Neuer Hyundai Santa Fe (2018) mit Sitzprobe

Hyundai wird ab Ende 2018 die vierte Generation des Santa Fe auf
den Markt bringen. Premiere feiert der neue Full-Size-SUV in
Genf.
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Hyundai wird ab Ende 2018 die vierte Generation des Santa Fe auf den Markt bringen. Premiere feiert der neue Full-Size-SUV in Genf.

© Hyundai
22.02.2018 - 10:36 Uhr von Gregor Hebermehl

Seit 2001 gibt es ihn, jetzt stellt Hyundai die vierte Generation des SUV Santa Fe vor. Mehr Sicherheit, mehr Platz und Euro-6c-Antriebe sollen den Santa Fe attraktiv machen. Premiere feiert er in Genf – wir haben schon mal die Sitzprobe gemacht.

  • Karosserie
  • Innenraum und Sitzprobe
  • Fahrwerk
  • Konnektivität
  • Sicherheit und Assistenten
  • Motoren

Karosserie wird größer

Optisch steht Hyundais größtes SUV breit da. Die Doppelten Frontleuchten setzen sich aus LED-Scheinwerfern und dem darüber angeordneten LED-Tagfahrlicht zusammen. Am Heck trägt der neue Santa Fe eigenständige Leuchten und zwei Endrohre. Und der Wagen ist gewachsen: 4.770 mm lang (plus 70 mm), 1.890 mm breit (plus 10 mm) und einem auf 2.765 mm verlängertem Radstand (plus 65 mm). Der 4.905 Millimeter lange Grand Santa Fe entfällt mit dem Marktstart der neuen Generation.

Mehr Platz im Innenraum

Für den Innenraum des neuen Santa Fe verspricht Hyundai unter anderem eine verbesserte Übersicht nach hinten. Die hinteren seitlichen Scheiben sind um 41 Prozent größer als beim Vorgängermodell und der Fahrer soll über die Reihen zwei und drei besser hinwegsehen können. Einer guten Sitzhaltung zuliebe lassen sich die Sitzflächen der beiden vorderen Sitze elektrisch erweitern und in zehn verschiedenen Positionen verstellen. Die Kniefreiheit in Reihe zwei wuchs um 38 Millimeter, die Kopffreiheit um 18 Millimeter. Der Zugang zur dritten Reihe lässt sich jetzt mit einem Handgriff öffnen, dort wächst die Kopffreiheit um 22 Millimeter. Ob diese dritte Reihe in Deutschland in der Aufpreisliste steht, ist noch nicht entschieden – bisher war die Bestellrate verschwindend niedrig. Selbst im Santa-Fe-Hauptmarkt USA gibt es die dritte Sitzreihe nur als Option und nur in Kombination mit einem Dieselmotor. Das Gepäckraumvolumen haben die Konstrukteure um 40 auf jetzt 625 Liter erhöht.

Sitzprobe

Optisch ist der Innenraum des neuen Santa Fe ganz ordentlich: Die Verarbeitung wirkt gut und bei den Oberflächen haben sich die Hyundai-Einrichter Mühe gegeben. Modern gemusterte glänzende Kunststoffoberflächen und Leder dominieren die Optik, nur der riesige Handschuhfachdeckel und seine nähere Umgebung öden den Betrachter mit grob genarbtem schwarzem Hartplastik an.

Die Verteilung der Bedienelemete erfolgt im Santa Fe durchaus ergonomischen Gesichtspunkten und der Infotainmentbildschirm hat am oberen Ende der Mittelkonsole seinen perfekten Platz.

Die Verlängerung des Radstandes um 6,5 Zentimeter tut den Platzverhältnissen im Innenraum und somit den Passagieren gut: Sowohl Fahrer und Beifahrer als auch die Passagiere in Reihe zwei freuen sich über Freiheit für Beine und Kopf. Ob die dritte Sitzreihe in Deutschland in der Aufpreisliste steht, ist noch nicht entschieden – beim Vorgängermodell bestellte sie kaum jemand. Selbst in den USA, dem wichtigsten Markt für den Santa Fe, ist Reihe drei nur gegen Aufpreis und in Kombination mit einem Dieselmotor zu bekommen. Da sie im Testwagen verbaut ist: Der Zugang ist mit einem Handgriff freigelegt aber da hinten ist es eng wie in einem indischen Bus – selbst Kinder dürften sich dort nicht wohl fühlen. Trotzdem hat die dritte Sitzreihe hat eine eigenes Klima-Bedienfeld rechts in der Seitenwand.

Die Sitze sitzen sich bequem ohne zu weich zu sein – das Gestühl im Santa Fe bietet kaum Seitenhalt, ist aber für lange Reisen geeignet.

Fahrwerk mit mehr Komfort

Für die Momentenverteilung des Allradantriebs hat Hyundai HTRAC entwickelt. Das Wort setzt sich aus „H“ für Hyundai und „Trac“ zusammen. HTRAC verteilt die Momente je nach Bedarf oder gewähltem Fahrmodus an die vier Räder und erlaubt so ein besseres Kurvenverhalten oder ein sichereres Fahren auf rutschigem Untergrund. Im Sportmodus gelangen bis zu 50 Prozent der Kraft an die Hinterachse, im Komfortmodus sind es noch bis zu 35 Prozent, während im Eco-Modus die gesamte Kraft an der Vorderachse anliegt. Treten unerwartet schwierige Fahrbahnbedingungen auf, wechselt das System automatisch in den Allradmodus. In Sachen Fahrwerk verspricht Hyundai beim neuen Santa Fe mehr Komfort und die Lenkung soll durch eine verbesserte Rückmeldung auffallen. Vibrationsdämmende Maßnahmen sollen dem Reisekomfort zu Gute kommen. Optional gibt es ein Fahrwerk mit einer Niveauregulierung.

Umfangreiches Konnektivitätsangebot

Drei Infotainment-Systeme bietet Hyundai für den neuen Santa Fe an. Das Standard-Audio-System besteht aus einem Fünfzoll-Monochrome-Bildschirm, Radio und der Möglichkeit, Geräte per USB, Bluetooth und AUX-in anzuschließen. Darüber rangiert das System „Display Audio“ mit einem Siebenzoll-Bildschirm und der Ausstattung mit Android Auto und Apple CarPlay. Als höchste Ausstattung gibt es ein Navigationssystem mit Achtzoll-Bildschirm, das ebenfalls Android Auto und Apple CarPlay beherrscht. Das Navigationssystem ist, ohne zusätzliche Kosten, mit einem sieben Jahre gültigen Abo des Hyundai Live-Service verbunden. Dieser beinhaltet Echtzeit Verkehrs-, Blitzer-, und Wetterinformationen sowie das Abrufen aktueller Spritpreise und Parkplatzinformationen. Zudem besteht die Möglichkeit, online nach Punkten von besonderem Interesse zu suchen. Jährliche Karten- und Software-Updates sind ebenfalls enthalten. Hardwaremäßig ist in der höchsten Infotainment-Ausstattung auch noch eine Rückfahrkamera dabei.

Ein Siebenzoll-Farbbildschirm sitzt bei allen Ausstattungen zwischen den beiden Rundinstrumenten. Ein dafür geeignetes Smartphone (Qi-Standard) lässt sich im neuen Hyundai Santa Fe induktiv laden. Damit niemand sein Telefon beim Verlassen des Wagens auf der induktiven Ladefläche vergisst, erscheint eine Warnung im zentralen Instrumentenbildschirm.

Sicherheit und Assistenten

Hyundai bietet für den neuen Santa Fe viele Assistenten an. So können eine Totwinkel-Warner, ein ab einer Geschwindigkeit von zehn km/h aktiver Notbrems-Assistent mit Fußgängererkennung, ein Heck-Querverkehrswarner mit automatischer Bremsfunktion, ein ab 60 km/h arbeitender Spurhalte-Assistent, eine Geschwindigkeits-Begrenzungsanzeige, ein sogenannter Safety Exit Assist und ein neuer Rear Occupant Alert für mehr Sicherheit sorgen. Der Rear Occupant Alert, also Rücksitz-Passagier-Alarm, basiert auf der Technik der Alarmanlage. Er erinnert den Fahrer beim Abstellen des Fahrzeugs daran, dass zum Beispiel noch Kinder auf der Rückbank sitzen. Das System überwacht die Rücksitze mittels eines Ultraschall-Sensors. Als erstes erinnert die Technik den Fahrer über den zentralen Instrumentenbildschirm daran, nochmal auf die Rückbank zu schauen, wenn er den Motor ausschaltet. Sollte der Fahrer den Wagen verlassen und die Türen verriegeln, obwohl der Ultraschall-Sensor Bewegung auf den Rücksitzen feststellt, aktiviert sich die Hupe und die Lichter blinken. Dies passiert auch, wenn sich Kinder versehentlich im Wagen eingeschlossen haben.

Der Safety Exit Assist, also der Assistent für sicheres Aussteigen, überwacht per Radar das Gebiet seitlich hinter dem Santa Fe. Sollte sich ein Fahrzeug von hinten nähern, werden die Insassen per Warnton gewarnt. Nähert sich ein Fahrzeug, während eine per Kindersicherung verriegelte Tür geöffnet werden soll, bleibt die Verriegelung erhalten und ein Warnton ertönt, bis die Gefahr vorbei ist.

Des Weiteren ist der neue Santa Fe laut Hersteller auch durch den vermehrten Einsatz von hochfesten Stählen steifer und sicherer geworden. Im Vergleich zum Vorgänger kommen beim neuen Modell 15 Prozent mehr hochfeste Stähle zum Einsatz. 57 Prozent der Stähle im neuen Santa Fe sind hochfest – das ist laut Hersteller aktuell mehr als bei jedem anderen Hyundai.

Erstmals gibt es für den Santa Fe ein Head-up Display. Dieses projiziert fahrrelevante Informationen wie die aktuelle Geschwindigkeit, Navigationsbefehle, den Tank-Füllstand und Hinweise der Fahrassistenten auf einer Fläche von acht Zoll auf die Innenseite der Windschutzscheibe. Mit 10.000 Candela pro Quadratmeter soll das Head-up Display besonders hell sein. Höhe und Winkel des neuen Head-up Displays lassen sich verstellen.

Vier Motoren im Angebot

Der Kunde kann beim neuen Santa Fe zwischen einem Benziner und drei Dieselmotoren wählen. Der 2,4-Liter-Benziner leistet 185 PS und ist an eine Sechsgang-Automatik und einen Allradantrieb gekoppelt. Den 2,0-Liter-Einstiegsdiesel gibt es in zwei Leistungsstufen: 150 und 182 PS. Das Aggregat kann wahlweise an einer Sechsgang-Handschaltung hängen und dann seine Momente an einen Front- oder Allradantrieb weiterleiten oder mit einer neuen Achtgang-Automatik zusammenarbeiten, die dann den Allradantrieb mit Antriebsmomenten versorgt. Zudem gibt es einen 2,2-Liter-Diesel mit 197 PS. Dieser verträgt sich je nach Wunsch mit der Sechsgang-Handschaltung oder der Achtgang-Automatik sowie mit Front- oder Allradantrieb.

Die Auslieferung des neuen Hyundai Santa Fe beginnt in Deutschland ab August 2018, Preise haben die Koreaner noch nicht bekannt gegeben. Wir gehen von einem Einstiegspreis von 36.500 Euro aus.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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