verstappen seinen Rivalen neben die Linie, nicht aber von der Rennstrecke.

Der Champion hatte alle Hände voll zu tun, hielt sich aber vor Valtteri Bottas und Charles Leclerc. Der Monegasse überrumpelte den zweiten Mercedes direkt in der dritten Kurve. Leclerc lenkte dort seinen Ferrari an der Außenseite an Bottas vorbei. Ein starkes Manöver. "Ich habe ihn gar nicht gesehen. Er hatte einfach die bessere Linie", bedauerte der Finne. Ein frühes Safety-Car erleichterte den Fahrern etwas das Reifenmanagement. Yuki Tsunoda war in seinem Alpha Tauri in der achten Runde in der zehnten Kurve stehengeblieben, nachdem der Motor ausgegangen war.

Mercedes hatte das schnellere Rennauto. Hamilton hielt sich im Windschatten des Red Bull, obwohl er den Turbulenzen ausgesetzt war. Auf der Strecke führte ihn aber zunächst kein Weg vorbei. Red Bull zuckte zuerst. Um einen Undercut zu verhindern, holte der Herausforderer Verstappen in der 24. Runde zum Reifenwechsel. Der Tausch von Soft auf Medium dauerte 4,2 Sekunden. Red Bulls Patzer verleitete Mercedes allerdings nicht zu einer direkten Reaktion.

Mercedes wie in Ungarn 2019

Stattdessen harrte Hamilton vier Runden länger aus. Auf frischen Mediumreifen schloss der Weltmeister schnell wieder zu seinem Vordermann auf. Doch trotz des Reifendeltas kam Hamilton nicht einmal in die Nähe eines Angriffs. Also griff Mercedes in die Trickkiste. In der 42. Runde wickelte man einen zweiten Reifentausch ab.

Hamiltons Rückstand betrug danach mehr als 22 Sekunden. "Ein langer Weg, auf dem ich schnell sein und gleichzeitig die Reifen in Schuss halten musste", berichtete der spätere Sieger. Doch Verstappens Vorsprung war schon sieben Umläufe vor dem Ende aufgebraucht. Erinnerungen an den GP Ungarn 2019 wurden wach. Damals hatte Mercedes eine ähnliche Strategie exerziert, um Red Bull zu besiegen.

Um wenigstens noch den Punkt für die schnellste Runde abzugreifen, suchte Verstappen seine Crew ein zweites Mal auf. Wenigstens dieser Kniff ging auf. "Mercedes war heute einfach schneller als wir", bedauerte der Zweitplatzierte. "Man konnte es schon am Ende des ersten Stints sehen. Als Lewis das zweite Mal abbog, wusste ich, dass ich verlieren werde. Er saß einfach im schnelleren Auto. Ich war ein leichtes Opfer."

Leclerc starker Vierter

Ferrari konnte ebenfalls glänzen un den guten Eindruck aus der Qualifikation auch im Rennen bestätigen. Charles Leclerc hielt sich bis zum ersten Reifenwechsel vor Bottas, obwohl er im langsameren Auto saß. Der 23-Jährige leistete sich keinen Fehler. Auf der Strecke verlor Leclerc keine Position.

Mercedes musste seinen Schützling schon über die Strategie mit einem Undercut vorbeibringen, um den Finnen auf den dritten Platz zu heben. Weil Bottas wie Hamilton noch einen zweiten Reifenwechsel einlegte, musste er in den Schlussrunden doch das Podest auf der Bahn ausfechten. Doch mit deutlich frischeren Reifen überflügelte der Mercedes den Ferrari in der 57. Runde.

Trotzdem kann die Scuderia zufrieden sein. Leclercs Auftritt bescherte dem Team einen starken vierten Platz. Einen zweiten Reifentausch konnte sich der Monegasse ohne Platzverlust erlauben. Carlos Sainz im zweiten SF21 erreichte das Ziel als Siebter. In Summe verkürzte Ferrari den Rückstand in der WM auf McLaren auf fünf Punkte.

McLaren hatte dieses Mal das viertschnellste Auto. Ferrari war gegenüber den Papaya-Rennern im Vorteil. Daniel Ricciardo erwischte einen sehr guten Start, der die Tür für einen sechsten Platz öffnete. In der ersten Runde ging der Australier sowohl an Esteban Ocon als auch an Carlos Sainz vorbei. Sergio Perez im zweiten Red Bull war für ihn nicht zu halten. Der Mexikaner, der am Rennwochenende unter Verspannungen in der Schulter litt, belegte den fünften Platz. Mehr war nach einer durchwachsenen Qualifikation und dem achten Startrang nicht möglich.

Keine Punkte für Vettel

Lando Norris im zweiten McLaren sah die Zielflagge als Achter. Nach drei starken Auftaktrennen war der GP Spanien ein kleiner Rückschritt für den Engländer. Die Qualifikation machte den Unterschied. Mit einer besseren Startposition hätte Norris wohl besser abgeschnitten. Alpine rutschte nach einem guten Samstag mit zwei Autos in den Top 10 zurück. Esteban Ocon lenkte seinen A521 als Neunter über die Distanz. Fernando Alonso fiel von Platz zehn an die 17. Stelle. Es war ein Heimspiel zu vergessen für den Spanier. Den letzten Punkt sammelte Pierre Gasly im Alpha Tauri.

Aston Martin verließ Spanien ohne Punkte. Sebastian Vettel half auch eine aggressive Zweistopp-Taktik nicht. Ferrari, McLaren, Alpine und Alpha Tauri sind einfach schneller. Mick Schumacher konnte die Williams nur anfangs aufmischen. Doch es wurde relativ schnell klar, dass er in diesem Rennen keine Chance haben würde. Immerhin hatte er wie in den ersten Rennen die Oberhand gegenüber Teamkollege Nikita Mazepin.

Hamilton führt die WM nun 14 Punkte vor Verstappen an. Das nächste Rennen steigt auf dem Stadtkurs von Monte Carlo.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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