Mercury Cougar Convertible XR-7 versteigert: James-Bond-Auto bringt mehrfachen Schätzpreis

Mercury Cougar Convertible XR-7 versteigert: James-Bond-Auto
bringt mehrfachen Schätzpreis
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Mercury Cougar Convertible XR-7 versteigert: James-Bond-Auto bringt mehrfachen Schätzpreis

© Bonhams

Ein Mercury aus dem James-Bond-Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" erzielte jetzt auf einer Auktion einen unerwartet hohen Preis.

Der James-Bond-Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" (original: On Her Majesty’s Secret Service) ist in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Bond-Film: Nur in diesem einen Teil der Agenten-Reihe stellt der Australier George Lazenby James Bond dar und bisher hat Bond nur in diesem Film geheiratet – seine Frau spielt der damalige "Mit Schirm, Charme und Melone"-Star Diana Rigg. In der Schlussszene erschießt Irma Bunt (Ilse Steppat), die rechte Hand von Bösewicht Ernst Stavro Blofeld (Telly Savalas), Bonds Frau. In dem Film fährt Diana Rigg alias Contessa Teresa "Tracy" di Vincenzo einen 1969er Mercury Cougar Convertible XR-7 mit Ski-Träger, der jetzt bei einer Auktion von Bonhams einen sensationellen Preis erzielt hat.

Nur einer in perfektem Zustand

Die Filmproduktionsfirma Eon bestellte das Mercury Cougar Cabrio am 30. Januar 1969, am 6. Februar baute der amerikanische Hersteller das Auto. Der Mercury gelangte umgehend per Flugzeug nach Großbritannien und erhielt dort am 13. Februar seine Zulassung – Kopien der originalen Dokumente und der Rechnung sind vorhanden. Aus den Dokumenten geht hervor, dass Mercury anscheinend nur drei Cougar Convertible XR-7 in Candy Apple Red und mit schwarzem Stoffdach hergestellt hat – wahrscheinlich alle für den Bond-Film. Harte Stunts scheinen den anderen beiden Exemplaren zugesetzt zu haben – vollkommen unbeschädigt und frisch restauriert ist nur das jetzt versteigerte Auto. Die anderen beiden Autos existieren auch noch, ein viertes Auto könnte es ebenfalls gegeben haben – aber dieses Fahrzeug gilt als verschrottet.

Mit 7,0-Liter-V8 und Kneissl-Ski

Aus den Auslieferungsunterlagen geht auch die Ausstattung des Mercury hervor: Unter der mit speziellen Sicherungs-Stiften versehenen Fronthaube wummert ein 7,0-Liter-Cobra-Jet-Ram-Air-V8, der an eine Dreigang-Automatik gekoppelt ist, außerdem arbeiten vorn Scheibenbremsen. Innen gibt es rote Ledersitze und ein Mittelwellen-Radio. Auf dem Heck sitzt ein verchromter Skiträger, auf dem Tracys Kneissl-Ski befestigt sind – schließlich sind die Bond-Filme berühmt für ihre Produktplatzierungen.

Jetziger Verkäufer kannte beim Kauf Filmauto-Geschichte nicht

Der aktuelle Verkäufer hat den Mercury 1990 gekauft – ohne zu wissen, dass es sich dabei um ein Filmauto handelte. Die im Jahr 2020 durchgeführte Restauration umfasste eine Neulackierung, eine vollständige Überholung des Motors, der Lichtmaschine und des Anlassers, eine Wiederherstellung des Holley-Vergasers, eine Instandsetzung des Getriebes, eine Ausrüstung der Hinterachse mit einem Sperrdifferential von Hauser Racing und eine Aufbereitung des Verdecks. Seit der Restaurierung sind auf dem Streckenzähler nur 20 Meilen (zirka 32 Kilometer) hinzugekommen.

Schätzpreis mehr als verdoppelt

Die Experten vom Auktionshaus Bonhams schätzten den Wert des Bond-Mercury auf 100.000 bis 150.000 britische Pfund (aktuell umgerechnet zirka 109.041 bis 163.562 Euro). Aber die Bond-Fans lieferten sich ein hartes Bietergefecht: Bei einer Summe von 356.500 Pfund (388.732 Euro) fiel der Hammer – also fast beim 2,4-fachen des maximalen Schätzwerts. Rekord: Bisher hat noch kein Mercury Cougar auf einer Auktion einen so hohen Preis erzielt.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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