Hersteller Unicat baut Monster-Gespann

Der Expeditionsmobile-Hersteller Unicat hat ein Mega-Gespann für
einen Rallye-Fahrer in Kasachstan gebaut. Der Anhänger beherbergt
eine eigene Werkstatt.
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Der Expeditionsmobile-Hersteller Unicat hat ein Mega-Gespann für einen Rallye-Fahrer in Kasachstan gebaut. Der Anhänger beherbergt eine eigene Werkstatt.

© Unicat
04.12.2018 - 07:15 Uhr von Lisa Geiger

Das neuste Werk von Unicat ist der MD75h auf MAN TGS mit dem Anhänger WT69. Dabei handelt es sich um ein Mega-Gespann für einen Rallye-Fahrer in Kasachstan.

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Das Gespann bestehend aus Zugfahrzeug MD75h und dem Anhänger WT69 von Unicat sieht monströs aus. Der Hersteller für Expeditions-Wohnmobile hat sich mit seinem neusten Werk wirklich selbst übertroffen. Einem Kasachischen Rallyefahrer war das 9,96 Meter lange Mobil auf Basis des MAN TGS 26.540 6x6 noch nicht genug und er bestellte gleich noch den passenden Anhänger inklusive Werkstatt dazu. Der Anhänger ist perfekt auf das Zugfahrzeug und die Bedingungen der kasachischen Steppe angepasst.

Zugfahrzeug MD75h auf MAN TGS

Geländetauglich wird das LKW-Chassis dank Verteilergetriebe mit Geländeuntersetzung sowie permanentem Allradantrieb mit Längssperre und Differentialsperren in Vorder- und Hinterachsen. Eine Parabelfederung, Stoßdämpfer und Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse lassen den Koloss sicher über Hügel und durch Gräben gleiten. Auf die Felgen sind 16.00 R 20 schlauchlose Offroad-Reifen gezogen. 540 PS schieben den MAN TGS 6x6 vorwärts. Inklusive Zusatztank bunkert das Unicat-Mobil 750 Liter Diesel. Tankstellen sind in der Einöde Mangelware und deshalb ist auch der Anhänger zusätzlich noch einmal mit einem 400 Liter großen Dieseltank ausgerüstet, zum Nachtanken. Ein 150 Liter Benzintank mit Förderpumpe dient zum Betanken anderer Fahrzeuge.

Der Aufbau von Unicat besteht aus gut isolierten GFK-Verbundplatten. Auch der Boden ist zusätzlich isoliert. Im MD75h mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 26.000 Kilogramm wohnt der „Chef“. Zum Schlafen legt er sich in ein 1,80 x 2 Meter großes Doppelbett in seiner „Privatsuite“ im Heck inklusive Fernseher und Multimediaanlage. Durch eine Tür ist dieser Bereich vom restlichen Wohnraum abgetrennt. An der großen Rundsitzgruppe findet das ganze Team mit bis zu sechs Personen Platz. Hier können Zeit verbracht und Pläne geschmiedet oder auch gegessen werden. Die Teak-Arbeitsplatte ist mit einer Edelstahl-Spüle ausgestattet sowie einem Induktions-Kochfeld mit zwei Kochstellen. Außerdem gibt es noch einen Miele Backofen mit Dampfgarer. Der Kühlschrank fasst 130 Liter und ein zusätzliches Tiefkühlfach bietet noch einmal Platz für 65 Liter an Vorräten.

Annehmlichkeiten wie zuhause bietet auch der Sanitärraum mit Porzellan-Spültoilette und separater Duschkabine. Außerdem gibt es einen extra Trockenraum mit Heizkörpern für nasse Kleidung. Das Heizungssystem ist im allgemeinen bestens für die, zum Teil, eisigen Temperaturen in Kasachstan ausgelegt. Eine Warmwasser-Zentralheizung mit Dieselbetrieb wärmt den Wohn- und Schlafbereich auf. Zusätzlich gibt es auch noch eine Benzinheizung. Abwasser- und Fäkalientanks sind ebenfalls beheizt, was vor dem Einfrieren schützt.

Vier Trinkwassertanks mit vier Wasserpumpen fassen ein Volumen von 1.100 Liter. Sie liegen frostgeschützt im Innenraum. Der Abwassertank fasst 150 Liter und der Fäkaltank 140 Liter. Die Toilette wird per Knopfdruck aus dem Fahrerhaus oder dem Aufbau entleert. Wenn es einmal zu heiß wird, kühlen zwei Dachklimaanlagen das Innere des Fahrzeugs wieder herunter.

Strom bezieht der MD75h von sechs AGM Batterien mit einer Kapazität von 24 Volt. Außerdem ist eine 1.250 Watt Solaranlage auf dem Dach angebracht und für den Notfall ist auch ein Generator an Bord. Ein WIFI-Signalverstärker sowie mehrere Funkgeräte und Satelliten-Tracker sorgen für guten Empfang auch irgendwo im nirgendwo. Für mehr Sicherheit ist an Zugfahrzeug und Anhänger jeweils ein Lichtmast mit LED-Arbeitslicht und Überwachungskamera angebracht, die elektrisch ausgefahren werden.

Trailer WT69

Der Anhänger ist mit zwei Starrachsen und Blattfederung ausgestattet. Das Leergewicht des 6,90 Meter langen WT69 beträgt 13.800 Kilogramm und das zulässige Gesamtgewicht 18.000 Kilogramm. Aufbau und Heizungssystem sind identisch zum Zugfahrzeug. Im vorderen Teil des Fahrzeugs gibt es vier Schlafplätze in zwei Stockbetten sowie eine Küche und einen Sanitärraum. Außerdem kann man die Betten zu Sitzgelegenheiten für bis zu sechs Personen um- und einen Tisch aufbauen.

Spannend am Anhänger ist die Werkstatt im Heck. Man betritt sie durch einen separaten Eingang von hinten. Im Inneren gibt es eine Werkbank mit Unterschrank, außerdem einen großen Stauschrank mit Schubladen, eine Stand-Bohr- und Fräßmaschine, ein Schweißgerät und weiteres Elektrowerkzeug. Hier können die Motorräder der Rallye-Fahrer repariert werden.

Der Anhänger wird mit einer Nato-Zugöse an den MAN TGS gehängt. Diese passt sich besser den Offroad-Gegebenheiten an, als eine gewöhnliche Anhängerkupplung. Eine Rückfahrkamera über der Nato-Zugöse überwacht stets ob der Anhänger noch dran hängt. Außerdem hat auch der Anhänger eine Rückfahrkamera. Der Fahrer kann zwischen dieser und der des Zugfahrzeugs hin und her schalten.

Zusammen kostet das Gespann 1,25 Millionen Euro. Das Zugfahrzeug fällt mit 800.000 Euro am schwersten ins Gewicht, der Anhänger liegt etwa bei 450.000 Euro.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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