Neuer Volvo V60 (2018) im Fahrbericht

Volvo V60 R-Design
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Volvo V60 R-Design

© Volvo
16.07.2018 - 13:22 Uhr von Patrick Lang

Mit dem neuen V60 überträgt Volvo seine SPA-Technik von der Oberklasse in die Mittelklasse. Wir waren mit dem Kombi unterwegs und beim ersten Fahreindruck überrascht. Zudem ist der v60 auch wieder im R-Design zu haben.

  • Fahrbericht
  • R-Design-Ausstattung
  • Preise und Motoren
  • Assistenzsysteme

Der Volvo V60 rollt in die Reifenspuren seines großen Bruders V90 und steht in der neuen Modellgeneration auf der Scalable Product Architecture-Plattform (SPA). Das bedeutet, der Vorderbau mit quer eingesetzten Vierzylinder-Motoren bleibt gleich, während die äußeren Abmessungen variabel sind – so ist der V90 runde 17 Zentimeter länger als der neue V60. Die Neuauflage bringt es auf 4,76 Meter Länge und ist laut Volvo-Chef Hakan Samuelsson eher ein V70-Nachfolger, denn die V60-Evolution.

Fahrbericht Volvo V60 T6 AWD

Wir schnappen uns einen Pebble-grau-metallischen V60 T6 AWD, den Volvo serienmäßig mit einer Achtstufenautomatik und Allradantrieb verkuppelt. Traktion ist somit kein Problem. Ein kleiner Kompressor sorgt gemeinsam mit dem Turbolader dafür, dass der Zweiliter früh seine 400 Nm Drehmoment aufbaut. Entsprechend stramm zieht der Kombi an, bei Bedarf in 5,8 Sekunden auf 100 km/h. Mit 1,9 Tonnen hat der 310 PS starke T6 immer noch viel, aber deutlich weniger als der Volvo V90 zu schleppen. Selbst bei Autobahntempo bleibt es innen bemerkenswert ruhig.

Zudem haben sie ihm mehr Fahrdynamik anzuerziehen versucht. Das gelingt zum einen durch die im Dynamik-Modus direkter ansprechende Lenkung, die bei forcierter Gangart aber kaum Rückmeldung gibt. Zum anderen durch die ausgewogenere, sprich weniger poltrige Fahrwerksabstimmung. Auf die optionale Luftfederung muss der V60 jedoch verzichten.

Für einen Volvo ganz schön dynamisch

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der V60 will und kann es fahrdynamisch nicht mit den Kurventalenten in der Mittelklasse aufnehmen, aber für einen traditionell eher behäbigen, defensiven Volvo lässt er sich auf den kurvigen Bergstraßen in Barcelonas Hinterland überraschend agil und handlich fahren.

Weiterentwickelte Sicherheitsassistenten

Volvo-typisch ist die umfangreiche Sicherheitsausstattung, die im V60 um einen Gegenverkehrswarner erweitert wird, der bei unvermeidlichen Zusammenstößen eine Vollbremsung einleitet, die Folgeschäden abmildern soll. Wir verzichten allerdings auf einen Test ihrer Funktionsweise und lassen uns lieber vom überarbeiteten Pilot-Assist chauffieren. Die bisher rein kamerabasierte Kombination von adaptivem Abstandsregler und Spurhalter wird nun durch Navigations-Daten unterstützt. Auf kurvigen mehrspurigen Straßen oder bei fehlenden Markierungen steigt der Assistent deshalb seltener aus als bisher. Allerdings wird lediglich das direkt vorausfahrende Fahrzeug, nicht aber das auf der linken Spur erkannt. Tempolimits werden zwar angezeigt, jedoch nicht automatisch übernommen.

Noch sportlicher im R-Design

Für sportliche Naturen bitete Volvo den neuen V60 auch im R-Design an. Die R-Design-Ausstattungslinie setzt optische Akzente, etwa durch die eigenständige Front- und Heckpartie sowie markante 18-Zoll-Leichtmetallfelgen. Ein Sportfahrwerk senkt die Karosserie um 15 mm ab. Der Kühlergrill trägt ein horizontales Gitter in Hochglanzschwarz mit seidenmattem Chromrahmen. Weitere Erkennungszeichen sind die eigenständige Front- und Heckschürze, zwei trapezförmige verchromte Auspuff-Endrohre, in hochglänzendem Schwarz gehaltene Außenspiegel und Dachreling.

Im Innenraum werden Alueinstiegsleisten, Sportsitze, Sport-Lederlenkrad, Lederschalthebel und Sportpedale vorgehalten. Zudem erweitert die R-Design-Linie die Serienausstattung um Lenkradheizung, Sitzheizung für die Vordersitze, eine digitale, 12,3 Zoll große Instrumentenanzeige, elektrisch einklappbare Außenspiegel, einen abblendenden Innenspiegel und beheizbare Scheibenwischblätter. R-Design ist aktuell mit den Motorisierungen T6, D3 und D4 kombinierbar. Die Preisliste startet bei 44.950 Euro in Verbindung mit D3 Dieselmotor.

Preise und Motoren

Zum Start im Sommer bietet Volvo den Benziner T6 mit 310 PS, Allradantrieb und Achtgang-Automatik an. In der Ausstattung „ Momentum“ gibt es den Nobel-Kombi ab 49.500 Euro. Wer einen Diesel bevorzugt, hat die Wahl zwischen D3 (150 PS) und D4 (190 PS) – jeweils mit Frontantrieb, manueller Sechsgang-Box oder besagter Achtstufen-Automatik. Den Einstieg markiert der kleine Selbstzünder, der ab 40.100 Euro den Besitzer wechselt. Im V60 T5 arbeitet ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 250 PS, 350 Nm, Achtgang-Automatik und Frontantrieb. Die Preise für den Volvo V60 T5 starten in Verbindung mit der Ausstattungslinie Momentum bei 45.500 Euro. Zum Jahresende 2018 legt Volvo zwei Plug-In-Hybride nach. Die T6- und T8- Benziner treten als Twin Engine AWD mit kräftigen 340 und 390 PS Systemleistung an und spurten jeweils in 4,8 Sekunden auf Tempo 100. Die elektrische Unterstützung schießt bei beiden Ausführungen 87 PS zu. Den Verbrauch der Hybride gibt der Hersteller mit durchschnittlichen 2,1 Liter auf 100 Kilometer an (NEFZ). 7,5 Liter sind es beim T6, 4,3 beim kleinen und 4,4 beim großen Diesel. Das Gewicht ist beim Verbrauch sicherlich nicht hilfreich, denn auch wenn der V60 in seiner kleinsten Form „nur“ 1.690 Kilo auf die Waage bringt, können es je nach Ausstattung bis zu 2.069 Kilo werden. Volvo hat den V60 Familien zugedacht, die gerne Kombi fahren. Sollten diese allerdings nicht gerne Kombi kaufen, gibt es den Viertürer, so wie aktuell den XC40, im Flatrate-Programm „Care by Volvo“ zum monatlichen All-Inclusive-Tarif ab etwa 600 Euro.

Aber mit Sicherheit aus dem V90

Die serienmäßigen Sicherheitssysteme spendiert ebenfalls der V90. Darunter finden sich etwa ein Notbremsassistent und das teilautonome Fahrsystem Pilot Assist, das auf mehrspurigen Straßen bis 130 km/h lenkt, beschleunigt und bremst. Den Komfort erlebt der Fahrer in einem hochwertigen und aufgeräumten Cockpit, das vom großen Touchscreen des Sensus-Infotainmentsystems dominiert wird und den Fahrer deshalb mit nur wenigen Knöpfen und Reglern konfrontiert. Überraschungen liefert der Innenraum nicht – Unterschiede zum V90 gibt es quasi keine. In der ersten Reihe spendiert Volvo etwas mehr als einen Meter Platz zwischen Sitzfläche und Dach, hinten sind es immer noch 96,6 Zentimeter, trotz flotter Dachlinie. So kann man es auch auf längerer Fahrt bequem aushalten, ohne Platzangst befürchten zu müssen. Das trifft im Übrigen auch auf das Gepäck zu: 529 Liter schluckt der neue V60 mindestens. Geplant ist auch noch eine Cross Country-Version des Kombi.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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