Neue Ford-Strategie

Ford Logo (2018)
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Ford Logo (2018)

 © Ford

Weniger Modelle, mehr Elektro, Kooperation mit VW: Ford will mit einem neuen Profil mehr Profit machen. Der Ford Ka+ geht, der SUV Puma kommt. Zudem sollen global 7.000 Jobs abgebaut werden.

Ford will sein Europageschäft nachhaltig zurück in die Gewinnzone bringen und hat dazu jetzt seine Strategie bekanntgegeben. Kurzfristig will Ford bereits eingeleitete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung weiter vorantreiben und Strukturkosten senken. Weitere Maßnahmen sollen die Veränderungen der Modellpalette, eine Ausweitung des Angebotes und des Absatzes in profitablen Wachstumssegmenten betreffen. So wird der 2016 eingeführte Kleinstwagen Ka+ ab 2020 gestrichen. Das berichtet das Handelsblatt. In anderen Regionen außerhalb Europas bleibt der Fünftürer im Programm. Laut Handelsblatt sei auch die Zukunft des Mondeo unklar. Die Mittelklasse verliert seit Jahren Marktanteile – vor allem an SUV. In diesem Segment bringt Ford 2020 einen Kuga-Nachfolger und den Kleinwagen-Crossover Puma. Ab Ende 2019 wird außerdem der US-Explorer nach Europa kommen.

7.000 Jobs und viele Modelle werden gestrichen

Gleichzeitig wird Ford weniger profitable Modellreihen optimieren oder sich aus diesen zurückziehen. Der Autobauer will sich dabei auf margenstarke Fahrzeugvarianten sowie eine Absatzsteigerung der profitabelsten Modellreihen konzentrieren. Aber auch vor Stellenstreichungen schreckt der Autobauer nicht zurück. Um die Personalkosten zu senken, sollen sowohl im gewerblichen als auch im kaufmännischen Bereich in allen Unternehmensteilen Jobs abgebaut werden. Ford sei dazu bereits mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften im Gespräch, setzt aber auch auf Freiwilligkeit der Arbeitnehmer. Bis Ende August 2019 sollen weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut werden, 2.300 davon in den USA. Das ist jede zehnte Stelle weltweit. Betroffen sind auch Arbeitsplätze in Kanada, China, Südamerika und in Europa. Insgesamt will Ford damit rund 600 Millionen Dollar jährlich einsparen.

Neu strukturiert werden sollen die Geschäftsbereiche. Künftig will Ford Schwerpunkte bei Nutzfahrzeugen, Pkw und Importmodellen setzen. Jeder der drei Bereiche bekommt klare Zielsetzungen und eigene Organisationsformen. Als Zielmarke strebt Ford Europa langfristig eine EBIT-Marge von sechs Prozent an, wobei jeder Geschäftsbereich rentabel arbeiten soll.

Als weitere strategische Maßnahmen werden das Produktionsende von Automatikgetrieben im französischen Werk Aquitaine bei Bordeaux im August 2019 sowie die Zusammenlegung der britischen Standorte genannt. Überprüft werden soll zudem die Zusammenarbeit mit Sollers in Russland. Über die Produktionseinstellung der Modelle C-Max und Grand C-Max am Standort Saarlouis wird bereits mit den Gewerkschaften verhandelt.

Ford setzt auf Elektrifizierung

Natürlich spielt auch das Thema Elektrifizierung in der Ford-Strategie eine wichtige Rolle. Beginnend mit dem neuen Ford Focus soll künftig jede Modellreihe eine elektrifizierte Antriebsoption erhalten. Dies betrifft komplett neue Modelle sowie neue Varianten bestehender Modelle. Vom Fiesta bis zum Transit wird Ford dann jede Modellreihe entweder mit einem Mild-Hybrid, Voll-Hybrid, Plug-in-Hybrid oder einer batterie-elektrischen Option anbieten. Zudem soll weiter in den boomenden SUV-Markt investiert werden. Hier will Ford im April 2019 ein neues Importmodell für Europa präsentieren. 2020 soll zudem der MachE, ein vom Mustang inspiriertes, rein elektrisch angetriebenes CUV-Modell folgen.

Pickup-Kooperation von Ford und VW

Ende März 2019 hatten Ford und VW eine Vereinbarung unterzeichnet, dass sie gemeinsam Pick-ups bauen wollen. Erstes gemeinsames Projekt wird der Nachfolger des Amarok sein, der auf der Plattform des neuen, 2020 startenden Ford Ranger entstehen wird. Die bereits seit 2010 gebaute erste Amarok-Generation dürfte zu einem ähnlichen Zeitpunkt einen Nachfolger bekommen. Perspektivisch soll die Allianz auf die Entwicklung elektrischer und autonomer Fahrzeuge sowie neuer Mobilitäts-Services ausgeweitet werden.

Ford und VW haben zusammen Vans gebaut

Es ist nicht die erste Kooperation von VW und Ford: Beide Unternehmen hatten 1991 in Portugal ein Joint-Venture gegründet, das ab 1995 den Ford Galaxy und den VW Sharan sowie ab 1996 den Seat Alhambra produzierte. Ende 1998 übernahm VW die Anteile von Ford. Ford entwickelte den neuen Galaxy selbst und brachte das Nachfolgemodell 2006 auf den Markt. VW und Seat produzierten die weiterentwickelten Sharan und Alhambra bis 2010 und brachten anschließend ebenfalls ein eigenes Nachfolgemodell auf den Markt.

Quelle: 2019 Motor-Presse Stuttgart
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