Leser Test Drive

Leser Test Drive mit dem Fiat 124 Spider
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Leser Test Drive mit dem Fiat 124 Spider

© Dino Eisele

Der Gardasee ist immer eine Reise wert. Am meisten Spaß macht es in einem offenen Italiener wie dem Fiat 124 Spider – und natürlich in guter Gesellschaft.

Der Gardasee, das Traumziel der Deutschen, dazu ein verliebtes Pärchen und ein offener Zweisitzer: Das schreit geradezu nach einer Schmonzette vollgepackt mit Sommer, Sonne und italienischem Lebensgefühl. Stimmungsvoll wäre das sicherlich, doch diesmal ist alles etwas anders, denn sie sind mittendrin: Manuel und Lilia Rimmler. Die beiden sind auto motor und sport-Abonnenten und dürfen Fotograf Dino und mich im Fiat 124 Spider nach Italien begleiten.

Dabei schauen sie nicht nur, wie ursprünglich geplant, hinter die Kulissen einer Foto-Impression, sondern werden ein Teil von ihr. Aber der Reihe nach: Aus über tausend Bewerbungen haben wir das bezaubernde Pärchen ausgewählt, das uns drei Tage an den Gardasee begleiten darf. Wobei wir eigentlich drei Gewinner haben, denn Lilia ist im sechsten Monat schwanger. Kein Problem, wie sich zeigen wird.

Los geht es am Montagmorgen kurz vor zehn Uhr an der Redaktion in Stuttgart. Wir reisen mit kleinem Gepäck, nicht nur, weil so ein Zweisitzer naturgemäß kein Raumwunder ist, sondern auch, weil die Fotoausrüstung – zwei Kameras plus Stative, Saugnäpfe, Akkus, Stabis und jede Menge Kleinzeug – mitmuss.

Das Dach bleibt erst mal zu, denn vor uns liegen 500 Kilometer Autobahn, und aus dem Himmel platzen alle paar Kilometer sintflut-artige Regenschauer, deren Tropfen du mit der Hand am Dachhimmel wie Nadelstiche spüren kannst. Wie immer staut es sich am Fernpass. Wir verlieren eine Stunde und trudeln erst gegen Mittag an der Europabrücke bei Schönberg ein. Tanken, Essen und Beine vertreten.

Dach auf, Sonne rein

Weiter geht es über den Brenner. Auf der italienischen Seite reißt die Wolkendecke auf. Bei gemäßigtem Tempo wird das Verdeck mit einem Handgriff entriegelt und klappt mit einem Ruck nach hinten. Wer vermisst da noch eine elektronische Dachmechanik? Einmal fest drücken zum Fixieren, und schon schwappen schwüle 35 Grad ins Cockpit.

Höchste Zeit für eine Abkühlung, bei Trient geht es runter von der Autostrada. Bevor wir den Monte Bondone erklimmen, bekommen beide 124er ein kleines Bürstenbad, damit sie auch auf den Fotos glänzen. Trients Hausberg ist berühmt und noch mehr berüchtigt für seine Bergrennstrecke, die sich vom 275 Meter hohen Etschtal auf 1650 Meter hinaufwindet.

Demnächst jagen hier wieder Rennwagen den Berg hoch – heute sind es die wuseligen Spider. Die scheinen wie geschaffen für den 17,3 Kilometer langen, verwinkelten Kurs, lenken präzise, schalten knackig und drücken gern mal mit dem Heck. Kein Problem übrigens für Manuel, der den 124er gut im Griff hat und als Streifenpolizist aufpasst, dass wir es nicht allzu wild treiben.

Die kleinen 1,4-Liter-Benziner legen sich ordentlich ins Zeug, packen ab 3000/min richtig zu und treiben die gerade mal eine Tonne leichten Fiat den Berg hinauf. Da man von den Motörchen selbst bei hohen Drehzahlen nicht viel zu hören bekommt, schallt die Dolce-Vita-Playlist aus der Bose-Sound-Anlage und versöhnt mit anregenden Klängen.

Oben angekommen legt Fotograf Dino sein Klettergeschirr an. Nicht, weil er die Besteigung des 2180 Meter hohen Gipfels plant, sondern um fest verankert im weißen Spider, rücklings vom Beifahrersitz, den silbergrauen bei Tempo 30 ins Visier zu nehmen. Außer ein paar Einheimischen auf ihren getunten Rollern ist nicht viel Verkehr, und so sind die Bilder schnell im Kasten. Gut so, denn schon wieder zieht ein Gewitter auf. Wir steuern das Hotel in einer kleinen Bucht nahe Malcesine an, checken ein, essen zu Abend und planen den nächsten Tag.

Erst Vergnügen, dann die Arbeit

Entgegen der Schlechtwetterprognose wecken uns die ersten Sonnenstrahlen kurz vor sechs Uhr. Vor dem Frühstück hüpfen Fotograf und Redakteur unter den noch müden Augen der Rimmlers in den frisch temperierten See –schwer zu glauben, aber das gab’s so noch nie.

Dann wird gearbeitet. Erste Station des Tages ist ein kleiner Parkplatz am Ufer, den unzählige Surfer-Mobile für sich eingenommen haben. Wir platzieren die 124er zwischen den Surfern und ihren Brettern. Erst Felgen putzen, dann fotomodeln – Manuel und Lilia sollten uns eigentlich nur über die Schulter schauen, packen stattdessen ungefragt mit an.

So viel Engagement wird nicht nur mit großartigen Bildern belohnt. Ich trete kurzerhand mein Diensthandy ab und lasse die beiden Digital Natives die Story für den Instagram-Auftritt von auto motor und sport filmen. ▷

Dann kämpft sich das silber-weiße Fiat-Duo durch den zwischensaisonalen Touri-Verkehr auf die andere Seite des Sees. Am Eingang zur Brasa-Schlucht wird gestoppt und die Kamera mit Saugnäpfen auf der Haube montiert. So rollen wir hinter dem Rimmler-Spider her.

Inzwischen sitzt Lilia hinterm Steuer des 124, der ihr trotz rundem Babybauch und schmalem Sitzgestühl noch genügend Platz lässt. Wie unsere routinierten Fotofahrer fährt sie gleichmäßig und mit viel Gefühl durch die finsteren, nur einspurig befahrbaren Felsspalten. Zur Belohnung gibt es erst ein dickes Lob von Dino, dann einen schnellen Mittagssnack auf der Schauderterrasse mit grandiosem Seepanorama zum Nachtisch.

Arbeitsames Urlaubsfeeling

Am Nachmittag zeigt die Außentemperaturanzeige im Bordcomputer wieder weit über 30 Grad. Sonnencreme und Stoffverdeck schützen vor den Sonnenstrahlen, während die Klimaanlagen auf Hochtouren laufen und versuchen, den Innenraum runterzukühlen. Was einer gelungenen Produktion jetzt noch fehlt, ist etwas italienische Lebensart. Die finden wir im Hafen von Gargnano. Im Schatten der Gassen und Schirme an der Promenade genießen wir kühle Gelati und heiße Espressi – natürlich nur, damit Dino die Szenerie einfangen kann.

Die Gesprächsthemen fließen zwischen Heimweh zum Töchterlein, arbeitsamem Urlaubsfeeling und natürlich den offenen Italienern. „ Eigentlich schade, dass wir ihn morgen schon wieder abgeben müssen“ , klagt das Ehepaar etwas wehmütig. Schon das Original aus den 60ern, das bei einem Freund in der Garage parkt, hat den beiden gut gefallen.

Proportionen, Scheinwerfer, Motorhaube – der Neue zitiert sein Vorbild gekonnt, stellt Autofan Manuel fest, während der Spider über die schmale Hafenmole rollt. Das letzte Motiv ist gegen 17 Uhr im Kasten, es geht zurück ins Hotel. Manuel findet vor dem Essen noch Kraft für eine Joggingrunde, Lilia chillt im Pool, und Dino sichert die Bilder.

Am letzten Tag steht noch mal ein Fotoshooting im Hotel an, bevor wir auschecken und die Heimreise antreten. Zurück bleiben tolle Erinnerungen und eine Rezeptionistin, die uns einen schönen Arbeitstag wünscht.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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