Mercedes A-Klasse Limousine (W177)

Zu Preisen ab 30.916 Euro gibt es sie nun auch in Deutschland:
Die Limousinenversion der A-Klasse. Auf dem Pariser Automobilsalon
(4. bis 14. Oktober 2018) wird das Modell erstmals der
Öffentlichkeit vorgestellt.
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Zu Preisen ab 30.916 Euro gibt es sie nun auch in Deutschland: Die Limousinenversion der A-Klasse. Auf dem Pariser Automobilsalon (4. bis 14. Oktober 2018) wird das Modell erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

© Mercedes
27.09.2018 - 18:17 Uhr von Holger Wittich

Mercedes bietet die neue Generation der A-Klasse (W177) ab Ende 2018 auch als Limousine an. Für den chinesischen Markt kommt die Limo als Langversion. Auf dem Autosalon in Paris zeigt Mercedes das Stufenheck-Modell auch als Europa-Variante. Wir sind es schon gefahren.

  • Technische Daten & Preise
  • Ausstattung
  • Cockpit
  • Mercedes A-Klasse L Limousine
  • Sitzprobe China-Version
  • Fahrbericht
  • Fazit

Das neue Kompaktmodell ist also nicht mehr die ganz große Überraschung, zumal auch schon das Concept Car, das Mercedes im April 2017 in Shanghai vorstellte, große Ähnlichkeit mit dem jetzigen Serienmodell hatte. Optisch und technisch ist die Limousine bis zur B-Säule praktisch mit dem Schrägheckmodell identisch, dann schließt jedoch ein langgestrecktes Dach an, das in eine flach stehende kurze Heckscheibe mündet. Das Stummelheck zeigt einen kleinen in der Mitte aufschießenden Bürzel auf dem Kofferraumdeckel. Die recht großen Heckleuchten ragen weit in die Kotflügel hinein und flankieren das Kennzeichenfeld. Insgesamt wirkt der Klappenausschnitt schmal, die Heckschürze kräftig. In den ausgestellten Radhäusern platziert Mercedes je nach Ausstattung Leichtmetallfelgen in den Größen 16 bis 19 Zoll. An der Front kommen optional die aus der S-Klasse bekannten Multibeam LED-Scheinwerfer zum Einsatz.

A-Klasse Limousine mit cW-Weltrekord

Besonders stolz ist Mercedes auf den niedrigen Luftwiderstand. Mit einem cW-Wert von 0,22 erreicht der neue Viertürer den Wert, den beim bisherigen Rekordhalter Mercedes CLA nur die Variante 180 BlueEfficency Edition schaffte. Zusammen mit einer etwas geringeren Stirnfläche gleitet die neue A-Klasse-Limousine tatsächlich noch ein wenig leichter durch den Fahrtwind.

Ende des Jahres geht die Stufenheckversion der A-Klasse dann mit zwei Motorisierungen an den Start. Als der Benziner kommt der A 200 mit 163 PS, in der Diesel-Fraktion tritt der A 180 d mit einer Leistung von 116 PS an. Beide sind mit 7G-DCT Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt. Weitere Motorisierungen und der Allradantrieb 4-Matic will Mercedes später anbieten. (Alle technischen Daten siehe Tabelle).

Umfangreiche Serienausstattung und viele Extras

Serienmäßig an Bord ist bereits bei der Basis-Ausführung das neue MBUX-Infotainment-System mit Touchscreen. Diverse Fahrerassistenzsystem wie Brems- und Spurhalte Assistent sind ebenfalls aufpreisfrei dabei. In bestimmten Situationen kann die Mercedes A-Klasse Limousine auch teilautomatisiert fahren und nutzt dazu Kamera- und Radarsysteme, die bis zu 500 Meter vorausschauen. Außerdem verwendet die A-Klasse Karten und Navigationsdaten für weitere Assistenz-Funktionen, wie zum Beispiel dem Abstands-Assistenten „Distronic“.

In Sachen Sicherheit bietet auch das Stufenheck-Modell gegen Aufpreis das Pre-Safe-System sowie Gurte mit Gurtkraftbegrenzung. Außerdem sichern Fahrer- und Beifahrerairbags, Fahrer-Knieairbags, Window-Bags inklusive A-Säulen-Abdeckung die Passagiere.

Wie schon bei der A-Klasse sind die Ausstattungslinien Style, Progressive und AMG-Line verfügbar, ebenso das Night-Paket und Sonderausstattungen wie Keyless Go Access oder die Hands Free Access-Funktion zum automatischen Öffnen des Kofferraums per Fußbewegung.

Drei Cockpits verfügbar

Das Cockpit mit der neu gestalteten Instrumententafel, die auf eine Dachhutze verzichtet, kennt man vom Schrägheckmodell. So erstreckt sich der Armaturenträger in Flügelform frei zwischen den Türen. Die Luftströmer im Turbinenlook ziehen zudem die Blicke auf sich. Gegen Aufpreis ist das Widescreen-Cockpit erhältlich. Insgesamt bietet Mercedes drei Cockpitausführungen an:

  • zwei 7-Zoll-Displays (17,78 cm)
  • ein 7- und ein 10,25-Zoll-Display (26 cm)
  • zwei 10,25-Zoll-Displays

Mercedes produziert die A-Klasse Limousine, die in Sindelfingen entwickelt wurde, in Rastatt und im mexikanischen Werk in Aguascalientes. Preise wurden noch nicht genannt.

MBUX wird zum Sprachtalent auch in China

Auch die Mercedes A-Klasse L Limousine für China verfügt über den das Infotainmentsystem MBUX. Es hatte zur Messe Premiere auf der Auto China fleißig Vokabeln gelernt und beherrscht verschiedene chinesische Dialekte, darunter Sichuan und Kantonesisch. Ansonsten bleibt es auch bei der China-Langversion beim bereits bekannten A-Klasse-Cockpit mit freistehendem Widescreen-Display und den obligatorischen Lüftungsdüsen in Turbinenoptik. Knackpunkt der A-Klasse L Limousine ist logischerweise das Raumangebot im Fond.

Wer dagegen vorne links Platz nimmt, befehligt zur Einführung einen 1,33-Liter-Vierzylinder mit wahlweise 135 oder 163 PS. Ein 190 PS starkes Zweiliter-Aggregat mit variabler Ventilsteuerung soll folgen. Immer an Bord: das 7G-DCT Doppelkupplungsgetriebe. Eine Möglichkeit, das chinesische Modell auf den ersten Blick zu erkennen, ist die exklusive Lackierung in Rosé Gold, die nur im Reich der Mitte angeboten wird.

Sitzprobe Mercedes A 200 lang (China-Version)

Zack, ist sie von einer dicken Menschentraube umringt: Die Langversion der Mercedes A-Klasse interessiert die Menschen in China immens. Der Kompaktwagen ist als Limousine ausgeführt – eine Karosserieform, die hier auch jungen Leuten gut gefällt.

Das MBUX-Cockpit gefällt auch bei der A-Klasse-Limousine: Alles ist ergonomisch angeordnet und das Lenkrad fasst sich gut an. Platz gibt es für die Beine genug, nur wenn hinten jemand sitzt, der das „ lang“ im Modellnamen in Richtung Chauffeurslimousine interpretiert, hat es der Vordermann recht eng. Die Sitze fühlen sich unspektakulär reisetauglich an. Auch die Köpfe großer Insassen passen noch unters Dach, aber nur knapp. Dies gilt für vorne und hinten, wobei das Ausstellungsfahrzeug mit einem Schiebedach ausgerüstet war.

Im Fond ist die größte Überraschung, dass die Sitze mindestens genauso gut ausgeformt sind wie vorne – in der zweiten Reihe lässt es sich entspannt reisen. Aussteigen und nochmal einen Blick auf das Heck werfen: Die A-Klasse als Limousine ist optisch überraschend gut gelungen, dürfte manch einem vielleicht deutlich besser gefallen als der aktuelle CLA.

Fahrbericht: Blitzsauberes Handling, zehn Kilo Mehrgewicht

Lifestyle statt bloßer Nutzwert lautet das Motto bei der Limousinenversion der A-Klasse, was unweigerlich die Frage nach der Existenzberechtigung des ebenfalls viertürigen CLA aufwirft, der 2019 neu erscheinen wird. Mercedes beteuert jedoch, dass sich die beiden nicht ins Gehege kämen. Zwischen den Zeilen gelesen: Der CLA wird seine Coupéhaftigkeit künftig noch stärker herausstreichen, darf emotionaler werden. Eine Abgrenzung über die Motoren sei dabei übrigens nicht vorgesehen. Ein CLA mit schmaler Leistung ist demnach ebenso denkbar wie eine AMG-Limousine.

Doch das bleibt vorerst Zukunftsmusik. Fürs Erste richtet Mercedes die A-Klasse-Limo mit vier Motoren an: einem 116-PS-Diesel (A 180 d, ab 32.142 Euro) sowie drei Turbobenzinern. Als Basismodell fungiert der A 200 (163 PS), als Topversion der 250er (ab 37.324 Euro), der 224 PS aufbietet und sowohl frontgetrieben als auch mit Allradantrieb angeboten wird. Unser Kostprobefahrzeug, der A 220, liegt bei 36.432, treibt grundsätzlich alle vier Räder an und nutzt den gleichen Zweiliter-Vierzylinder wie der A 250. Der Direkteinspritzer mobilisiert 190 PS und 350 Nm, was ihn zu einem ganz munteren Burschen macht. Sauberes Ansprechen, konstanter Turbodruck, top! Im oberen Drehzahlbereich ebbt sein Elan zwar etwas ab, damit kann man aber ebenso leben wie mit dem ziemlich quengeligen Klang.

Etwas zäh bei Lastwechseln: das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe. Doch die Fahrleistungen unterscheiden sich nur in Nuancen von denen des Steilheckmodells. Und auch das Handling lässt sich die zehn Extrakilos, die das 420 Liter große Ladeabteil mit sich bringt, nicht anmerken. So federt der A 220 definiert, trotz 19-Zöllern aber keineswegs zu grob und lässt sich dank seiner sensiblen Lenkung und der optionalen 15-Millimeter-Tieferlegung auch mal forsch durch Kurven ziehen.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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