Schneeketten

Anfahrhilfen werden bei angeordneter Schneekettenpflicht nicht
anerkannt – ein Bußgeld droht.
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Anfahrhilfen werden bei angeordneter Schneekettenpflicht nicht anerkannt – ein Bußgeld droht.

© Beate Jeske
09.11.2013 - 00:00 Uhr von René Olma

Selbst gute Winterreifen können auf verschneiten Bergstraßen an ihre Grenzen gelangen. Dann hilft meist nur eine rustikale Traktionshilfe weiter: die Schneekette.

Wenn Schneemassen die steile Straße bedecken und die Reifen hilflos zu scharren beginnen, sichern nur noch Schneeketten das Fortkommen. Obwohl es heute bereits textile Anfahrhilfen wie etwa die Schneesocke gibt, führt im Winter an dem stählernen Klassiker kaum ein Weg vorbei.

Schneeketten sorgen für gute Traktion auf Schnee

Das hat schon rechtliche Gründe, denn die Alternativen sind offiziell nicht anerkannt. Wer auf einer Straße mit Schneekettenpflicht ohne selbige erwischt wird, zahlt ebenso viel Bußgeld wie ein Totalverweigerer. Besonders streng gehen dabei die Nachbarn in Österreich vor: Hier werden ausschließlich Schneeketten anerkannt, die der Ö-Norm V5117 beziehungsweise V5119 entsprechen.

Solche Regeln sind jedoch keine Willkür, sondern wohlbegründet, wie ein Test bei auto motor und sport zeigte, haben doch stählerne Traktionshilfen auf Eis, beim Anfahren an einem verschneiten Berg sowie beim Bremsen auf Eis und Schnee klar die Nase vorn. Fairerweise sollte jedoch gesagt werden, dass die Hersteller von Schneesocke und Co. ihre Produkte auch nicht als Schneekettenersatz anpreisen, sondern lediglich für akute Notfälle.

Bei den Schneeketten selbst gibt es mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen Systemen, angefangen von der klassischen Version über Hybridmodelle aus Metall und Textil bis hin zu Systemen zur Schnellmontage. Entsprechend groß sind die Preisunterschiede bei den Schneeketten. Doch unabhängig vom Montagesystem sollte der Einsatz vor der Fahrt in den Winterurlaub geprobt werden. Zwar erläutern die Bedienungsanleitungen meist jeden Arbeitsschritt, doch in der Praxis mit kalten Fingern zahlt sich die Routine aus – und ein Paar warme Handschuhe.

Grenzfall Bremsen

Während die Schneeketten bei Fahrzeugen mit Zweiradantrieb natürlich auf die Räder der angetriebenen Achse gehören, gibt bei Allradlern ein Blick ins Bordbuch des Autos Aufschluss, auf welche Räder die Ketten aufgezogen werden müssen.

Wie Tests zeigen, hat der Winterpneu aber nicht immer das Nachsehen: Beim Bremsen auf Eis verzögert er ohne Schneeketten sogar besser, da das Antiblockiersystem ABS optimal an die Fähigkeiten eines modernen Winterreifens angepasst ist.

Quelle: 2013 Motor-Presse Stuttgart
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