Nahverkehrskonzept für Amsterdam

9/2019, roundAround
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9/2019, roundAround

 © MIT/AMS Institute

Für den öffentlichen Nahverkehr im wasserreichen Amsterdam haben Forscher ein Projekt entwickelt, das autonom fahrende Boote als ständig fahrende Fähren einsetzt.

Öffentlicher Personennahverkehr muss nicht immer nur auf der Straße oder auf der Schiene stattfinden. In Städten, die nah am Wasser gebaut sind, spielen auf Boote eine Rolle im Alltag der Menschen. Das gilt auch für die niederländische Hauptstadt Amsterdam.

Dort muss man, um aus dem Stadtzentrum in das Viertel Marineterrein zu gelangen, zu Fuß ungefähr einen Kilometer um einen Kanal herumlaufen. Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben in Zusammenarbeit mit dem Amsterdam Institute for Advanced Metropolitian Solutions (AMS Institute) ein Konzept für den Personentransport mit autonom fahrenden Booten entwickelt.

Das Projekt mit dem Namen „Round-Around“ soll als „dynamische Brücke“ verstanden werden. Die selbstfahrenden Boote zur Personenbeförderung sollen, einem intelligenten Algorithmus sei Dank, dynamisch auf Nachfrageverschiebungen und andere Umstände reagieren können. Die eingesetzten Boote bilden einen Kreislauf für den Personen- und Warentransport. Kameras und Lidar-Technologie wird für die Navigation genutzt, so wie bei autonom fahrenden Autos im Straßenverkehr.

Umsetzung auch in anderen Städten möglich

Der Bau einer Brücke ist vor Ort nicht möglich, da große Schiffe ein- und ausfahren. Das brachte die Forscher auf die Idee der Bootflotte. „Die Roboat (Roboter Boot, Anm. d. V.) Einheiten unseres “Round-Around„-Projekts reagieren autonom auf das Umfeld im Wasser. Während dem Einsatz der Technologie lernt das System dazu und wird immer intelligenter. Damit lässt es sich später auch in anderen Gebieten Amsterdams und auch in anderen Städten einsetzen“, erklärt Carlo Ratti, Direktor und Professor am MIT.

Die Boote werden elektrisch betrieben. Ihre Batterien sollen beim Anlegen an einer der beiden Haltestellen induktiv geladen werden. Aktuell ist „Round Around“ noch ein theoretisches Konzept. Wann die ersten autonomen Nahverkehrsboote ins Wasser gelassen werden, ist noch nicht bekannt.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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