Neuer Volvo S60 (2019)

Wir haben uns den neuen Volvo S60 genauer angesehen.
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Wir haben uns den neuen Volvo S60 genauer angesehen.

© Wolfgang Groeger-Meier
21.06.2018 - 09:00 Uhr von Uli Baumann

Den neuen Volvo S60 wird es nicht mehr als Diesel geben. Dafür bekommt die Limousine ein Tuning von Polestar: Die Leistung des Plug-in-Hybrid T8 steigt von 400 auf 415 PS. Gebaut wird der neue S60 in einem neuen Werk in den USA.

  • Sitzprobe
  • Motoren
  • Polestar-Tuning
  • Preise und Produktion

Ab 2019 sollen alle neuen Volvo-Modelle ausschließlich als Mild-Hybrid oder Plug-in-Hybrid-Version jeweils mit der Kombination aus Benzin- und Elektromotor oder als rein batterieelektrisches Fahrzeug erhältlich sein, verkündet der schwedische Autohersteller. Das erste neue Modell, das unter diesen Vorgaben auf den Markt kommt ist der neue Volvo S60, der ab Jun i 2019 auch in Deutschland verkauft wird. Die Limousine wird als erster Volvo überhaupt in den USA gebaut und kommt zunächst mit vier Motoren von 250 bis 415 PS zu uns.

Schwedisch-sportlicher Chic im Innenraum

Der Innenraum ist der gleiche, wie beim Kombi V60. Zentrales Element ist auch in der Limousine der 9,2 Zoll große Touchscreen. Das System beherrscht Apple CarPlay gleichermaßen wie Android Auto. Die für Volvo-Fahrer gelernte Bedienlogik ist ebenfalls wie im V60. Das digital-programmierbare Kombiinstrument informiert den Fahrer gut ablesbar in Augenhöhe. Nach Angaben der Entwickler sind die Materialien wieder verbessert worden und das ist spürbar. Das Leder ist angenehm weich und gibt dem S60 mit farblich abgesetzten Nähten auch den sportlichen Ausdruck. Im Innenraum braucht sich der sportliche Schwede keinesfalls vor den Premium-Wettbewerbern aus Deutschland fürchten. Der edel-sportliche Chick in gewohnt klarer Linienführung überzeugt auf den ersten Blick.

Sitzprobe von Chefreporterin Bettina Mayer

Dem Chef-Designer Thomas Ingenlath darf man gratulieren: Der neue S60 ist wirklich eine Augenweide. Die Kabine zwischen A- und C-Säule ist gegenüber dem Vorgänger wesentlich flacher gehalten. Die Sicke an der Schulter entfiel komplett. Dafür gibt es eine Handbreit oberhalb des Schwellers nun eine Art Schattenfuge. Dadurch wirkt die Limousine nun sportlicher und eleganter zu gleich.

Die auffälligen Scheinwerfer geben dem S60 regelrecht ein Gesicht – besser Schlitzaugen. Die Haube fällt nur ganz wenig ab. Die steil abfallende Front mit den großen Lufteinlässen links und rechts lässt das Fahrzeug viel aggressiver wirken. Das Heck, mit den u-förmigen Rücklichtern, und den beiden chromfarbenen Auspuff-Öffnungen, lassen den Schweden-Flitzer fast wie einen Rundstrecken-Rennwagen erscheinen. Insgesamt wirkt das Exterieur des neuen S60 viel stimmiger und erwachsener als der Vorgänger.

Ganz schnell reinklettern in den neuen S60, bevor es die anderen Journalisten bei der statischen Präsentation tun. Tür zu. Und es wird ganz leise, während außerhalb des Autos sich Kollegen aus China, Japan, Europa und sonst wo tummeln, den Zielmärkten für dieses Auto.

Das Cockpit birgt wie erwähnt keine Überraschungen. Alles bekannt aus dem Kombi-Bruder V60. Und alles immer wieder schön. Denn das klare Design mit dem horizontalen, lederbezogenen Armaturenbrett bringt Ruhe ins Auto – jetzt auch noch fürs Auge. Die Ledersitze fassen sich butterweich an. Und per elektrischer Sitzverstellung wird der Fahrerplatz passend gemacht – ganz egal, ob die Körpergröße 1,90 Meter oder 1,60 misst.

Eine ähnliche Überraschung auch im Fond. Dort sitzt man außergewöhnlich großzügig für eine Mittelklasse-Limousine und genießt auch als sogenannter Sitzriese noch genügend Kopffreiheit. Das ist auch der Grund, warum Volvo-Chef Hakan Samuelsson den S60 auch in China nicht als Langversion sondern in gleichen Abmessungen wie in USA und Europa produzieren lässt.

Volvo-Chef Hakan Samuelsson bezeichnet den S60 als „echtes Fahrerauto“ und erhofft sich Wachstumschancen vor allem auf den Limousinenmärkten USA und China. Positioniert ist der S60 als Sportlimousine; entsprechend kräftig sind zum Start die Motoren.

Motoren von 250 bis 318 PS

Die beiden Benziner und Plug-in-Hybride leisten zwischen 250 und 318 PS. Alle Motorvarianten treibt ein Zweiliter-Vierzylinder an. Die Kraft überträgt ein Achtgang-Automatikgetriebe. Der 250 PS starke T5 hat Frontantrieb, der T6 hat 310 PS und Allradantrieb. In 6,5 Sekunden beschleunigt der T5 von null auf 100 km/h und in 5,6 Sekunden der T6. Der kombinierte WLTP-Verbrauch liegt für den T5 bei 7,2 bis 8,1 Liter. Der T6 liegt 0,8 Liter darüber. Weil der Plug-in-Hybrid T8 einen Teil des Normzyklus elektrisch fährt, liegt hier der Verbrauch niedriger: 2,1 bis 2,5 Liter gibt der Hersteller an. Die Kapazität des im Mitteltunnel installierten Akkus reicht für bis zu 45 Kilometer elektrisches Fahren. Benzin- und Elektromotor leisten im T8 zusammen etwa 390 PS und bringen 640 Newtonmeter Drehmoment an die Achsen: Der Verbrennungsmotor treibt die Vorderräder an, der Elektromotor die Hinterräder. Für den T8 bietet Volvo vom Start weg ein Polestar-Tuning an.

S60 T8 mit Polestar-Tuning

Mit dem Start der Limousine S60 wird Polestar zum Hybrid-Tuner. Die Leistung der T8-Modelle der 60er-Baureihe steigt mit dem Leistungskit von 400 auf 415 PS, das Drehmoment von 640 auf 670 Nm. Zum Tuning gehören auch Fahrwerks-Komponenten: Federn und Dämpfer sowie die Domstrebe stammen vom Elektro-Coupé Polestar 1. Hinter den schlank gestalteten Rädern sind goldfarbene Bremssättel zu sehen – das Erkennungsmerkmal des Polestar-Tuning. Ab 2019 soll es auch ein Angebot für den V60 und den XC60 geben. Das Tuning kann beim Händler gekauft oder über „Care by Volvo“ abonniert werden.

Assistenz und Sicherheit wie im S90

Wie die 90er-Baureihe und die anderen beiden 60er-Modelle (V60 und XC60) nutzt der S60 die skalierbare Produktarchitektur (SPA). Die Sicherheits- und Assistenzsysteme entsprechen dem, was auch der Kombi V60 hat: City Safety erkennt Fußgänger, Radfahrer und Wildtiere und kann auch vor Kollisionen mit entgegen kommenden Autos warnen. Bis 130 km/h fährt der S60 teilautonom – das System fahre besser als bisher durch Kurven, verspricht Volvo. Zur Lenkunterstützung kommen diverse Mahn- und Warnsysteme wie zum Beispiel eine Fahrbahnranderkennung. Navigation, Kommunikation und die meisten Fahrzeugeinstellungen regelt der Fahrer über das bekannte Hochkant-Touchdisplay. Apple Carplay und Android Auto bringen Apps vom Smartphone auf den Bildschirm, 4G bringt Internet ins Auto.

S60 wird in den USA gebaut

Der neue Volvo S60 basiert auf der skalierbaren Produkt-Architektur (SPA), auf der auch die Volvo 90er Baureihe und die übrige 60er Familie aufbauen. Die neue Premium-Sportlimousine der Mittelklasse ist das Pendant zum Kombi Volvo V60, der im Februar in Stockholm präsentiert wurde. Für den Vortrieb stehen eine Reihe von Vierzylinder-Benzinern der Drive-E Motorenfamilie sowie zwei Plug-in-Hybrid-Versionen mit Benzinmotor zur Wahl. Im kommenden Jahr folgen Mild-Hybride.

Produziert wird der neue Volvo S60 ab Herbst im neuen Volvo Werk in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina. Die neu gebaute Anlage ist die einzige Fertigungsstätte des Volvo S60, der sowohl auf dem US-Markt verkauft als auch ins Ausland exportiert wird.

Die Preis-Lage

Die Preise für den S60 aus dem USA-Werk gibt es so früh noch keine, aber Ausstattungs-bereinigt und mit den jeweiligen Motoren, Antrieben und Ausstattungen soll die Sport-Limousine in etwa 1.500 bis 2.000 Euro günstiger als die Kombi-Version sein. Ein kleiner Anhaltspunkt: Der Volvo V60 als T6 AWD Benziner mit 310 PS kostet in der Momentum-Ausführung ab 49.500 Euro.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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