Mazda 3 Skyactiv-X AWD

Mazda 3 Skyactiv-X
Bild 1 von 18

Mazda 3 Skyactiv-X

© David Smith

Mit Skyactiv-X-Motor will Mazda dem Benziner die Sparsamkeit des Diesels verschaffen. Wir sind den Kompressions-Zünder in der Allradversion gefahren.

Die Optik des Mazda 3 Hatchbacks ist seit der Vorstellung des Kai Concepts im Jahr 2017 bekannt und gilt gemeinhin als gelungen. Die Fastback genannte Stufenheck-Limousine geht als ebenso gefällig, weil wohl proportioniert, durch – und sie kommt auch nach Deutschland. Interessant ist der Unterschied zwischen Schrägheck und Limousine im Fond: Es gibt keinen. Während Insassen in der ersten Reihe vorn in allen Richtungen genügend Platz genießen können, wird es hinten für die Knie und den Kopf groß gewachsener Insassen knapp. In Sachen Kniefreiheit verschafft immerhin die clevere Idee, die Rückteile der Vordersitzlehnen nach innen auszuformen, Raum. Auch in Sachen Übersichtlichkeit nach hinten nehmen sich die beiden nicht viel, nur die Sicht nach schräg hinten ist in der Limousine wegen der schmaleren C-Säulen minimal besser. Was noch im gut verarbeiteten Innenraum auffällt: Beim Mazda 3 gibt es jetzt ein echtes Headup-Display, der Vorgänger hatte maximal ein Hilfs-Headup-Display mit hochklappbarer Zusatz-Kunststoffscheibe. Das neue System stellt die fahrrelevanten Daten hell und umwerfend klar in der Frontscheibe dar – ganz gleich, bei welcher Umgebungshelligkeit.

Fahrwerk trotz technischer Vereinfachung top

Das Fahrwerk des neuen Mazda 3 schlägt sich gut – die Fahrt im Umland der bulgarischen Hauptstadt Sofia bietet alle erdenklichen Straßenzustände. Die unzähligen und teilweise mit scharfem Anstellwinkel gebauten Speed Bumper der Vororte schluckt die Feder-Dämpferkombination klaglos und selbst Schlaglöcher, die den Namen „Loch“ verdienen, krachen nicht so zu den Insassen durch, dass sie sich nach bleibenden Schäden anfühlen. Das ist bemerkenswert, weil Mazda bei seiner neuen Skyactiv-Plattform die Aufhängungen an der Hinterachse von einer aufwendigen aber etwas schwereren Mehrlenker-Konstruktion zu einer einfacheren und damit leichteren Verbundlenker-Achse geändert hat. Dank nicht feststellbarer Komforteinbußen fühlt sich das nicht wie ein technisches Downgrade an.

Die Lenkung passt zum komfortablen Fahrwerk: Sie ist leichtgängig und präzise, bietet aber etwas Spiel in der Mittellage. Der Allradantrieb arbeitet ebenfalls unauffällig: Man gewöhnt sich so schnell daran, dass man nach kurzer Zeit gar nicht darauf achtet. Die Traktion ist dennoch immer prima.

Benziner mit Diesel-Modus

Das interessanteste Aggregat in der Motorenpalette des Mazda 3 ist der neue Skyactiv-X-Motor. Dieser verdichtet das Kraftstoff-Luftgemisch bei Bedarf in einem hohen Verhältnis von 16,3 zu eins. Der Grund dafür: Einem möglichst sparsamen Kraftstoffeinsatz zuliebe gelangt nur ein äußerst mageres Benzin-Luftgemisch in die Brennräume. Dieses Gemisch enthält so wenige Kraftstoff-Moleküle, dass der Zündfunke es nur noch schwer entzünden kann. Erhöht sich allerdings der Druck im Zylinder, ist eine vollständige Verbrennung möglich. Im Skyactiv-X-Aggregat findet aber keine dieselmäßige Selbstzündung statt, der Zündfunke ist nach wie vor notwendig.

Sparsamer Sauger

Mazdas Skyactiv-X-Motor hat 2,0 Liter Hubraum und 180 PS, das maximale Drehmoment beträgt 224 Newtonmeter. Beim Anlassen klingt er wie ein Benziner und das Losfahren erledigt er moderat – der Sauger ist aus dem Stand kein Sprinter. Auf Gasbefehle reagiert der Antrieb spontan und bei mittleren Geschwindigkeiten auch spurtfreudiger, als es sich anfühlt: Das Auto ist so komfortabel, dass man den Geschwindigkeitszuwachs eher am Tachometer abliest, als ihn zu spüren. Beim entspannten Cruisen ist dann der Verbrennungsmodus mit hoher Kompression deutlich zu hören: Der Spritsparsound ist ein knurriges Brummen. Jenseits der 120 km/h geht es das Treibwerk etwas gemächlicher an – unabhängig vom Gasbefehl. Für einen 2,0-Liter-Sauger ist das Drehmoment aber richtig gut, den Vorwärtsdrang eines aufgeladenen Triebwerks darf man in diesen Geschwindigkeitsregionen nicht erwarten. Was man natürlich erwartet, ist Sparsamkeit – und die liefert Mazda: Durchschnittlich 4,7 Liter sollen dem Skyactiv-X-Motor in Kombination mit Allradantrieb pro 100 Kilometer (NEFZ) genügen.

Die Schaltarbeit übernimmt der Fahrer in der Basisversion über eine manuelle Sechsgang-Schaltung selbst. Der Kupplungsweg ist recht lang, was gerade beim Anfahren auffällt. Die Schaltung an sich ist aber hakelfrei, präzise und erfreut mit mittellangen Wegen, womit sie prima zum entspannten Charakter des Fahrzeugs beiträgt.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
Top-Themen
Am falschen Ende der Zulassungs-Hitparade finden sich mit Rolls-Royce-, Lotus- oder Infiniti-Modellen die üblichen ...mehr
Der schwäbische Autobauer muss weltweit einige Tausend E-Klasse T-Modelle in die Werkstätten holen, um die ...mehr
Ein Range Rover als Stretch-Limousine, ein VW Golf GTI als Cabrio oder ein KITT-Nachbau: Silverstone Auctions ...mehr
Anzeige