Neuer Citroën Berlingo (2018)

Citroën Berlingo (2018) Fahrbericht
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Citroën Berlingo (2018) Fahrbericht

© W. Groeger-Meier
21.06.2018 - 00:00 Uhr von Uli Baumann

Nach zehn Jahren bringt Citroën einen neuen Berlingo. An der dritten Generation des Familienautos ist alles neu. Fast alles. Fahrbericht.

Citroën hat den Hochdachkombi Berlingo noch praktischer und noch moderner gemacht. Seine Weltpremiere feiert der neue Citroën Berlingo zusammen mit seinen Schwestermodellen Peugeot Partner und Opel Combo auf dem Genfer Autosalon. Alle drei teilen sich die PSA-Plattform EMP2 und werden in zwei Radständen (2,78 Meter und 2,97 Meter) als Fünf- und Siebensitzer angeboten. Das neue Modell, das mit 4,40 Meter bzw. 4,75 Meter Länge erhältlich ist, ist ab sofort bestellbar und wird im spanischen Vigo gebaut.

Neuer Berlingo im Fahrbericht

Neu ist, dass der Schlüssel in der Tasche bleiben kann und die Feststellbremse beim Losfahren elektrisch entriegelt. Zudem ist die Haube kürzer und höher, und darunter steckt die neue Konzern-Plattform EMP2, auf die PSA fast alles vom Peugeot 308 über Opel Grandland X bis zum Citroën Spacetourer stellt. Der hintere Teil stammt vom bisherigen Berlingo, der Grund dafür ist die platzsparende Hinterachse – die haben die Ingenieure für das neue Modell verstärkt. Was bringt die Neuauflage dem Kunden? Vor allem mehr Assistenzsysteme und aktuelle Motoren. Einer davon ist ein Turbo-Benziner mit 110 PS, der auf Knopfdruck mit gedämpftem Dreizylinder-Schnarren startet. Der erste Gang rastet leicht und präzise mit dem gut erreichbaren Schalthebel ein, und das 1,2-Liter-Triebwerk bringt den 1,80 Meter hohen Kastenwagen leise, vibrationsarm und recht kräftig in Schwung.

Motoren mit Euro 6d Temp

Zwei Diesel gibt es auch, wir fuhren die stärkere Version mit 130 PS und Automatik. Es ist ein Motor, der Freude macht, weil er so ruhig läuft, stämmig durchzieht und dabei kaum mehr hören lässt als ein sanftes Brummen. Die Achtstufen-Wandlerautomatik schaltet sanft und schnell, hält allerdings nach dem Zurückschalten den Gang zu lange.

Alle Motoren im Berlingo III erfüllen die Abgasnorm Euro 6d-Temp, der Diesel killt Stickoxide im SCR-Kat und filtert den Ruß. Beim Fahren helfen Assistenzsysteme wie die Rückfahrkamera mit Draufsicht, das Head-up-Display mit Plastikscheibe oder der Spurhalter mit Lenkeingriff.

Handling und Komfort

Das Handlingtalent ist überschaubar. Immerhin lenkt sich der Kasten recht präzise. Das Fahrverhalten bleibt jederzeit sicher, die Traktion ist gut. Weich gedämpft glättet das Fahrwerk grobe Wellen, auf Kanten und Schlaglöcher reagiert die Hinterachse manchmal etwas stößig. Das kann man als Hinweis auf das Transporttalent sehen und angesichts der günstigen Preise verzeihen: weniger geräumige Kompaktvans kosten einige Tausend Euro mehr.

Jede Menge Stauraum

Neben dem typischen neuen Citroën-Design verfügt der neue Berlingo auch über eine neue Karosserie, die die Stärken des Citroën Berlingo wie Modularität und geräumigen Innenraum hervorheben soll. Das neue Modell, das weiter auf zwei hintere Schiebetüren setzt, bietet dazu drei einzeln umklappbare Rücksitze, einen durchgehenden, flachen Boden, 2,70 Meter Ladelänge und 100 Liter zusätzliches Kofferraumvolumen (jetzt 775 Liter). Die Langversion bietet sogar bis zu 3,05 Meter Ladelänge und 1.050 Liter. Hier sind die beiden Sitze in Reihe 3 um 130 Millimeter längsverschiebbar.

Das Multifunktionsdach Modutop bietet viele Staufächer, optional große Glasflächen sowie verschiedene Beleuchtungselemente. Weitere Staufächer finden sich im Fahrzeugboden sowie in der Mittelkonsole. Zwei große Handschuhfächer nehmen weitere Utensilien auf. Insgesamt sollen in 28 Fächern 186 Liter Stauvolumen bereitstehen. Praktisch sind auch die separat zu öffnenden Heckscheibe und die in zwei Höhen arretierbaren Kofferraumabdeckung.

Vollgestopft mit Assistenzsystemen

In Sachen Sicherheit bietet der Berlingo bis zu 19 Fahrerassistenzsysteme – darunter ein farbiges Head-up-Display, ein aktiver Geschwindigkeitsregler und -begrenzer mit Bremsfunktion, Notbremsassistent mit Kollisionswarner, Verkehrszeichenerkennung, Aufmerksamkeitsassistent, Tot-Winkel-Assistent, elektrische Parkbremse, Fernlichtassistent, Rückfahrkamera mit 180-Grad-Rundumsicht, Grip Control mit Bergabfahrhilfe und Anhänger-Stabilitätskontrolle. Dazu können Kunden unter vier Konnektivitätstechnologien einschließlich 8-Zoll-Touchscreen und Induktions-Ladung für Smartphones wählen.

Vier Motoren, Preise ab 19.090 Euro

Angeboten wird der neue Berlingo mit 1,2-Liter-Benzinern mit 110 und 130 PS sowie einem 1,5-Liter-Turbodiesel mit 102 und 130 PS. Die Basisversionen kommen mit einem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe, der stärkere Diesel mit einer neuen Achtgang-Automatik. Wobei auch der große Diesel als Handschalter verfügbar ist. Der große Benziner wird erst im Herbst 2019 kommen.

Die Preise für den neuen Berlingo beginnen bei 19.090 Euro. Dafür gibt es das Basismodell mit kurzer Karosserie, fünf Sitzplätzen und 110-PS-Benziner. Die Langversion XL kostet 1.400 Euro mehr. Der kleine Diesel mit 100 PS kommt auf mindestens 20.340 Euro. Den 130 PS starken Diesel gibt es ab der zweithöchsten Ausstattung Feel, die Preise beginnen bei 26.390 Euro. Für 2.000 Euro Aufpreis gibt es zum Diesel eine Automatik.

Technische Daten:

Berlingo PureTech 110

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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