Hyundai Future Test Drive 2019

Hyundai Future Leser Test Drive 2019
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Hyundai Future Leser Test Drive 2019

© Marcel Sommer
26.02.2019 - 08:00 Uhr von Marcel Sommer

Vier Wochen lang testen auto motor und sport-Leser verschiedene Hyundai-Modelle: Ioniq Hybrid, Ioniq Plug-in-Hybrid, Ioniq Elektro und Kona Elektro. Marc Siegfried fährt vier Wochen den Kona Elektro und berichtet hier von seinen Erfahrungen.

Der koreanische Autohersteller Hyundai bietet den kompakten Crossover Kona als rein elektrisch betriebenes Fahrzeug. Marc Siegfried ist dreifacher Familienvater und würde sehr gern als nächstes Auto ein Elektrofahrzeug kaufen, hat aber bisher davon abgesehen, da ihm alle bezahlbaren Modelle als zu klein erschienen. „Ein Test über vier Wochen würde uns Aufschluss darüber geben, ob ein kleineres E-Auto für den Alltag ausreichend ist oder ob das nächste Auto (Kauf geplant 1. Halbjahr 2019) doch wieder ein Verbrenner sein muss. Einen Kraftstromanschluss habe ich mir bereits vorsorglich in die Garage legen lassen“, verrät der 47-jährige.

  • 1.Woche
  • 2. Woche
  • 3. Woche
  • 4. Woche

1. Woche

Bei der Rückfahrt von Offenbach hat es geschneit und nach relativ kurzer Zeit sind Abstandsradar und Notbremsassistent wetterbedingt in den Ruhemodus versetzt worden. Die erste Ladesäule, die ich anfahren wollte, stand bei einem Autohändler und war defekt. Bei der zweiten von NewMotion lief alles reibungslos. Der örtliche Stromanbieter hat drei kostenlose Säulen in der Stadt. Hier hat das Laden auch problemlos funktioniert.

Die Ladedauer an einer Schuko-Steckdose ist zwar technisch bedingt recht lang, aber nicht so schlimm, da ja hier normalerweise nur über Nacht geladen wird. Bei längeren Fahrten ergeben Schnelllader mit 50 Kilowatt mehr Sinn. Hinzu kommt, dass Ladestationen relativ rar und teilweise nicht zugänglich sind, da sie auf Privatgrund (zum Beispiel Hotel oder Autohändler) liegen.

Fahreindrücke

Das etwas verzögerte Anfahren im Eco-Modus ist gewöhnungsbedürftig. Die One-Pedal-Fahrweise ist hingegen auf Anhieb sehr angenehm, sehr ruhig und vermitteln ein Fahrgefühl fast wie Schweben. Interessant: Meine Kollegin mit Plug-In-Hybrid war überrascht, wie laut der Kona ist.

Das hat mich überrascht

Vom Dino in die Zukunft: Da wir zurzeit ein sehr altes Auto fahren, ist für uns die Umstellung auf ein modernes Auto mit den aktuellen Assistenzsystemen der größte Unterschied. Unsere drei Kinder passen auf die Rückbank (mehr Platz als im aktuellen VW Tiguan). Der hohe Fahrkomfort überzeugt auf Anhieb und führt zu einem unkomplizierten Fahren. Schon jetzt für einen bleibenden Eindruck haben der gute Durchzug, die satte Beschleunigung und die gute Lichtqualität gesorgt.

Die 1. Woche mit dem Hyundai Kona Elektro in Zahlen

  • Testzeitraum: 25.01. – 01.02.2019
  • Zurückgelegte Strecke: 800 km
  • Durchschnittsverbrauch: 18,6 kWh/100 km
  • Ladevorgänge: 7
  • Genutzte Ladeinfrastruktur: 5 x öffentlicher Schnelllader, jede Nacht Schuko
  • Schulnote (1-6): 2

2. Woche

Am Sonntag stand eine Fahrt nach Schortens in der Nähe von Wilhelmshaven an. Der Hinweg schlägt mit ca. 230 km zu Buche. Da es an einem Tag hin und zurück gehen sollte, musste also einmal geladen werden. Grundsätzlich ist auch so eine weite Fahrt zu schaffen, gegenüber einem Verbrenner muss man sich jedoch etwas umstellen. Ich muss sagen, dass es mich einiges an Selbstdisziplin gekostet hat, Sonntagsmorgens auf einer leeren Autobahn mit einem über 200 PS starken Auto nur 110 Kilometer pro Stunde schnell zu fahren, um Akku zu sparen. Außerdem ist das Laden in Wilhelmshaven nicht so einfach: Der einzige Schnelllader befindet sich in einem Vorort, was neben der 45-minütigen Ladezeit noch zusätzliche 30 Minuten An- und Abfahrt bedeuteten.

Dafür hatten wir Glück, die Säule war frei. Wir haben nämlich schon mehrfach erlebt, dass öffentliche Ladesäulen belegt beziehungsweise durch Verbrenner blockiert waren. An dieser Stelle darf ein kleiner Kritikpunkt genannt werden: Schade, dass es keine Hyundai Kona App gibt, auf der ich sehen kann, wann das Auto fertig geladen ist, wie lange es noch dauert, wieviel Strom ich getankt habe usw.

Das hat mich überrascht

Auch längere Reisen sind möglich, bedürfen aber mehr Planung und mehr Reisezeit. Es fällt auf, dass das Interesse an E-Autos sehr groß ist und jeder gerne einmal fahren möchte. Hierbei sind die meisten überrascht, dass das Fahren an sich gar nicht so viel anders ist als mit einem „normalen“ Auto. Gut beurteilt wird von allen Fahrern die Qualität des Innenraums und die Materialanmutung. Der Kofferraum kommt beim Ausflug mit drei Kindern zwar an seine Grenzen, doch passte bislang noch alles hinein. Interessant: Wird während der Fahrt ein Handy über Kabel geladen und damit im Internet gesurft, fällt der DAB-Radioempfang aus.

Die alltäglichen Kosten können mit sehr gut beurteilt werden. Die Ladung in Wilhelmshaven hat rund 90 Cent gekostet – und das für etwa 300 km! Gleichzeitig haben wir uns gerade an das sehr angenehme E-Auto-Fahren gewöhnt. Es gibt regelmäßig Diskussionen, wer den Hyundai fahren darf.

Die 2. Woche mit dem Hyundai Kona Elektro in Zahlen

  • Testzeitraum: 26.01. – 08.02.2019
  • Zurückgelegte Strecke: 1.100 km
  • Ladevorgänge: 10
  • Genutzte Ladeinfrastruktur: 3 x öffentlicher Schnelllader, 7 x Nacht Schuko
  • Schulnote (1-6): 2

3. Woche

Diese Woche war eine ganz normale Arbeitswoche. Inzwischen sind die Bedienung und das Fahren des Autos zur Normalität geworden. Besonders schön ist die Tatsache, dass trotz der tiefen nächtlichen Temperaturen das Auto dank der Klimatisierung am Morgen warm und abgetaut ist.

Das hat mich überrascht

Es gab weder positive noch negative Überraschungen.

Die 3. Woche mit dem Hyundai Kona Elektro in Zahlen

  • Testzeitraum: 09.02. – 22.02.2019
  • Zurückgelegte Strecke: 380 km
  • Ladevorgänge: 5
  • Genutzte Ladeinfrastruktur: Schuko
  • Schulnote (1-6): 2

4. Woche

Bei der Rückfahrt nach Offenbach konnte ich noch einmal die Höchstgeschwindigkeit austesten (laut Tacho 180 km/h). Auch bei dieser Geschwindigkeit hatte ich immer ein sicheres Gefühl. Es wurde wieder deutlich, dass das Auto durch die große Reichweite und die kurze Ladezeit durchaus auch für weitere Reisen taugt. Wenn man nicht auf die sparsame Fahrweise achten muss, kann man sehr viel Spaß mit dem Auto haben, da die Beschleunigung auch noch bei höheren Geschwindigkeiten sowie das Fahrwerk eine sportliche Fahrweise zulassen.

Das hat mich überrascht

Der vierwöchige Test hat uns sehr viel Spaß gemacht und deutlich gezeigt, dass ein modernes E-Auto eindeutig alltagstauglich ist und für uns als einziges Auto auf jeden Fall infrage kommen würde. Zudem ist der Kona sehr günstig im Unterhalt.

Die 4. Woche mit dem Hyundai Kona Elektro in Zahlen

  • Testzeitraum: 15.02. – 22.02.2019
  • Zurückgelegte Strecke: 600 km
  • Ladevorgänge: 6
  • Genutzte Ladeinfrastruktur: 5 x Schuko, 1 x Schnelllader 50 kW
  • Schulnote (1-6): 2
Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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