Premiere Campervan Ford Euroline

Ford baut seine Palette an freizeitfahrzeugen konsequent aus.
Jetzt biegt der Euroline um die Ecke, für den Spezialist Sortimo
Support liefert.
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Ford baut seine Palette an freizeitfahrzeugen konsequent aus. Jetzt biegt der Euroline um die Ecke, für den Spezialist Sortimo Support liefert.

© Dominic Vierneisel, Ingo Wagner
30.04.2018 - 13:05 Uhr von Dominic Vierneisel

Ford baut seine Palette an Freizeitfahrzeugen weiterhin konsequent aus. Jetzt biegt der Euroline um die Ecke, für den Spezialist Sortimo Support liefert.

  • Ausbaupartner Sortimo
  • Innenausstattung
  • Camping-Tauglichkeit
  • Motoren

Der Ford Transit hat sich ganz schön gemacht, seit der Hersteller seinen Parade-Lastesel in zwei Gewichtsklassen aufgesplittet hat. Als kleinerer Custom kann er mit schickem Design inzwischen sogar dem Platzhirsch VW T6 Paroli bieten. Bei Privatkunden punkten besonders die Pkw-Versionen namens Tourneo mit hochwertigen Verkleidungen statt schnödem Blech im Innenraum. Als jüngsten Spross der Familie schickt Ford nun den Euroline ins Rennen, dem Wesen nach ein klassischer Multivan-Konkurrent.

Sortimo als Ausbaupartner

Vom Konzept abgesehen ist fast alles neu am Euroline, sogar der Ausbaupartner. Statt vormals Westfalia konvertiert nun Sortimo das Nutztier zum Freizeit-Shuttle und hat ihm dafür extra eine eigene Fertigung im bayerischen Zusmarshausen eingerichtet. Dort wird der Tourneo erstmal gestrippt, Verkleidungen werden demontiert, um mehr Lampen, USB-Steckdosen und eine Standheizung einzubauen. Auch eine Verdunkelung bekommt er, mit Vorhängen an den hinteren Fenstern und Stoffblenden, die sich mit Spannrahmen und Magneten an den Scheiben des Cockpits fixieren lassen.

Die Innenausstattung

Rückgrat des Euroline ist jedoch ein neuer Boden, der am Stück in die Karosserie geschraubt und eingeklebt wird. Er besitzt sechs bündig eingelassene Schienen und ist dazwischen wohnlich mit Teppich bezogen. Damit sich in den Schienen kein Schmutz und Sand sammeln kann, dichten je zwei Gummilippen diese ab. Das ist vor allem deshalb wichtig, damit sich die Möbel auch nach monatelanger Benutzung noch so geschmeidig und ohne Knirschen verschieben lassen wie am ersten Tag.

Sitzbank und Tisch gleiten leicht durch die Schienen und rasten sicher in Fünf-Zentimeter-Schritten ein. Sie sind das Herz, das den Euroline variabel einsetzbar macht. Mit zwei großen ausklappbaren Platten eignet sich der Tisch ebenso gut zum Arbeiten am Laptop wie zu einem gepflegten Frühstück. Die Bank bietet im Fahrbetrieb drei Passagieren einen sicheren Gurtplatz.

In der Pause ergibt sich daraus ein akzeptabel bequemes und passabel großes Bett von 1,88 Meter Länge und 1,38 Breite. Den Kompromiss aus Sitzen und Liegen löst Sortimo durch ein cleveres System. Man ruht nämlich nicht auf den profilierten Sitzflächen, sondern auf deren planer Rückseite.

Und das geht so: Tisch ganz nach vorne ziehen, Sitzfläche einmal um 180 Grad umlegen. Anschließend klappt die Rückenlehne in die Horizontale; dabei müssen die Kopfstützen übrigens nicht herausgenommen, sondern einfach nur eingeschoben werden. Dann legt man die Bettverlängerung nach hinten um. Beim Fahren schmiegt sie sich hinten an die aufrechte Lehne; sie liegt also nicht – wie bei manchen Wettbewerbern – fest fixiert quer im Kofferraum, was diesen teilweise blockieren würde. Genau das eröffnet Euroline-Besitzern weitere Nutzungsmöglichkeiten. Im Heck bleibt so auch Platz, etwa um Fahrradhalter oder Hundebox in den Schienen zu fixieren. Sortimo prüft derzeit noch weitere Hobbyapplikationen.

Ein guter Einstieg

Zum echten Campingbusersatz wird der Euroline damit freilich noch nicht. Doch für manchen ist er vielleicht der Einstieg, vor allem dann, wenn man weiß, dass die Freizeitfahrzeuge von Ford üblicherweise deutlich unter dem Listenpreis gehandelt werden, der für den Euroline immerhin bei rund 52.000 Euro liegt.

Was bereits ebenfalls sicher ist: der Weg nach oben. Voraussichtlich zum Ende des Jahres wird der Euroline auch mit Aufstelldach erhältlich sein.

Im Test: 170 PS mit Euro 6

Die Umstellung auf die Euro-6-Norm meisterte Ford mit einer vollkommen neuen Motoren-Generation. Obwohl sich der Hubraum des Vierzylinder-Diesels auf 2,0 Liter reduzierte, stiegen Leistung und Drehmoment kräftig an. Der neue 170-PS-Topmotor meldet sich kultiviert zum Dienst. Die einstige Anfahrschwäche ist weg. Mit bärigen 405 Nm zieht der Transit locker aus dem Drehzahlkeller und kommt ab 1000 Touren sogar mit Anhänger souverän vom Fleck. Ab zirka 1800 /min macht sich noch mal ein Kraftschub bemerkbar. Nach wie vor nicht optimal ist die Traktion des Fronttrieblers; auf Nässe, am Berg oder in Kurven neigen die Vorderräder zum Durchdrehen. Knackig schalten lässt sich das Sechsgang-Getriebe, die lang übersetzte letzte Fahrstufe ist als reiner Schongang ausgelegt. Komfortliebhaber freuen sich auf die noch für 2017 angekündigte Wandlerautomatik. Die elektronischen Helfer sind auf dem neuesten Stand: Seitenwindassistent ist Serie, Abstandstempomat mit City-Notbremse optional.

Technische Daten: Motor/Antrieb: 4-Zylinder-Turbodiesel, 1995 cm3, 125 kW/170 PS, max. Drehmoment 405 Nm ab 2000/min. Fahrleistungen: Beschleunigung 0–100 km/h17,5 s Höchstgeschwindigkeit 175 km/h Verbrauch: (Diesel) L/100 km im Test solo/Gespann 9,1/13,3 Norm Stadt/Land/komb.7,2/6,0/6,4

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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