Mercedes-Maybach GLS 600

Mit viel Chrom an der Front: der neue Mercedes-Maybach GLS
600.
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Mit viel Chrom an der Front: der neue Mercedes-Maybach GLS 600.

© Daimler

Mercedes stellt das Topmodell seines großen SUV GLS vor: Der Mercedes-Maybach GLS 600 ist ein Auto mit einem extrem luxuriösen Fond.

Der GLS ist Mercedes‘ größtes SUV – so groß, dass er gut in die USA und nach China passt. Jetzt stellt Mercedes seine ultimative Luxusvariante des GLS vor: den Mercedes-Maybach GLS 600. Von seinen Nicht-Maybach-Geschwistern unterscheidet sich das Topmodell unter anderem durch einen mit feinen vertikalen Chromstreben versehenen Grill und weiteren Chrom-Applikationen. Mercedes-Designchef Gorden Wagener nennt dies „Jewelry“. Auf der Fronthaube steht ein Mercedesstern im Wind, an den C-Säulen prangt jeweils ein mächtiges Maybach-Logo. Maybach liegt Gorden Wagener besonders am Herzen – und 2018 war jede siebte verkaufte S-Klasse ein Maybach.

Der Einstieg in den Maybach GLS funktioniert über ein automatisch aus dem Seitenschweller ausfahrendes Trittbrett. Das besteht aus Aluminium, hat eine eloxierte Oberfläche und ist beleuchtet. Bei einer Geschwindigkeit von über 15 km/h verschwindet es wieder im Seitenschweller – die Bodenfreiheit und sämtliche anderen Geländewerte beeinträchtig es nicht. Im Stand senkt sich das serienmäßige Luftfahrwerk um 25 Millimeter ab, was den Einstieg zusätzlich zum Trittbrett erleichtern soll.

Fondorientierter Luxus

Im Innenraum ist jede erdenkliche Oberfläche mit edlen Materialien überzogen. Wer Holz möchte, bekommt Furnier aus zehn Jahren abgelagerten Hölzern. An den Rückseiten der Vordersitze gibt es zum Beispiel hölzerne Maybach-Logos. Und wer noch mehr Leder will als ohnehin schon vorhanden, bekommt das natürlich auch. Der Infotainment-Bildschirm begrüßt die frisch Zugestiegenen mit einem speziellen Maybach-Menü und klimatisierte Nappaleder-Massagesitze sind Serie. Und auch wenn vorn alles schick und luxuriös ist: Die Konzentration gilt beim Maybach GLS dem Fond.

Die zweite Reihe hat nicht nur eine eigene Klimaregelung, sondern eine eigene Klimaanlage. Die Sitzbank mit drei Plätzen lässt sich gegen zwei Einzelsitze tauschen. Dann bekommt auch der Fond eine Mittelkonsole, die in einem zwischen den Lehnen sitzenden Fach endet. In dieses kühlbare Fach passen drei Imperial-Champagner-Flaschen (dreimal 0,75 Liter). Die Aufpreisliste für Reihe zwei umfasst beispielsweise Silberkelche für den Schampus und zusätzliche auf den Innenraum abgestimmte Kissen.

Hinten extrem viel Beinfreiheit

Die Fondsitze sind im Vergleich zu denen im Serien GLS um zwölf Zentimeter weiter nach hinten und um drei Zentimeter nach innen versetzt – Letzteres bringt 1,6 Zentimeter mehr Ellenbogenfreiheit Richtung Tür. Außerdem lassen sich die Lehnen um bis zu 43,5 Grad nach hinten neigen – 1,5 Grad mehr als bei der S-Klasse. Der Beinraum 1,10 Meter, beim in die sogenannte Chauffeurposition nach vorn gefahrenen Beifahrersitz gibt es hinten rechts sogar 1,34 Meter Platz für die Beine. Für mehr Sicherheit in der Ruheposition sorgen Airbags in den Sitzflächen, die das Durchtauchen unter dem Gurt (Submarining) verhindern sollen. Wer die Sitze wieder in eine vorzeigbare Stellung bringen möchte, drück den Aufräum-Knopf – dann fährt das Gestühl in seine Auslieferungs-Position.

Für das gesamte Auto und erst recht für den Fond verspricht Mercedes einen ausgesuchten Geräuschkomfort durch zusätzliche Dämmungen – selbst die Lüftungskanäle sind von innen mit einem geräuschdämmendem Material ausgekleidet. Der Gebläsemotor ist gummigelagert, um die Übertragung von Vibrationen zu minimieren. Für den vernehmbaren Sound ist eine Anlage des Berliner Audi-Spezialisten Burmester zuständig. Das System arbeitet mit 24 Verstärkerkanälen, 27 Lautsprechern und bietet eine Gesamtleistung von 1.590 Watt.

Elektrisch geregeltes Luftfahrwerk

Die Verbindung zu den 22 oder 23 Zoll großen Rädern stellt immer ein adaptives Luftfahrwerk her. Dieses soll wiederum den Fond ganz besonders komfortabel federn. Über ein 48-Volt-Netz regelt das System die Feder- und Dämpferkräfte des Allraders radselektiv. Bei hohen Geschwindigkeiten geht es um 1,5 Zentimeter runter, unterhalb von 30 km/h beträgt die Absenkung 2,5 Zentimeter, um das Einsteigen zu erleichtern.

Außerdem bietet des Fahrwerk drei spannende Modi: In der Einstellung Curve legt sich der Maybach GLS in drei Stufen um bis zu drei Grad in die Kurve. Das reduziert Kurvenkräfte und macht die Fahrt insbesondere für den Beifahrer und die Insassen im Fond komfortabler. Bei Road Surface Scan schaut eine Kamera auf den Untergrund vor dem Fahrzeug und erkennt Unebenheiten. Das System bereitet die Federbeine schon vor dem Überfahren von Unebenheiten darauf vor und sorgt so für weniger Karosseriebewegungen – umgangssprachlich ist die ursprünglich aus der S-Klasse stammende Technik als „Fliegender Teppich“ bekannt. Und im Offroad-Programm kann der Maybach GLS aus festgefahrenen Positionen heraushoppeln.

V8 mit 558 PS und zusätzlichem EQ-Boost

Den Antrieb erledigt ein 4,0-Liter-V8-Turbo mit 558 PS und einem maximalen Drehmoment in Höhe von 730 Newtonmeter. Weitere 22 PS und 250 Newtonmeter sind kurzzeitig per EQ-Boost abrufbar. Im Fahrprogramm Dynamic Select ist zwischen 800 und 3.250/min eine Zylinderabschaltung aktiv – bei erhöhtem Leistungsbedarf schalten sich die Zylinder innerhalb von Millisekunden wieder zu. Der kräftige Motor macht den 2.785 Kilogramm schweren SUV flott: In 4,9 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, bei 250 km/h greift die Abregelung. Eine Variante mit V12 Motor ist noch nicht im Angebot, könnte aber folgen, wenn die Kunden das wünschen – die Bauräume sind laut den Mercedes-Ingenieuren dafür vorhanden.

Für die Krafteinteilung ist immer eine Neungang-Automatik zuständig. Eine neue sogenannte Direktsteuerung soll laut Hersteller kaum wahrnehmbare Schaltvorgänge ermöglichen. Die elektrisch gesteuerte Lamellenkupplung des Verteilergetriebes kann die Momente je nach Bedarf zwischen null und 100 Prozent zwischen vorn und hinten verschieben.

Der neue Mercedes-Maybach GLS 600 kommt im Sommer 2020 auf den Markt, die Preise sind noch nicht bekannt.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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