Neuer Renault Mégane R.S. auf der IAA 2017

Renault Mégane R.S. 2017, Megane RS, Hot Hatchback,
Kompaktsportwagen
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Renault Mégane R.S. 2017, Megane RS, Hot Hatchback, Kompaktsportwagen

© Newspress
12.09.2017 - 11:26 Uhr von Roman Domes

Renault zeigt auf der IAA 2017 den neuen Mégane R.S. Der Hot Hatchback leistet 280 PS, kommt mit neuem Motor, Allradlenkung und entweder mit Automatik-Getriebe oder Handschaltung. Plus: Die Trophy-Version wurde gleich mit angekündigt.

Endlich ist er fertig: Renault hat den neuen Mégane R.S. in Frankfurt vorgestellt, das sportlichste Modell, das die Franzosen zur Zeit im Portfolio haben – und: ein Klassiker der Hot-Hatchback-Szene. Enttäuscht dürfte vom neuen Mégane R.S. niemand sein, vielleicht haben aber einige mehr erwartet. Vor allem leistungsmäßig.

Neuer Mégane R.S. mit neuem 1,8-Liter-Turbomotor

Denn prinzipiell ist der neue R.S. mit seinen 280 PS nur marginal stärker als die alte Trophy-Variante des Vorgängers mit ihren 273 PS. Renault hat für das neue Top-Modell einen neuen Motor entwickelt – mit dem Downsizing-Trend.

Statt 2,0 Liter wie beim Vorgänger hat der Neue nun 1,8 Liter Hubraum. Dazu kommt eine Aufladung per Monoturbo. Am Ende stehen 280 PS sowie 390 Nm maximales Drehmoment im Datenblatt. Der alte Mégane R.S. (ohne Trophy) kam auf 265 PS sowie 360 Nm.

Renault hat außerdem den Zylinderkopf und die Kühlung auf die hohen Anforderungen eines R.S.-Modells angepasst.

Zu den Fahrleistungen äußert sich Renault noch nicht. Wir tippen darauf, dass die Werksangabe für den Sprint auf 100 km/h weniger als sechs Sekunden betragen könnte – zumindest im Fall, dass sich der Kunde für das Doppelkupplungsgetriebe entschieden hat.

Doppelkupplungsgetriebe oder Handschaltung

Richtig gelesen: Im Gegensatz zum Clio R.S. bietet Renault den Mégane R.S. mit zwei Getriebevarianten an: Doppelkuppler oder Handschaltung. Das Doppelkupplungsgetriebe „EDC“ verfügt zudem über eine Launch-Control-Funktion ( hoffentlich funktioniert die beim R.S. besser als hier), die die Anfahr-Drehzahl optimal einpendelt für den idealen Start ab Stillstand.

Außerdem kann das EDC mehrere Gänge beim Herunterschalten überspringen – solange der Fahrer das linke Schaltpaddle gezogen hält. Renault nennt das „Multi Change Down“. Eine ähnliche Funktion hat auch das Getriebe des Ferrari 812 Superfast. Und noch ein Feature eint die beiden unterschiedlichen Sportwagen: die Allradlenkung. Bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h lenken die Hinterräder bis zu 2,7 Grad in die entgegengesetzte Richtung der Vorderräder – der Wendekreis wird kleiner, das Auto wirkt agiler. Ab 60 km/h lenkt die Hinterachse maximal ein Grad mit – was unter anderem mehr Ruhe ins Auto bringen soll.

Fahrdynamik ist Ausstattungssache

Beim Fahrwerk lässt Renault seine Kunden die Entscheidung selbst treffen – das kennen wir schon vom Vorgänger. Für Sportfahrer empfiehlt sich das Cup-Paket, das ein auf die Rennstrecke abgestimmtes Fahrwerk beinhaltet – und: eine mechanische Differenzial-Sperre an der angetriebenen Vorderachse. Damit soll die Untersteuertendenz beim Herausbeschleunigen aus Kurven minimiert werden und die Traktion optimiert. Aber es ist nicht alles neu: Vom Vorgänger-Modell übernimmt Renault die „ISAS“ -Vorderachsaufhängung mit entkoppelter Lenkachse. Das soll das Zerren im Lenkrad beim starken Beschleunigen („Torque steer“) unterbinden.

Neu und serienmäßig sind die Stoßdämpfer mit hydraulischem Endanschlag. Bedeutet: Statt einer starren Anbindung können diese Dämpfer Schläge – etwa bei schlechten Straßen – besser absorbieren und das Rückschlagsmoment sinkt. Das soll einerseits mehr Komfort bieten und andererseits auch ein kontrolliertes und somit sportlicheres Fahrverhalten und unebenen Straßen und Rennstrecken wie etwa die Nordschleife des Nürburgrings.

Für die Rennstrecke geeignet soll laut Renault auch die Bremsanlage sein. Sie stammt vom italienischen Zulieferer Brembo. Die Scheiben an der Vorderachse messen 355 Millimeter, die Anlage ist mit vier Kolben bestückt. Optional bietet Renault für den Mégane R.S. Bremsscheiben aus Verbundmaterial an, die nochmals temperaturfester sein sollen als die Serienscheiben.

Ab Werk rollt der Mégane R.S. auf 18-Zoll-Felgen, optional sind 19-Zöller zu haben.

Vier verschiedene Fahrmodi im Mégane R.S.

Wie heutzutage üblich, bietet auch Renault dem Fahrer des Mégane R.S. verschiedene Fahrmodi an. Das wären Eco, Neutral, Sport und Race. Prinzipiell selbsterklärend. Moduliert werden Ansprechverhalten, Sound, Getriebesteuerung und die Abstimmung der Allradlenkung. Über ein adaptives Fahrwerk verfügt der R.S. nicht.

Der Unterschied zwischen Sport und Race ist folgender: Im Sport-Modus bleibt das ESP zwar aktiviert, greift allerdings später ein. Im Race-Modus ist das ESP komplett deaktiviert. Die Allradlenkung ist im Race-Modus auf maximale Agilität abgestimmt. Gut für Racer: Ein Knopfdruck auf die „R.S. Drive“-Taste genügt, um den Mégane R.S. in den Race-Modus zu versetzen.

Der Innenraum ist klassisch sportlich gehalten. Das kleine Lenkrad mit roter 12-Uhr-Markierung trägt die R.S.-Insignien, Sportsitze mit hohen Seitenwangen schnüren den Fahrer ein und halten ihn bei flotter Gangart fest. Über den R.S.-Monitor können allerlei Daten abgerufen werden: etwa Leistung, Drehmoment, Ladedruck oder Öltemperatur. Cool: Der „Expert“-Modus, der eine Aufzeichnung der Fahrt per Kamera ermöglicht – inklusive eingeblendeter Daten. Wer mag, kann sein Video direkt in den sozialen Netzwerken teilen.

Der Renault Mégane R.S. hat außerdem alle Assistenzsysteme an Bord, die der normale Mégane auch hat. Darunter Sicherheitsabstands-Warner, Notbremsassistent, Totwinkel-Warner, Spurhalte-Assistent, Verkehrszeichen-Erkennung und ein Fernlichtassistent.

Ende 2018 kommt der Renault Mégane R.S. Trophy

Preise und einen Markttermin nannte Renault für den neuen Mégane R.S. noch nicht. Aber: Für Ende 2018 hat Renault das Sportmodell des Sportmodells angekündigt: den R.S. Trophy mit 300 PS und 400 Nm, Cup-Fahrwerk, 19-Zöllern und Verbundgussbremsscheiben.

Quelle: 2017 Motor-Presse Stuttgart
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