Rostvorsorge

Streufahrzeug im Einsatz: Der Winterdienst sprüht Salzsole auf
die Fahrbahn – gut gegen Frost und Schnee, Gift für
Karosseriebleche.
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Streufahrzeug im Einsatz: Der Winterdienst sprüht Salzsole auf die Fahrbahn – gut gegen Frost und Schnee, Gift für Karosseriebleche.

© Ingolf Pompe
07.01.2014 - 11:26 Uhr von Fabian Hoberg

In der kalten Jahreszeit nagen Kälte, Feuchtigkeit und Salzlösungen an unseren Autos. Wir sagen Ihnen, wie sie ihr Fahrzeug richtig schützen, und geben Tipps für die Pflege im Winterhalbjahr.

Moderne Autos rosten nicht mehr? Schön wär’s. Zwar bleibt dasBlech meist blasenfrei und von der braunen Pest verschont –Vollverzinkung und gründlicher Lackierung sei Dank. Dennoch gibt esStellen, an denen der Zahn der Zeit sichtbar nagt.

Das ist nicht nur hässlich, sondern kann auch teuer werden. Vorallem Langstreckenfahrer sollten sich regelmäßig Motorhaube undKotflügel ihres Autos anschauen. Durch aufgewirbelte kleine Steinekann der Lack abplatzen, und das Rosten beginnt. Selbst verzinkteBleche sind gegen den Beschuss nicht geschützt. Ist die Zinkschichtverletzt, bildet sich Korrosion. Zum neuen Schutz werden dieentsprechenden Stellen mit feinem Schleifpapier behandelt undanschließend mit einem passenden Lackstift versiegelt.

Auf freie Ablaufkanäle derKarosserie achten

Wer regelmäßig unter Bäumen parkt, kennt das Problem: Blätterund Nadeln sammeln sich gerne in Ritzen und Ecken des Autos.Deshalb ist es gerade im nassen Winter wichtig, Ablaufkanäle,Rinnen und Spalten der Karosserie frei zu halten. Sonst staut dasLaub das Regenwasser, welches sich dann einen anderen Weg sucht.Ein nasser Fußraum, Kofferraumboden oder beschlagene Scheibenzeugen von einem feuchten Innenraum, der zum Nährboden für Rost anunlackierten Stellen wird. Ein ähnliches Problem können übrigensauch verklebte Ablaufstopfen im Fahrzeugboden verursachen. BeiAutos mit Schiebedächern sollte ebenfalls der Wasserablauf freisein. Am einfachsten ist es, bei der nächsten Reinigung mit einerschmalen Düse alle Ritzen und Kanten gründlich ab- undauszusaugen.

Zudem schützt eine regelmäßige Vollwäsche mitUnterbodenreinigung vor Rost. Das Wasser spültStreusalzablagerungen und Split von der Karosserie. Einezusätzliche Wachsschicht schützt anschließend den Lack für dienächsten paar Wochen. Sinnvoll ist es auch, zweimal im Jahr dasAuto per Hand mit Wachs zu konservieren. Das schließt die Poren undversiegelt den Lack sowie das darunterliegende Blech.

Rostvorsorge: Unterboden regelmäßig kontrollieren

Auch der Unterboden des Autos sollte regelmäßig kontrolliertwerden. Am besten wird das bei der nächsten Inspektion gleich mitbeauftragt, ansonsten geht es auf die Hebebühne bei einerMietwerkstatt. Denn bei einem alten, verwitterten Unterbodenschutzbilden sich Risse, in die Wasser eindringen und sein Übel anrichtenkann – bis der Prüfer bei der nächsten Hauptuntersuchung mit demHämmerchen in den Innenraum klopft.

Wer sein Auto langfristig schützen will, setzt auf einenelastischen Unterbodenschutz und eine Hohlraumkonservierung miteinem Wachs oder Spezialfett. Dieses wird bei hohen Temperaturenund hohem Druck bis in die letzte Ecke gespritzt und schützt miteinem elastischen Film mehrere Jahre vor Korrosion. Je nachFahrzeuggröße kostet die Behandlung aber bis zu 1.000 Euro.

Der Witterung stark ausgesetzt sind übrigens auch alleFahrwerksteile. Besonders Achsen, Gelenke und Scharniere sind nichtwie die meisten Karosseriebleche verzinkt und beginnen nach einigerZeit zu rosten. Spezielle Fette oder Kriechöle aus der Sprühdosekönnen dies verhindern. Allerdings sollte der Schutz regelmäßigaufgetragen werden, da er bei schneller Regenfahrt weggespültwerden kann.

Auch Scharniere und Schlösser sowie Löcher von Zierleisten undWagenheberaufnahmen zeigen sich dankbar über eine regelmäßigeFettkur. So bleiben sie gleichermaßen rostfrei wieleichtgängig.

Quelle: 2014 Motor-Presse Stuttgart
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