Kia Ceed (2018): Bilder, Preis, Marktstart

Der neue Kia Ceed schreibt sich jetzt ohne Apostroph im
Namen.
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Der neue Kia Ceed schreibt sich jetzt ohne Apostroph im Namen.

© Wolfgang Groeger-Meier
15.02.2018 - 12:30 Uhr von Natalie Diedrichs

Generation 3 des Kia Ceed verspricht mehr Platz und Komfort, neue Motoren und automatisiertes Fahren. Wir haben in dem koreanischen Kompaktwagen schon mal Platz genommen.

Der VW up! hat sein Ausrufezeichen, die Mercedes A-Klasse ihren Bindestrich und der Kia Cee’d hatte das Apostroph. Dessen Bedeutung hatte eigentlich niemand so recht verstanden. Vielleicht ist es deswegen verschwunden, der Neue heißt jetzt nur noch „Ceed“. Der Einfachheit halber, wie Kia sagt. Und auch sonst ist beim Plattform-Bruder des Hyundai i30 einiges neu.

Kia Ceed wird breiter und tiefer

Der Ceed wächst 20 Millimeter in der Breite auf 1,80 Meter, duckt sich aber 23 Millimeter tiefer und kommt somit auf eine Höhe von 1,45 Meter. Der Radstand bleibt derselbe (2,65 Meter), wobei sich der Frontüberhang um zwei Zentimeter verkleinert und der Hecküberhang um zwei Zentimeter vergrößert.

Durch die zwei Zentimeter tiefere Karosserie und eine straffere Linienführung wirkt der neue Ceed tatsächlich sportlicher und schlanker als sein Vorgänger. Der Kühlergrill oder auch die „ Tigernase“, wie Kia es nennt, ist wuchtiger und gibt der gesamten Modellpallette inklusive Sportage, Picanto, Venga und Co. ein Familiengesicht. LED-Tagfahrlicht ist beim Ceed Serie, erstmals nun auch bei den Rücklichtern. LED-Scheinwerfer stehen auf der Optionsliste.

Lenkradheizung und klimatisierte Vordersitze im Ceed

Der Innenraum ist Kia-mäßig schlicht, das heißt schnörkellos. Auf den ersten Blick ist wenig Hartplastik zu sehen, wobei das ausgestellte Fahrzeug auch mit der höchsten Ausstattungslinie versehen war. Wie diese Linie heißen wird ist derzeit noch unklar, bislang hieß sie Platinum Edition. Im überwiegend schwarzen Cockpit fallen ein paar helle Akzente in mattiertem Chrom-Look ins Auge, wie zum Beispiel die Türgriffe, die untere Lenkradspeiche oder die Zierrahmen um die Belüftungsdüsen und um den Automatik-Wählhebel. Gegen Aufpreis ist ein JBL-Soundsystem erhältlich.

Mit der Bildschirm-Landschaft im Armaturenbrett hält es Kia im Ceed ebenfalls eher konservativ: Anstatt dem allgemeinen Trend zu unzähligen ineinander verschmelzenden Bildschirmen zu folgen, gibt es zwischen Drehzahlmesser links und Tacho rechts einen kleinen Bildschirm, der den Bordcomputer abbildet. Auf dem Armaturenbrett sitzt über der Mittelkonsole ein Touchscreen, je nach Ausstattungsvariante fünf bis acht Zoll groß.

Praktische Schnellwahltasten direkt unter dem Monitor führen mit einem Klick in Untermenüs wie „Media“, „Nav“ oder „Setup“. Gleich darunter finden sich die Steuerungstasten für die Klimaanlage, die je nach Ausstattungsvariante zusätzlich zu Sitz- und Lenkradheizung nun auch Symbole für die Belüftung der Vordersitze umfassen. Gegen Aufpreis ist auch eine beheizbare Frontscheibe erhältlich.

Ceed-Lenkrad hat weniger Tasten als zuvor

Auch wenn sich die Sitzbelüftungs-Funktion während der Sitzprobe noch nicht testen ließ, wirken die im Karomuster strukturierten Ledersitze bequem. Die mittelhohen Seitenwangen spenden auf den ersten „Sitz“ ausreichend Halt, ohne einzuengen.

Das recht schlanke Lederlenkrad hat nun „nur“ noch zwölf Tasten anstatt wie zuvor 14. Jeweils sechs liegen auf einer Seite und in greifbarer Fingernähe. Mit ihnen lassen sich Telefonfunktionen, Lautstärke und Sprachsteuerung (links) sowie Bordcomputer und Assistenzsysteme (rechts) anwählen.

Amazons Alexa nicht an Bord

Als Sprachassistent dient übrigens die Sprachsteuerung des gekoppelten Smartphones, die sich entweder via Apple Carplay oder Android Auto im Fahrzeug aktivieren lässt. Kleine Enttäuschung für Technik-Fans: Amazons Alexa ist im Ceed noch nicht am Start. Ein stärkerer Prozessor soll das Infotainment im Ceed jedoch schneller und zuverlässiger laufen lassen.

Der Fond hat eine separate Belüftung sowie Sitzheizungen auf den beiden äußeren Sitzen. Kleine Menschen haben wie immer viel Platz, bei Mitfahrern über 1,80 Metern könnte die Kopffreiheit knapp werden.

Praktisch: In der Armlehne ist ein doppelter Getränkehalter integriert. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 60:40 umklappen.

Die Polsterung verhindert allerdings eine ebene Gesamtfläche. Der Kofferraum hat einen doppelten Ladeboden und fasst im Vergleich zum Vorgänger 15 Liter mehr (insgesamt 395 Liter). Damit übertrifft der Ceed den aktuellen Golf VII um 15 Liter.

Kia Ceed: 1.4 Liter Benziner als Sauger und Turbo

Zum Marktstart bringt Kia drei Benziner und einen Diesel in zwei Leistungsstufen. Wie schon in der zweiten Generation steht der Einliter-Turbo-Dreizylinder 1.0 T-GDi zur Wahl, der es im Ceed auf 120 PS bringt. Außerdem ersetzt ein neuer 1.4 T-GDI mit 140 PS den bisherigen 1.6-GDI-Sauger. Kia verspricht ein „lebhafteres Triebwerk“, da der neue Vierzylinder das Drehmoment aufgrund seiner Turboaufladung über einen weiten Drehzahlbereich zur Verfügung stellen soll. Als Einstiegs-Benziner ist ein 100 PS starker Saugmotor erhältlich (1.4 MPi).

Als Diesel steht aktuell der 1.6 CRDi mit Common-Rail-Einspritzung und entweder 115 oder 136 PS aber immer 280 Newtonmetern Drehmoment zur Verfügung. Die Selbstzünder sind mit einem SCR-System ausgestattet und erfüllen die Euro-6d-Norm. Kia will mit den Diesel-Motoren im neuen WLTP-Zyklus einen Kohlenstoffdioxid-Wert von unter 110 Gramm pro Kilometer erreichen.

Serie ist ein Sechsgang-Handschaltgetriebe, der aufgeladene 1.4 Liter Benziner sowie beide Diesel-Varianten sind auch in Verbindung mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe erhältlich. Die Getriebe hat Kia vom Hyundai i30 übernommen. Wer das Doppelkupplungsgetriebe wählt, hat außerdem ein Drive Mode System an Bord, das zwischen einem normalen und einem sportlichen Fahrmodus unterscheidet. Der beeinflusst auch die Kennlinien von Gasannahme und Lenkung.

Eine rein elektrische Version des Ceed sei vorerst nicht geplant, erklärte Michael Cole, CEO von Kia Europe. Die Koreaner wollen den Kompakten im kommenden Jahr allerdings zusätzlich als Mild-Hybrid (48 Volt) auf den Markt bringen. Auch über einen Plug-in-Hybrid werde nachgedacht. Bislang hat Kia den Soul EV als reines Elektroauto im Angebot, noch in diesem Jahr soll auch der Niro mit E-Antrieb kommen.

Autonomes Fahren Level 2 als Option

Auch bei den Assistenzsystemen hat sich Kia ausgiebig am Hyundai-Regal bedient. Neben den standardmäßigen sieben Airbags sind serienmäßig auch ein Fernlichtassistent, Müdigkeitswarner, Spurhalteassistent mit haptischem Feedback im Lenkrad sowie ein Notbremsassistent an Bord. Ebenfalls serienmäßig ist auch eine Gegenlenkunterstützung, die beim Bremsen in Kurven die Fahrstabilität erhöhen soll.

Ebenfalls auf Wunsch erhältlich ist neuer Stauassistent, den die Koreaner erstmals im neuen Ceed anbieten. Dieser soll autonomes Fahren auf Level 2 ermöglichen, indem er Fahrbahnmarkierungen erkennt und die Fahrspur hält. Das System orientiert sich außerdem am vorausfahrenden Verkehr, beschleunigt, bremst und lenkt zwischen 0 und 130 km/h selbstständig. Der Fahrer muss diese Vorgänge trotzdem weiterhin überwachen.

Weitere optionale Assistenzsysteme für den Ceed sind ein adaptiver Tempomat, Totwinkelassistent, Querverkehrswarner, Fußgängererkennung sowie ein Einparkassistent zum längs und quer Einparken.

Eco Pack von Kia sorgt für sparsameren Verbrauch

Ebenfalls erhältlich ist ein „Eco Pack“, dessen Luftklappen im Kühlergrill sich nur bei Bedarf öffnen lassen. Dies soll für einen optimierten Verbrauch sorgen. Eine erweiterte Unterbodenverkleidung sowie eine um fünf Millimeter tiefergelegte Karosserie sollen für bessere Aerodynamik sorgen. Michelin-Reifen mit niedrigem Rollwiderstand sind ebenfalls im „Eco Pack“ mit inbegriffen.

Weitere Ceed-Variante in Genf

Der neue Ceed soll Ende Juni auf den Markt kommen, seine Premiere feiert er in Genf. Zusätzlich zum fünftürigen Hatchback wollen die Koreaner dort auch noch eine weitere Karosserievariante präsentieren. Offizielle Preise gibt’s noch nicht. Da die dritte Generation aber viele neue Assistenzsysteme an Bord hat und über eine hochwertigere Ausstattung verfügen soll, dürfte die Basis etwas teurer werden als die bisherigen 14.990 Euro.

Eine sportlichere GT-Variante wird zu einem späteren Zeitpunkt übrigens auch wieder folgen, allerdings ohne den Hyundai i30 N als Plattform zu nutzen. Der Ceed wurde in Frankfurt designt und konzeptioniert und wird wie der Sportage im slowakischen Žilina produziert.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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