Porsche 959 Auktion

Liebe Porsche-Fans, bei den kommenden Bildern müsst ihr ganz
tapfer sein. Dieser 959 wurde nicht von der Muse, sondern
vermutlich von einem Baum geküsst.
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Liebe Porsche-Fans, bei den kommenden Bildern müsst ihr ganz tapfer sein. Dieser 959 wurde nicht von der Muse, sondern vermutlich von einem Baum geküsst.

© Mecum Auctions
27.08.2018 - 10:24 Uhr von Torsten Seibt

Der Porsche 959 gilt auch über 30 Jahre nach seinem Debüt als Monument unter den Supersportlern. Das ehemals schnellste Serienauto der Welt, in nur dreistelliger Stückzahl gebaut, erzielt heute Traumpreise. Selbst als Unfallauto, denn das wurde am 25.8.2018 bei Mecum Auctions in Monterey versteigert.

  • Versteigerungs-Ergebnis

Oldtimer, von Porsche zumal, neigen bekanntlich ja allgemein zu einer gewissen Preisintensität. Bei bestimmten Modellen ist das jedoch eine haltlose Untertreibung, und es muss nicht James Dean darin gesessen sein. Es genügt auch, einer von 292 gebauten 959 zu sein, um den Gegenwert einer sehr geräumigen Wohnung in sehr gehobener Lage zu erreichen. Je nach Vorbesitzer-Historie ist die freie Verfügbarkeit einer siebenstelligen Euro-Summe von Vorteil, bevor man in die Preisverhandlungen einsteigt.

Der radikale Supersportwagen mit seiner für damalige Verhältnisse revolutionären Registeraufladung mittels zweier Turbolader entstand als Homologationsmodell, um Werksfahrzeuge in diversen Wettbewerben einsetzen zu können. So feierte der allradgetriebene Porsche 959 nicht nur auf der Rallye Dakar zwei Siege, als Gruppe-B-Fahrzeug heizte er auch in anderen Rallye-Wettbewerben der Konkurrenz gewaltig ein.

Unter vier Sekunden auf Hundert

450 PS leistet der Biturbo-Boxer, 3,8 Sekunden auf Tempo 100 maßen wir 2017 mit einem historischen Testwagen. Das sind Werte, bei denen einem auch 30 Jahre nach dem Verkaufsstart noch „die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr hin abfließen“, um einen sehr berühmten 959-Piloten (siehe Bildergalerie) zu zitieren.

Tränen in die Augen bekommen Porsche-Fans jedoch beim hier beschriebenen Auktionsobjekt eher aus anderen Gründen. Denn der silberne 959, Seriennummer WP0ZZZ95ZHS900075, sieht schon arg zerrupft aus. So, wie ein Porsche eben manchmal aussieht, wenn dem Fahrer zunächst das Talent und dann die Straße ausgeht. Ob er einst einen Betonpfahl oder einen Baum küsste, weiß der Auktionstext nicht zu berichten.

Porsche 959 zum Schnäppchenpreis

Dafür bekommt der Käufer nicht nur einen exklusiv verformten Vorbau (Materialmix: Aluminium und Kevlar-Kunststoff), sondern auch einen laufleistungsarmen Wagen – gerade einmal 3.657 Meilen stehen auf dem Tacho des US-Modells. Hilfreich ist neben der Existenz des originalen Bordwerkzeugs auch das vorhandene Reserverad, denn vorne rechts ist eins abgängig. Dort ruht die noble Vorderradschwinge auf einem schnöden Eisengestell mit Möbelrollen, die erzielbare Kurvengeschwindigkeit dürfte aktuell überschaubar sein.

Eine ordentliche Portion Leidensfähigkeit muss der künftige Besitzer nicht nur in finanzieller Hinsicht mitbringen (die Reparaturkosten dürften den Gegenwert des einen oder anderen fabrikneuen Porsche übersteigen). Auch die Interieurfarbe in munterem 80er-Jahre-Burgund ist eine gewisse Herausforderung, wenn man direkt nach dem Frühstück einsteigt.

Schätzpreis nicht erreicht

Der silberne Pechvogel wurde im Rahmen einer Versteigerung des Auktionshauses Mecum für 420.000 US-Dollar, umgerechnet 365.500 Euro versteigert. Der Schätzpreis lag bei zwischen 450.000 und 550.000 US-Dollar..

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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