International Mini Meeting 2018

International Mini Meeting
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International Mini Meeting

© Günter Schmied / Mini
22.05.2018 - 17:46 Uhr von Jörn Thomas

Das Traditionstreffen der Mini-Fangemeinde läuft zum ersten Mal in Portugal. Und wie! 2.500 Fans mit 1.000 Minis feiern sich, den kleinen Briten und das Leben überhaupt.

Manche Auto-Treffen finden auf zugigen Flugfeldern in mürrischer Pampa statt. Und manche in einer traumhaften Gegend, so wie das 40. International Mini Meeting. Jedes Jahr trifft sich die Briten-Fangemeinde irgendwo anders bei Bewerberclubs in ganz Europa, jedes fünfte Jahr ist United Kingdom gesetzt. Nächstes Jahr wieder, 2018 also Praia de Mira. Und das Seebad an der portugiesischen Atlantikküste rund 100 Kilometer südlich von Porto hält, was es verspricht. Doch was verspricht es? So etwas wie die Pflichtveranstaltung harter Mini-Fans aus Europa. Nehmen wir nur die Clique aus der Slowakei, die ihre Route per großem Türaufkleber dokumentiert. Vom 12. bis zum 24. Mai sausten sie von Bratislava über Bozen, Genf, Nizza, Barcelona, Valencia und Madrid bis nach Praia. Doch jetzt wimmelt es erstmal zwischen Campingplatz, Sandstrand und der vorgelagerten Lagune von Menschen und Maschinen. Alle Besucher scheinen Spaß am kleinen Briten zu haben. Ganz egal, ob historisches 60er-Jahre Modell oder moderner 2018er, Hatchback, Pickup, Kombi, luftiger Mini-Moke oder gar Aushilfs-Wohnmobil. Vom Klischee speckig-nerdiger Basteltypen ist die Mini-Gemeinde jedenfalls weit entfernt. Offen, herzlich und entspannt – so fühlt sich das hier an.

24 Stunden aus Wiesbaden

Nehmen wir nur mal Jutta. Sie kommt aus Wiesbaden und hat die Strecke zum IMM nach Portugal nonstop in 24 Stunden durchgezogen. „ Zwischendurch mal einen Kaffee und einen Energydrink, dann geht das“ , lacht sie. Und ihr Mini beweist ähnliche Härte. 1986 gekauft und einfach behalten. Rund 745.000 Kilometer hat er auf dem Tacho. Wenn auch nicht mehr mit der ersten Karosserie. Und der Motor? Na ja, die ersten, alles 1.100er, gingen ziemlich zuverlässig nach 60.000 Kilometern kaputt. Jetzt ist ein 1.300er drin, der hält länger. Länger sind auch die Schienen für den Fahrersitz, was zusammen mit dem besser gepolsterten Fahrersitz für Langstreckenkomfort sorgt, wie Jutta betont. Da muss etwas drin sein. Unter anderem testete sie das auf zwei Trips zum Nordkap oder einer 5.700 Kilometer-Reise zum IMM in Finnland im Jahr 2000. Seit 1987 war Jutta (Spitzname Moose) bei jedem IMM dabei. Außer einmal, da waren sie und ihr schwarzer Mini unfallbedingt verhindert.

1.000 km ohne Nachtanken

Ansonsten scheint für Fans der Briten-Marke alles möglich. Hartmut von Tzschoppe etwa montierte sich seinen eigenen Mini Moke, weil es 1978 in Deutschland offiziell keinen gab. Er importierte Rohkarosse, Verdeck, Hilfsrahmen, Kabelbaum und Hinterachse und verheiratete das Ganze in zwei Jahren mit der Mechanik eines zerknautschten Innocenti. Nach zwei Jahren war der Eigenbau-Moke fertig und ging gleich auf einen ausgiebigen Marokko-Trip. Reichweite der zwei Tanks: 1.000 Kilometer.

Vom Japan-Turbo bis zum Briefmarkensammler

Es gibt noch eine Menge mehr zu sehen, etwa das mit einzelnen Briefmarken beklebte Dach (Aufwand: zwei Flaschen Wein, drei Leute, zwei Stunden), den rostig aussehenden, aber unter anderem mit einem BMW-Zylinderkopf leistungsgesteigerten Sleeper, die seltene Japan-Version Era Turbo, Echtkarbon-Hauben, Luftfilter, die aus ausgeschnittenen Haube ragen oder jede Menge Stofftiere, die komplette Innenräume bewohnen. So richtig ernst nimmt sich hier (fast) keiner, es geht alles von anämischen 45 PS bis schwer gepimpten 200 PS. Hauptsache Spaß dabei. Gutes Stichwort. Nichts wie ab zur Abend-Party, die Musik wummert schon. Los geht’s!

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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