Mercedes GLE 300d im Fahrbericht

Zu einem Preis von 65.807 Euro bietet Mercedes das
GLE-Einstiegsmodell 300d an. Der Vierzylinder ist rund 3.500 Euro
günstiger als der 350d mit Sechszylinder-Diesel. Lohnt der
Verzicht?
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Zu einem Preis von 65.807 Euro bietet Mercedes das GLE-Einstiegsmodell 300d an. Der Vierzylinder ist rund 3.500 Euro günstiger als der 350d mit Sechszylinder-Diesel. Lohnt der Verzicht?

© D. Weyhenmeyer/Daimler

Zu einem Preis von 65.807 Euro bietet Mercedes das GLE-Einstiegsmodell 300d an. Der Vierzylinder ist rund 3.500 Euro günstiger als der 350d mit Sechszylinder-Diesel. Lohnt der Verzicht?

Mercedes will mit dem GLE 300d Preis- und CO2-sensible Kunden ansprechen. Dass der Einstiegspreis in den GLE mit Vierzylinder 65.807 Euro beträgt, zeigt nur, auf welch hohem Niveau Sensibilität geübt wird. Die Preisdifferenz zum Sechszylinder erscheint nicht so groß wie jene beim CO2-Ausstoß: 161 bis 169 Gramm beim Vierzylinder stehen 187 bis 198 g CO2 des Sechszylinders gegenüber.

Geringer Unterschied bei Grundpreis und Fahrleistungen

Die Fahrleistungen unterscheiden sich auf dem Papier klar, aber nicht um Welten: 7,2 statt 6,6 Sekunden für den Spurt von null auf 100 km/h und 225 zu 230 km/h Höchstgeschwindigkeit. Scheint so, als könnte auch der Vierzylinder genügen.

Tatsächlich geht der GLE 300d nicht schlecht. Doch so richtig von tief unten kommt die Kraft nicht; Zwischen 1.600 und 2.400/min liegt auf dem Prüfstand das maximale Drehmoment an, auf der Straße sind eher 2.000/min nötig, um auch aus Kehren nachdrücklich beschleunigen zu können. Kehren gibt es jede Menge auf der Transfogarascher Hochstraße, die sich zwischen der Großen Walachei und dem Olt-Tal durch die Transsilvanischen Alpen schlängelt.

Zügig bergauf mit 500 Nm

Recht zügig schubst der Vierzylinder-Diesel den GLE den Berg hinauf, braucht nach langsamen Kehren jedoch immer wieder einen Moment, bis er seine Kraft beisammen hat. Die Neungang-Automatik unterstützt den OM 654 nach Kräften mit geschmeidigen Gangwechseln. Freudig dreht der Motor hoch, vergisst dabei jedoch mitunter seine gute Kinderstube; trotz des im Testwagen installierten Motorsound-Paket klingt der Diesel eher angestrengt als souverän. Mit 7,0 bis 7,3 Litern WLTP-Normverbrauch verspricht der Vierzylinder-GLE dafür reichlich Reichweite; 65 Liter passen in den Tank.

GLE-Stärken: Reisekomfort und Platz

Große, vielfältig verstellbare und fest gepolsterte Sitze nehmen langen Strecken den Schrecken. Die Luftfederung macht selbst mit den 21-Zoll-Rädern des Testwagens auch üble Wellen und fiese Löcher platt – Löcher und Wellen gibt es auf der Transfagarasan noch mehr als Kurven. Platz gibt es ebenfalls reichlich, die Rückbank bietet genügend Platz für drei Reisende und genügend Knieraum für Langbeinige.

Überraschend kurvenfest

Sollte ein Bär oder ein herumstreunender Hund vor dem Auto auftauchen, verzögert der leer 2.165 Kilogramm schwere Wagen zur Not vehement – kurze Bremswege waren Entwicklungsziel. Beim Ausweichen helfen die präzise Lenkung und das tückenfreie Eigenlenkverhalten. Kurven machen im GLE erstaunlich viel Spaß: Das Auto bleibt präzise auf Kurs, Wanken und Stampfen hat die Dämpfung gut unter Kontrolle. Das immerhin gilt für den 300d ebenso wie für die stärkeren Versionen.

Technische Daten:

GLE 300d 4Matic

Leistung: 180 KW (245 PS)
Drehmoment (bei U/min): 500
Höchstgeschwindigkeit:225 km/h
Grundpreis:65.807 €

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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